Neues Volksblatt: "Um der Politik willen" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 19. Mai 2017

Linz (OTS) - Obwohl Reinhold Mitterlehner und Eva Glawischnig vom PolitikerInnen-Typus her ebenso unterschiedlich sind wie in vielen politischen Ansichten, haben sie in ihren — vielfach als berührend und „stark“ empfundenen — Abschiedsreden durchblicken lassen, wie hart das politische Geschäft geworden ist.
Auch wenn es en vogue ist, anderes zu behaupten, Tatsache ist: Die Arbeitsbelastung für Politikerinnen und Politiker ist enorm, ein Arbeitszeitgesetz existiert für sie nicht. Die Verantwortung ist riesig, das Tagesgeschäft schwierig und nervenaufreibend. Dank Facebook, Twitter, diverser Foren & Co. bleibt kaum eine Regung oder ein Nebensatz unkommentiert. Verbale Angriffe unter der Gürtellinie gegen Politikerinnen und Politiker gelten als Kavaliersdelikte und werden oft beklatscht. Hand aufs Herz: Wer denkt schon daran, dass ein Vizekanzler oder eine Parteichefin auch Privatmensch ist, Mutter, Vater, Ehepartner? Eben.
Und die im politischen Rampenlicht Stehenden wollen oder dürfen nicht wehleidig erscheinen und machen mit: Müdigkeit wird überspielt und weggeschminkt, man hat immer gut drauf zu sein, auch wenn man noch so hart angegangen wird.
Politische Spitzenpositionen haben gewiss auch Sonnenseiten. Und politische Arbeit muss kritisiert werden dürfen, keine Frage. Dabei darf aber die Kultur nicht verrohen, müssen Respekt und Wertschätzung bleiben. Auch um einer guten Politik willen.

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