UGÖD zu Schulreform- und Autonomiepaket der Bundesregierung

Kostenneutralität ist kein pädagogisches Konzept. Landes-parteipolitische Machtspiele sind teuer. Parlamentarische Verhandlungen um Zweidrittelmehrheit nützen.

Wien (OTS) - Auch wenn sich das noch nicht bis zu allen Landes-, Partei- und Standespolitikern und nicht ins Finanzministerium durchgesprochen hat: Österreichs Schulsystem braucht eine Reform von Strukturen ebenso wie Bildungsbudgets, die spürbare pädagogische Verbesserungen ermöglichen. Reinhart Sellner, Vorsitzender der UGÖD:
„Das sozial selektierende, von Notendruck, chronischer Unterdotierung, Parallelstrukturen und parteipolitischer Einflussnahme geprägte Schulsystem braucht zukunftsorientierte, den Schulalltag belebende Reformen: Förderung statt Auslese, pädagogische Freiräume und Mitbestimmung, mehr Zeit für die SchülerInnen, für ihre individuelle und gemeinsame Begleitung.“ Die Dauer-Belastung der LehrerInnen durch kostenneutrale Reformpakete und immer neue Erhebungen, Vorschriften und praxisferne Vorgaben „von oben“ muss mit dem Autonomiepaket ohne weitere Übergangsfristen beendet werden.

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen wollen mit ihren Vorschlägen dazu beitragen, dass mehr Autonomie für die pädagogische Arbeit an den Schulen erreicht werden. Zusätzlich gilt es, strukturelle Grundlagen für ein demokratischen, sozial-integratives, alle Kinder und Jugendlichen förderndes Bildungssystem entscheidend zu verbessern. „Die Ausstattung der Schulen mit den notwendigen Budgetmitteln, ist dabei eine Voraussetzung“, stellt Sellner fest, „und muss vom Gesetzgeber durch die soziale und bildungsfördernde Neuorientierung der Bildungs-Budgetpolitik abgesichert werden.

Autonomie für machtbewusste Landesparteihauptleute, die nach ihrem Gutdünken Schul- und ClusterleiterInnen einsetzen und die vom Bund bereitgestellten Ressourcen an die Schulen ihres Bundeslandes verteilen wollen, brauchen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen nicht. Sie brauchen mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung an ihren Schulen bzw. Schulclustern.

Bildung kostet. Soziale Sicherheit und öffentliche Dienste kosten. Kindergärten, Schulen sind nicht kostenneutral. Es ist höchste Zeit für die Bundesregierung, die restriktive Budgetpolitik und den Sozialabbau zu beenden und mit Vermögens- und Erbschaftssteuern zukunftsorientierte Investitionen zu finanzieren. Nicht nur in die Bildung.

Sellner abschließend: „Wir erwarten strukturelle, sozial-integrative und pädagogische Veränderungen des vorliegenden Entwurfes im Sinne der SchülerInnen und Beschäftigten im Bildungsbereich. Glück auf für die am 8. Mai beginnenden parlamentarischen Verhandlungen!“

Link zum Text der Stellungnahme:
http://diealternative.org/ugoed/2017/04/28/ugoed-stellungnahme-zum-en
twurf-des-bildungsreformgesetzes-2017-autonomiepaket-schulrecht-diens t-und-besoldungsrecht/

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