Saatgut: Durchbruch für Vielfalt bei Gemüse, Obst und Getreide in Aussicht

ARCHE NOAH und GLOBAL 2000 appellieren an Minister Andrä Rupprechter, sich in Brüssel für die Saatgut-Vielfalt einzusetzen

Wien (OTS) - Aktuell wird in Brüssel die EU-Bio-Verordnung neu verhandelt. Die Verordnung könnte einen Durchbruch für die Saatgut-Vielfalt bringen. „Das wäre ein großer Erfolg für die Beförderung der Vielfalt von Gemüse, Getreide und Obst“, freuen sich Katherine Dolan, Bereichsleiterin Politik bei ARCHE NOAH, dem Verein zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt, und Leonore Gewessler, politische Geschäftsführerin bei der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Das Europäische Parlament hat es in zähen Verhandlungen geschafft, die EU-Kommission zum Einlenken pro Vielfalt zu bringen. Letztere hatte sich bis zuletzt dagegen gewehrt - erst 2012 wollte die EU-Kommission die Vielfalt durch die EU-Saatgutverordnung einschränken. Doch jetzt stehen die Signale erstmals auf Saatgut-Vielfalt. Konkret sollen laut dem aktuellen Kompromiss zwei neue zusätzliche Saatgut-Kategorien entstehen: „biologisches heterogenes Material“ und „biologisch gezüchtete Sorten“. Für „biologisches heterogenes Material“ soll die Pflicht einer behördlichen Vorabautorisierung wegfallen. Somit könnte auch Saatgut weniger standardisierter Pflanzen legal vermarket und angebaut werden. Derzeit ist das nicht möglich - nur homogene, uniforme Pflanzensorten sind für den breiten Markt zugelassen.

Doch es ist noch zu früh für Freude, denn der Teufel liegt in den juristischen Detailbestimmungen. „Wir appellieren an Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, sich in Brüssel dafür einzusetzen, dass die neuen Klauseln praxisnah formuliert werden und auch wirklich Vorteile für die Vielfalt bringen“, betont Dolan. Das heißt vor allem: Eine erneute Verwässerung der neuen Saatgut-Kategorien durch die EU-Kommission zu verhindern. Die entscheidenden Verhandlungen sollen bereits am 31. Mai in Brüssel stattfinden.

 „Eine Öffnung in Richtung Vielfalt wäre eine Win-Win-Situation für die Biodiversität, Landwirt*innen und Konsument*innen“, sagt Gewessler. „Die neuen Saatgut-Kategorien würden den Grundstein für eine innovative Pflanzenzüchtung, die fit für den Klimawandel ist, legen. Zudem würde der Verlust der genetischen Vielfalt durch Anbau, Nutzung und Konsum von Vielfaltssorten eingedämmt.“

Die Saatgut-Vielfalt genießt in Österreich starken Rückhalt: 2014 unterschrieben über eine halbe Million Menschen die Petition „Freiheit für die Vielfalt“ von ARCHE NOAH und GLOBAL 2000. 

Rückfragen & Kontakt:

ARCHE NOAH: Katherine Dolan, Bereichsleiterin Politik, +43 (0) 676 5574408
katherine.dolan@arche-noah.at
GLOBAL 2000: Michael Lachsteiner, Pressesprecher, +43 1 812 573020 michael.lachsteiner@global2000.at

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