• 19.05.2017, 12:31:58
  • /
  • OTS0135

Leopold Museum: Würdigung des Bildhauers Joannis Avramidis und Auftakt der Wiener Festwochen-Ausstellung

Umfassende Retrospektive des großen Einzelgängers gemeinsam mit Festwochenschau „The Conundrum of Imagination“ eröffnet

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/9292/ Ansicht
des Leopold Museum mit Fassadenprojektion anlässlich der Eröffnungen
der Ausstellung "Joannis Avramidis" und der Festwochenausstellung
"The Conundrum of Imagination" am 18.5.2017

Utl.: Umfassende Retrospektive des großen Einzelgängers gemeinsam
mit Festwochenschau „The Conundrum of Imagination“ eröffnet =

Wien (OTS) - Das Leopold Museum stand gestern, Donnerstag, dem 18.
Mai 2017, im Zentrum der großen Sommer-Eröffnung des
MuseumsQuartiers, bei der die Häuser des Areals zur Besichtigung bei
freiem Eintritt luden. Hunderte Gäste kamen in diesem Rahmen zur
feierlichen Eröffnung der bisher umfassendsten Schau zum Werk des
bedeutenden österreich-griechischen Künstlers Joannis Avramidis
(1922–2016), dessen Geburtstag sich heuer zum 95. Mal gejährt hätte.

Noch zu Lebzeiten von Joannis Avramidis hatte Leopold Museum-Direktor
Hans-Peter Wipplinger die Einladung an den Künstler ausgesprochen,
eine Retrospektive für das Leopold Museum zu gestalten. Ein Jahr nach
dem Tod des Bildhauers wird von 19. Mai bis 4. September Joannis
Avramidis Werk, welches die größtmögliche Objektivierung der Form
anstrebte und dabei dennoch durch einen hohen Grad an Sinnlichkeit
besticht, so umfassend wie nie zuvor in Österreich präsentiert.

Hans-Peter Wipplinger: „Diese bisher größte monographische
Präsentation des Bildhauers Joannis Avramidis ist die längst
überfällige Würdigung des großen Einzelgängers der österreichischen
Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts.“

Köpfe, Figuren, Bäume, Bandfiguren und mehrfigurige
Monumentalskulpturen: Die rund 100 Exponate aus allen Schaffensphasen
geben in vier thematischen Bereichen einen umfassenden Einblick in
das Œuvre von Joannis Avramidis, das stets den Menschen als Maß aller
Dinge in den Mittelpunkt rückte. Der hohe Abstraktionsgrad seiner
Skulpturen resultierte aus der Suche nach einer universalen,
zeitlosen Formensprache unter Berücksichtigung selbstauferlegter,
insbesondere in seinen Zeichnungen offengelegter
Konstruktionsprinzipien. Dem schöpferischen Ethos des Künstlers, der
sich mit Nachdruck auf seine griechischen Wurzeln berief, standen
hierbei das Erbe der Antike und der Frührenaissance Pate. Dieses
fungierte neben eindringlichen Naturstudien als zentrale
Inspirationsquelle wie Kontrollinstanz in der Umsetzung der vom
Künstler angestrebten „absoluten Figur“.

Joannis Avramidis: „Meine Arbeit ist die Demonstration der
Herstellung einer objektiven, d.h. vollkommen erfassbaren Form. Diese
Form ist die primäre Voraussetzung für die Schaffung eines
Kunstwerkes. Dabei ist es mir darum zu tun, persönliche Stileinflüsse
aus meiner Arbeit ganz auszuschalten. Wirkliche Bezüge meiner Arbeit
gibt es nur zur Antike und zur italienischen Frührenaissance.“

Prägend waren für den 1922 im georgischen Batumi, damals Teil der
UdSSR, als Sohn von Schwarzmeergriechen geborenen Künstler die
einschneidenden Erfahrungen von Vertreibung und Flucht. Nach der
Ermordung des vom Stalin-Regime politisch verfolgten Vaters musste er
mit seiner Familie nach Griechenland flüchten. Von den Nazi-Deutschen
als Zwangsarbeiter nach Wien verschleppt, wurde er von den Sowjets
aufgrund seiner Russischkenntnisse als Spion verdächtig und in
Budapest inhaftiert, von wo ihm die Flucht zurück nach Österreich
gelang. Die erzwungene Entwurzelung führte zu einer besonders starken
Verbindung mit dem Kulturerbe seiner Heimat. Ganz bewusst bezeichnete
sich Avramidis als „Hellene“.

Ausstellungskurator Ivan Ristić: „Zu Recht zählt das Griechentum zu
den Konstanten der bisherigen Auseinandersetzungen mit dem Werk
Joannis Avramidis'. Weniger betont wurde jedoch das Gefühl des
Fremdseins an sich. Der unerbittliche Objektivitätsanspruch
klassischer Proportionslehren mochte im Fall Joannis Avramidis’ ein
Mittel dazu gewesen sein, über die zeitlichen und räumlichen
Zusammenhänge erhaben zu bleiben und sich gleichzeitig auf ein Erbe
besinnen zu können, welches er obendrein sein Eigen nennen konnte.“

Neben dem klaren Bezug zum griechisch-antike Ideen- und Gestalterbe
lassen insbesondere Joannis Avramidis Monumentalskulpturen – sei es
die Arbeit Polis oder seine Entwürfe zu einem Rundtempel – deutlich
erkennen, dass Avramidisʼ Kunst weniger von kühler Kalkulation als
von einer zutiefst humanen Haltung getragen war.

