Inklusions-Enquete – Schieder: „Barrieren im Kopf abbauen“

Königsberger-Ludwig: Selbstbestimmung, Arbeit, Bildung wichtigste Themen für Inklusion

Wien (OTS/SK) - Teil 2 der Enquete „Worauf warten? Inklusion jetzt!“, eine Veranstaltung des SPÖ-Parlamentsklubs, fand heute, Montag, im Palais Epstein statt. Bundeskanzler Christian Kern, Sozialminister Alois Stöger, Klubobmann Andreas Schieder, SPÖ-Sprecherin für Menschen mit Behinderung Ulrike Königsberger-Ludwig sowie Behindertenanwalt Hansjörg Hofer diskutierten dabei gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderung über Inklusion und Anforderungen an die Politik. Die Workshops des ersten Teils der Veranstaltung am 12. Mai hätten gezeigt, dass Selbstbestimmung, das „Kompetenz-Wirr-Warr“ bei Unterstützungsleistungen, Arbeit sowie Bildung die Themen sind, die Betroffene am meisten unter den Nägel brennen, berichtete Königsberger-Ludwig. „Das Ziel von Inklusion ist Barrieren abzubauen – davor müssen wir aber die Barrieren im Kopf abbauen“, so SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder bei der Begrüßung. ****

Inklusion sei eine Querschnittsmaterie, die auch bei den aktuellen Vorhaben der SPÖ mitgedacht wird, sagte Schieder und verwies u.a. auf die „Aktion 20.000“ und die Bildungsreform, die die SPÖ bis zur Wahl noch umsetzen will. Gerade die stundenweise Alltagsbegleitung im Rahmen der Aktion 20.000 könne eine Chance sein, dass Menschen daheim selbstbestimmt leben. Bei der Inklusion am Arbeitsmarkt gehe es darum, Menschen mit Behinderungen „nicht als Problem zu sehen, sondern ihre Kompetenzen zu betonen“. Um Barrieren zu beseitigen, brauche es aber auch barrierefreie Zugänge zum Arbeitsplatz.

Im Schulbereich ortet Schieder bei der Debatte um die Abschaffung der Sonderschule „viele Missverständnisse“. „Es geht nicht um das Türschild, sondern darum, dass das gesamte System inklusiv sein soll. Es wird ein Nebeneinander von vollständiger Inklusion und gezielter Förderung brauchen.“

Grundsätzlich erwartet Schieder von der Inklusionspolitik, dass jeder Mensch als anerkannter und wertgeschätzter Teil der Gesellschaft gesehen wird. „Inklusion ist mehr als Toleranz und Akzeptanz. Inklusion fördert aktiv die Vielfalt und sieht sie als wertvolle Ressource!“

Ulrike Königsberger-Ludwig betonte die Intention der SPÖ-Enquete, vor allem Menschen mit Behinderung selbst Raum für Debatte und das Formulieren von Bedürfnissen zu geben. „Worauf warten? Inklusion jetzt“ sei eine Erweiterung des „Plan A“ von Bundeskanzler Kern, der ja nicht ein abgeschlossenes Projekt sei, sondern auch vom Bundeskanzler als Prozess verstanden wird. Besonderen Dank sprach Königsberger-Ludwig jenen Betroffenen aus, die sich beim ersten Teil der Veranstaltung und heute mit „konstruktiven und kritischen Beiträgen aktiv eingebracht haben“. Die heutige Enquete ist für die SPÖ-Abgeordnete „kein Endpunkt“, sondern eher der Beginn einer umfangreichen inklusionspolitischen Debatte mit konkreten Ergebnissen für die Politik.

Service: Factsheets zu den Ergebnissen der ersten Workshops zu den Themen Arbeit & Soziales, Bildung und Wohnen gibt es hier: https://klub.spoe.at/file/inklusions-enquete-mai-2017

(Schluss) ah/mb   

 

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