Paul-Watzlawick-Ehrenring 2017 der Ärztekammer für Wien an Franz Schuh überreicht

„Eine wichtige intellektuelle Stimme in Österreich“

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Wiener Vorlesung im RadioKulturhaus Wien wurde gestern, Dienstag, Abend dem bekannten österreichischen Schriftsteller und Essayisten Franz Schuh der Paul-Watzlawick-Ehrenring 2017 der Ärztekammer für Wien überreicht. ****

In seiner Laudatio führte Hubert Christian Ehalt aus, dass Paul Watzlawick „zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine konstruktivistische Autonomisierung des Glücklichseins in seiner ‚Anleitung zum Unglücklichsein‘ vorgenommen hat und er damit auf die Glückserzählung verzichtet“. Franz Schuh führe mutatis mutandis die Beschreibung von Lebenssituationen als „Tücke des Objekts“, als surreale Inszenierung, als Beschreibung, wie Vermeidungsstrategien zur Verewigung führen können, als Wiederholungszwang („mehr desselben“) weiter. Damit werde eine durch „Moralinsäure“ gefährdete Ratgeberei vermieden.

Für Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres ist es wichtig, dass es „in Zeiten wie diesen Menschen gibt, die die Sprache dazu nutzen, weh zu tun, zu verletzen, die Sprache als Stachel zu sehen, in Zeiten, da sie permanent missbraucht wird und Grundgesetze unserer Demokratie ins Wanken kommen“. Ähnlich auch der Juryvorsitzende Erhard Busek, stellvertretend für seine Jury-Kollegen: „Als scharfsinniger und tief denkender Beobachter schreibt Franz Schuh über die Um- und Zustände in Gesellschaft und Zeit. In seiner brillanten Sprache, gewürzt mit – manchmal auch bissigem – Humor bringt er auf den Punkt, was wir bedenken sollten.“

Franz Schuh nahm in seiner Festrede direkt auf Paul Watzlawick und den Glücks- und Unglücksbegriff Bezug. Für Schuh ist der Ehrenring „eine großartige und beglückende Auszeichnung.“

Der Paul-Watzlawick-Ehrenring ist eine Initiative der Ärztekammer für Wien zur Intensivierung des Dialogs zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Er ist eine Hommage an den großen österreichischen Wissenschafter, Autor und Kommunikationsphilosophen Paul Watzlawick.

Bislang wurden ausgezeichnet: Peter L. Berger (2008), Aleida Assmann (2009), Rüdiger Safranski (2010), Friedrich Achleitner (2011), Walter Thirring (2013), Ruth Klüger (2015) und Konrad Paul Liessmann (2016).

Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird am 12. Juni 2017 um 23.10 Uhr auf ORF III ausgestrahlt. (hpp)

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