• 04.05.2017, 13:59:18
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  • OTS0171

Kunstrückgabebeirat beschloss eine Empfehlung

Wien (OTS) - Der Kunstrückgabebeirat beschloss in seiner heutigen
Sitzung, am 4. Mai 2017, eine Empfehlung an den Bundesminister für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Sammlung Marie und Alfons
Thorsch, welche die Bundesmobilienverwaltung betrifft.

Der von den Nationalsozialisten als Jude verfolgte Wiener Bankier
Alfons Thorsch flüchtete mit seiner ebenfalls verfolgten Ehefrau
Marie noch vor dem "Anschluss" im Februar 1938 aus Österreich über
Meran in die Schweiz. Das Palais Thorsch im 3. Wiener Gemeindebezirk
wurde unmittelbar nach dem "Anschluss" vom Nationalsozialistischen
Kraftfahrkorps bezogen, die Ausstattungsgegenstände wurden von der
Gestapo beschlagnahmt und in Verwahrung genommen. Auch das Personal
entwendete offenbar Gegenstände aus dem Palais. Bereits unmittelbar
nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bemühte sich die Familie,
bedeutende Silber- und Tafelgeräte wiederzuerlangen. Diese Versuche
blieben jedoch erfolglos, weil der Verbleib der Objekte nicht
festgestellt werden konnte.

Da sich in den Sammlungen der Bundesmobilienverwaltung (Silberkammer)
ein Bestand von 440 Vermeil-Tellern befindet, wurde dieser Bestand
eingehend untersucht. Der Beirat stellte jedoch fest, dass
insbesondere wegen des Inventars der ehemaligen Hofsilber- und
Tafelkammer aus 1908, das jeden Teller einzeln nummeriert und mit
genauen Gewichtsangaben anführt, der in der Silberkammer verwahrte
Bestand seit Ende der Monarchie unverändert ist. Es kann
ausgeschlossen werden, dass sich in diesem Bestand Teller aus dem
Besitz der Familie Thorsch befinden. Auch konnte der Beirat auf
Grundlage der Erhebungen der Kommission für Provenienzforschung nicht
feststellen, dass sich andere Silber- und Tafelgegenstände aus dem
Besitz der Familie Thorsch in der Bundesmobilienverwaltung befinden.
Der Beirat empfahl daher keine Rückgaben an Rechtsnachfolger nach
Alfons und Marie Thorsch.

Der Beschluss ist im Wortlaut auf der Webseite der Kommission für
Provenienzforschung unter www.provenienzforschung.gv.at
wiedergegeben.

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