- 23.05.2017, 10:01:13
- /
- OTS0058
Greenpeace-Messungen: Gefährliche Luftschadstoffwerte vor Schulen in Österreich
Umweltschutzorganisation setzt Maria-Theresien-Denkmal in Wien Atemschutzmaske auf - BILD
Utl.: Umweltschutzorganisation setzt Maria-Theresien-Denkmal in Wien
Atemschutzmaske auf - BILD =
Wien (OTS) - Greenpeace-Kletterer haben heute dem knapp 20 Meter
hohen Maria-Theresien-Denkmal in Wien eine Atemschutzmaske
aufgesetzt. Auf einem Transparent stand zu lesen: „Uns fehlt die Luft
zum Atmen“. Mit der Aktion weist die Umweltschutzorganisation auf die
besorgniserregend hohen Luftschadstoffwerte aktueller
Greenpeace-Messungen vor Schulen in Österreich hin: Die Werte für
Stickstoffdioxid (NO2) lagen bei fast allen Standorten deutlich über
dem gesetzlichen EU-Grenzwert. Der giftige Luftschadstoff gehört zur
Gruppe der Stickoxide und wird vor allem auf die Verbrennung von
Dieselkraftstoff zurückgeführt. Eine hohe Belastung kann zu
Atemwegserkrankungen und zum vorzeitigen Tod führen.
„Unsere Messergebnisse zeigen, dass schleunigst gehandelt werden
muss. Die Menschen in Österreich, vor allem Kinder und Jugendliche,
müssen vor der unsichtbaren Gefahr Stickstoffdioxid geschützt
werden“, sagt Adam Pawloff, Klima- und Mobilitätssprecher von
Greenpeace in Österreich. „Der Monarchin Maria Theresia, die die
Unterrichtspflicht eingeführt hat, war das Wohl der Kinder auch ein
Anliegen.“ Die Umweltschutzorganisation hat vor vier Schulstandorten
in Wien, Graz und Innsbruck Messgeräte angebracht, die eine
Schulwoche lang den Stickstoffdioxidgehalt in der Luft gemessen
haben. Die Ergebnisse wurden mit den Daten der offiziellen Messnetze
der Bundesländer verglichen. Die Messergebnisse von Greenpeace waren
bei allen Standorten - mit der Ausnahme von Graz – gleich oder sogar
deutlich höher als jene der offiziellen Messnetze. Hochgerechnet auf
den Jahresmittweltwert zeigte sich, dass dieser bei fast allen
Greenpeace-Messstellen bis zu knapp 73 Prozent über dem gesetzlichen
EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt.
Laut Weltgesundheitsorganisation führt die Schadstoffbelastung durch
den Straßenverkehr in Österreich pro Jahr zu 21.000 zusätzlichen
Fällen von Bronchitis und zu 15.000 zusätzlichen Asthma-Anfällen bei
Kindern. „Stickoxide in der Luft zu tolerieren, ist wie eine Gruppe
von Kettenrauchern um das eigene Kind zu akzeptieren“, betont die
Lungenfachärztin Robab Breyer-Kohansal vom Ludwig Boltzmann Institut
für COPD und pneumologische Epidemiologie am Wiener Otto Wagner
Spital. „Die Gefahr für die menschliche Gesundheit darf nicht
kleingeredet werden.“ Laut der Europäischen Umweltagentur sterben
jährlich 8.200 Menschen in Österreich frühzeitig infolge der
Luftverschmutzung – 910 davon aufgrund von Stickstoffdioxid.
Wegen der andauernden Überschreitungen des EU-Grenzwerts für
Stickstoffdioxid hat die Europäische Kommission im Februar ein
Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich eingeleitet. „Wir
fordern auf die jeweilige Region zugeschnittene Maßnahmen, die den
öffentlichen Verkehr, Radfahren und Zu-Fuß-Gehen attraktiver machen
als das Auto“, so Pawloff. In Gebieten, wo es derzeit nicht möglich
ist auf das Auto zu verzichten, muss die Elektromobilität ausgebaut
werden.
Bildmaterial
finden Sie unter nachstehendem Link. Die Fotos stehen für eine
einmalige Verwendung unter Angabe der Photo Credits (© Greenpeace /
Mitja Kobal) kostenlos zur Verfügung: http://bit.ly/2qNQLpN
Ein Factsheet zu den Stickstoffdioxid-Messungen von Greenpeace finden
Sie unter: http://bit.ly/2rt0rZC
Grafiken zu den Stickstoffdioxid-Messungen von Greenpeace
finden Sie unter: http://bit.ly/2rthDhm
Die Stickstoffdioxid-Messungen finden im Rahmen des
Klima-Schwerpunktes von MUTTER ERDE statt, einer Initiative des ORF
und führender Umwelt- und Naturschutzorganisationen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






