• 26.05.2017, 19:48:15
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Neues Volksblatt: "Keine Narrenfreiheit" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 27. Mai 2017

Utl.: Ausgabe vom 27. Mai 2017 =

Linz (OTS) - Dass in den unendlichen Weiten der neuen Medien so
mancher Kleingeist sein Mütchen auf unerträgliche Art kühlt, liegt
auch am mangelnden Unrechtsbewusstsein. Natürlich hat die
vermeintliche große Freiheit der Meinungsäußerung auch in den
Sozialen Medien ihre Grenzen — gesetzliche genauso wie moralische,
freilich mehr oder weniger konkret. Umso bemerkenswerter ist, wer
sich aller zu grenzgängerischen Äußerungen hinreißen lässt; auch
Politiker sind, wie der aktuelle Fall eines Wiener SPÖ-Bezirksrates
zeigt, vor Fehltritten nicht gefeit. Die Entschuldigung hinterher
kann dennoch nicht immer gut machen, was vorher unter Umgehung eines
Nachdenkprozesses in die Welt gesetzt wurde.
Einer, dem man wohl nicht vorwerfen kann, nicht denkfähig zu sein,
ist der frühere SPÖ-Landeschef Josef Ackerl. Doch auch er rotzt via
Facebook in einer Art und Weise gegen die ÖVP, die jede
bildungsmäßige Kinderstube vermissen lässt. Gemünzt auf Sebastian
Kurz etwa meint Ackerl: „Liebe Tiroler und Vorarlberger Schwarzen,
warum kriecht ihr dem Blockierer eurer Schulreform-Wünsche in den
Arsch?“ Die NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wiederum muss
sich als „großgezogenene Brut“ beleidigen lassen.
Nun könnte man hergehen und sagen: Nehmt den Sozi einfach nicht
ernst. Doch das letzte, was man jedem einzelnen in den Sozialen
Medien zugestehen sollte ist Narrenfreiheit.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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