Stephanie Damianitsch: „Ab Mitte der 1960er-Jahre beschäftigte sich
Joannis Avramidis mit visionären Konzepten von Skulptur, die über die
Darstellung der Einzelfigur hinausgehen und die Idee des
Zusammenlebens zum Thema haben. Mit ihnen beschritt Avramidis auf der
Grundlage seiner skulpturalen Methodik einen Weg zur Architektur als
Utopiekonzept menschlicher Gemeinschaft.“
Bereits im Vorfeld war, in Kooperation mit dem MuseumsQuartier Wien,
die mehr als 13 Meter hohe Humanitassäule als Teil des unrealisiert
gebliebenen Tempelprojektes des Künstlers im Haupthof des MQ
aufgestellt worden. Ein Lebenstraum des Künstlers, der nun, sehr zur
Freude von Julia Frank-Avramidis, Tochter des Künstlers und
ausgewiesene Kennerin seines Werkes, posthum realisiert werden
konnte. Sie unterstützte das von Stephanie Damianitsch und Ivan
Ristić kuratierte Ausstellungsprojekt Kraft ihrer jahrelangen
Erfahrung mit der Aufarbeitung des Werkes ihres Vaters.

Ebenfalls eröffnet wurde im Leopold Museum die Wiener
Festwochen-Ausstellung 2017 „The Conundrum of Imagination. On the
Paradigm of Exploration and Discovery“ Die Ausstellung ist von 19.
Mai bis 18. Juni im Leopold Museum und im Performeum (10.,
Laxenburger Str. 2a) zu sehen. Die Schau „The Conundrum of
Imagination“ ist ein Ausstellungsprojekt, welches das europäische
Zeitalter der Entdeckungen hinterfragt, indem es die 3 Gs betrachtet,
die solchen Erforschungen zu Grunde liegen: Gold, God und Glory.
Spektakuläre Installationen von Künstlern aus Afrika, Asien, Amerika
und Europa aber auch Lectures und Performances laden zur
Auseinandersetzung mit dem Zeitalter der Entdeckungen, von den
Anfängen bis zu Gegenwart, von der Kolonialzeit bis zur Zeit des
Internet Explorer ein.

Die Ausstellungseröffnungen sorgten für einen fruchtbaren Austausch
von Museumsbesuchern, Vernissagegästen, Künstlern, Prominenten aus
Kultur und Wirtschaft. Mit dabei waren Wiener Festwochen-Intendant
Tomas Zierhofer-Kin und Festwochen-GF Wolfgang Wais, die Leopold
Museum-Direktoren Hans-Peter Wipplinger und Gabriele Langer,
Elisabeth Leopold, Gerda, Diethard und Waltraud Leopold, Werner Muhm
vom Vorstand des Leopold Museum, die Avramidis-Kuratoren Stephanie
Damianitsch und Ivan Ristić, der deutsche Botschafter Johannes
Haindl, das Conundrum-Kuratoren-Team Bonaventure Soh Bejeng Ndikung
und Pauline Doutreluigne, Julia Frank-Avramidis, Clemens Kaletsch,
die Conundrum of Imagination-Künstler Jean-Pierre Bekolo, Filipa
César, Marco Montiel-Soto, Viron Erol Vert, Mathieu Kleyebe-Abonnenc
und Ho Rui An, MQ-Direktor Christian Strasser, ImPulsTanz-Intendant
Karl Regensburger, die Galeristinnen und Galeristen Christa Zetter
und Katharina Zetter-Karner, Georg Kargl, Hubert Lendl, Florian
Sundheimer, Rosemarie Schwarzwälder, Ernst Hilger, Richard Ruberl und
Wolfgang Bauer, Galerist und im Kinsky-GF Michael Kovacek, Charlotte
Kreuzmayr, die Künstlerinnen und Künstler Rudolf Goessl, Martha
Jungwirth, Jürgen und Monika Messensee, Roland Kollnitz, Judith
Fegerl, Hans Kupelwieser, Franz Graf, Hubert Schmalix, Martin Schnur,
Walter Vopava und Katrin Schroeren, Alois Mosbacher und Frenzi
Ringling, Jun Yang, Michael Hammerschmid, Lisa Rastl und Lorenz
Estermann, Olga Okunev (BKA), Kunsthistoriker und Avramidis-Kenner
Michael Semff, Artcurial Österreich-GF Caroline Messensee mit
Künstler Laurent Ajina, Kunsthistoriker Tobias Natter, im Kinsky-GF
RA Dr. Ernst Ploil, und Architekt Prof. Boris Podrecca. Ebenfalls
gekommen waren Kunstsammler Michael Klaar, MAK Generaldirektor
Christoph Thun-Hohenstein, Kurator Robert Fleck, Markus Kristan
(Albertina), Sozialbauvorstand Josef Ostermayer, Julia Neuhaus,
Direktorin der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste,
Autorin Maria Rennhofer, die Architekten Carl Pruscha und Dimitris
Manikas, Porr-GD Karl-Heinz Strauss, Dorotheum-GF Martin Böhm,
Ressler Kunstauktionen-GF Otto Hans Ressler, Michael P. Franz (BKA),
der Kunstberater des Bundespräsidenten Meinhard Rauchensteiner,
Walter Heun (Tanzquartier Wien), Joachim Kapuy (ImPulsTanz), Georg
Mahr und Katharina Bazil-Mahr, Christoph Leon, RA Andreas Nödl,
u.v.m.

Bilder zur Eröffnung finden Sie unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/9292/

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LPM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel