• 04.05.2017, 12:43:38
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  • OTS0147

FPÖ: Hofer/Neubauer: Jahresbericht der Volksanwaltschaft alarmiert über eklatante Missstände in heimischen Senioren- und Pflegeheimen

Wien (OTS) - „Der kürzlich erschienene Jahresbericht der
österreichischen Volksanwaltschaft zeichnet ein alarmierendes Bild
über die Zustände in heimischen Senioren- und Pflegeheimen. Wir
Freiheitliche fordern seit Jahren eine Aufstockung des
Pflegepersonals, eine Attraktivierung dieses Berufsbildes sowie die
Einführung des Lehrberufs Pflege. Die überwiegende Zahl der zutage
geförderten Missstände ist die Folge von heilloser Überlastung –
sowohl physischer als auch psychischer Natur – der Pflegekräfte
aufgrund permanenter Unterbesetzung“, zeigten sich heute der
freiheitliche Pflegesprecher und Dritte Nationalratspräsident Ing.
Norbert Hofer und FPÖ-Seniorensprecher NAbg. Werner Neubauer
erschüttert angesichts der aufgezeigten Situation.

So förderten laut Bericht 83(!) Prozent der Kontrollen Defizite
zutage, darunter auch massive Menschenrechtsverletzungen und
strukturelle Gewalt. Aber auch die Vernachlässigung der Patienten
wegen des Mangels an gut qualifiziertem Personal und aufgrund von
fehlendem Teamgeist sei an der Tagesordnung. Im Bericht wird etwa ein
Beispiel aus einem Heim in Tirol angeführt, in dem die Menschen in
Harn und Kot gelegen sein sollen - wegen Streitigkeiten zwischen
Pflegekräften: Der Tagdienst habe sie vor dem Zubettgehen nicht mehr
gereinigt, der Nachtdienst sich nicht zuständig gefühlt. Oftmals
wurde, so der Bericht, auch das Abendessen bereits um 16:00 Uhr
verabreicht, damit sich die zu Betreuenden anschließend zur Bettruhe
begeben können - ob sie dies nun wollten oder nicht – damit möglichst
bald ‚Ruhe einkehrt‘. Aber auch über Freiheitsbeschränkungen durch
Psychopharmaka, um die Bewohner ruhig zu stellen, wird berichtet.
Besonders tragisch sei auch der Fall eines niederösterreichischen
Heimes, dem sogar das Nationale Qualitätszertifikat verliehen wurde
und in dem laut Bericht vier Mitarbeiter in Verdacht stehen, schwer
demente Pfleglinge über Monate hinweg grausam gequält zu haben.

Wenn nun alle diese Missstände durch Kontrollen aufgedeckt wurden,
müsse doch davon ausgegangen werden, dass bereits zahlreiche
Beschwerden und auch Anzeigen auflägen. Was in weiterer Folge die
Frage aufwerfe, warum in einem so sensiblen Bereich, wohlgemerkt in
Verantwortung eines SPÖ-Sozialministers, nichts dagegen unternommen
wurde, so Neubauer.

„Es ist ein Gebot der Stunde, dass sofort Maßnahmen eingeleitet
werden, endlich für ausreichend entsprechend qualifiziertes Personal
in den Senioren- und Pflegeheimen zu sorgen. Dies darf aus unserer
moralischen und ethischen Verantwortung den Pflegebedürftigen
gegenüber auch keine Kostenfrage sein. Des weiteren müssen
systematisch unangekündigte Kontrollen durchgeführt werden und haben
bei gröberen Beanstandungen unverzüglich entsprechende Konsequenzen
bis hin zur Entlassung der Verantwortlichen zu erfolgen“, forderte
Neubauer.

„Die Bundesregierung hätte der prekären Situation im Pflegebereich in
Österreich längst durch das Aufgreifen von zumindest einem der
zahlreichen freiheitlichen Vorschläge – wie der Forderung nach
Einführung eines bundesweit einheitlichen Personalschlüssels -
entgegenwirken und Maßnahmen zur Absicherung des österreichischen
Pflegesystems setzen können“, kritisierte der freiheitliche
Pflegesprecher und Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer,
„geschehen ist aber nichts“.

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