• 28.04.2017, 11:28:10
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AUGE/UG zum Tag der Arbeitslosen: Arbeitszeitflexibilisierung a la WKO und IV erhöht Arbeitslosigkeit!

Längere Arbeitszeiten und Durchrechnungszeiträume gehen zu Lasten von Jobs und Gesundheit!

Utl.: Längere Arbeitszeiten und Durchrechnungszeiträume gehen zu
Lasten von Jobs und Gesundheit! =

Wien (OTS) - „Würden die Arbeitszeitwünsche der Wirtschaftskammer
und Industriellenvereinigung umgesetzt, hätte das nicht nur massive
Einkommensverluste für die ArbeitnehmerInnen zur Folge, sondern auch
einen weiteren Anstieg von Arbeitslosigkeit. Wer Arbeitslosigkeit
bekämpfen will, muss Arbeitszeiten fairkürzen, nicht verlängern,“
kritisiert Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative,
Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen die
Arbeitszeitflexibilisierungspläne der Unternehmerverbände anlässlich
des Tags der Arbeitslosen am 30. April. Diese fordern 10 Stunden
tägliche Normalarbeitszeit, 12 Stunden tägliche und 60 Stunden
wöchentliche Höchstarbeitszeit und Durchrechnungszeiträume zum Abbau
von Überstunden von bis zu zwei Jahren.

Zwt.: Sie sagen Flexibilisierung und meinen Verlängerung!

Auch wenn Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung stets
betonen, es ginge ihnen nicht um eine Arbeitszeitverlängerung,
sondern lediglich um ‚zeitgemäße‘ Arbeitszeitmodelle, würden diese
natürlich in letzter Konsequenz tatsächlich eine massive Ausweitung
der Arbeitszeiten darstellen. Die Erhöhung der täglichen
Normalarbeitszeit sowie die Verlängerung von Durchrechnungszeiträumen
führt dazu, dass Überstundenzuschläge weitgehend wegfallen und
längeres Arbeiten deutlich billiger wird. „Es ist wohl klar, dass
diese Möglichkeit auch genutzt werden würde. Jede Forderung der
Wirtschaftsseite zielt auf längere tägliche und wöchentliche
Arbeitszeiten ab. Davon zu sprechen, dass es nur um für die Betriebe
‚praktikable‘ Modelle ginge, ist ein Hohn,“ so Paiha.

Zwt.: Längere Arbeitszeiten führen zu einem Anstieg von
Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung

Neben Einkommensverlusten würden längere Arbeitszeiten auch zu
einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Paiha: „Wir haben bereits
jetzt ein massives Missverhältnis bei der Verteilung von Arbeit:
Vollzeitbeschäftigte in Österreich nehmen bei langen Arbeitszeiten in
der EU einen Spitzenplatz ein. Gleichzeitig boomt Teilzeit – oft ohne
ausreichendes Einkommen und einer entsprechenden sozialen
Absicherung. Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor anhaltend hoch.“
Paiha erinnert weiters, dass 2015 trotz Krise 253 Millionen
Überstunden geleistet wurden, was umgerechnet ca. 30.000 Vollzeitjobs
entspricht. „Werden Überstunden durch längere Normal- und
Höchstarbeitszeiten billiger, wird der Anreiz von Neueinstellungen
noch geringer, die Arbeit für die Beschäftigten dagegen noch
belastender. Eine Ausweitung der Arbeitszeiten käme der Gesellschaft
gleich mehrfach teuer, weil steigende Arbeitslosigkeit und steigende
Gesundheitsbelastung einen hohen Preis hat – sozial wie ökonomisch.“

Paiha abschließend: „Die Wirtschaftsseite soll endlich Flexiblität
zeigen und sich von Uraltforderungen aus der Mottenkiste des
Frühkapitalismus verabschieden. Was es tatsächlich braucht, sind
moderne Arbeitszeiten, die sich an Bedarfs- und Lebenslagen der
Menschen orientieren, die zu einer Humanisierung der Arbeitswelt
einen Beitrag leisten und eine gerechte Verteilung von Einkommen,
Chancen und Teilhabe sicher stellen. Zwischen Männern und Frauen,
normal und ‚atypisch‘ Beschäftigten und Erwerbstätigen und
Erwerbsarbeitslosen.“

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