• 26.04.2017, 12:32:11
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Wurm: Lohntransparenz für mehr Gerechtigkeit bei Frauen- und Männerlöhnen

Auch IWF-Chefin für mehr Transparenz

Utl.: Auch IWF-Chefin für mehr Transparenz =

Wien (OTS/SK) - Dass sich gestern auch Währungsfond-Chefin Lagarde
beim W-20 Frauengipfel in Berlin für volle Transparenz über Frauen-
und Männerlöhne in Betrieben ausgesprochen hat, zeigt für
SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm, dass auch international
Gehälter-Transparenz als Schlüssel zu mehr Lohngerechtigkeit gesehen
wird. „Man kann nur fordern, was man kennt“, sagt Wurm mit Verweis
auf Gehaltsverhandlungen, bei denen Frauen nachweislich oft
schlechter aussteigen. Einwände, Transparenz über Gehälter im
Betrieb würde Neiddebatten befeuern, weist Wurm zurück: „Es geht
nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit.“ ****

Mit 22,9 Prozent Lohnschere zwischen Männern und Frauen (beim
Bruttostundenlohn) hat Österreich einen unrühmlichen Spitzenplatz in
Europa und liegt deutlich schlechter als der EU-Schnitt (16 Prozent).
Auch wenn man alle objektiven Faktoren wie Branche, Berufserfahrung,
Alter etc. herausrechnet, verdienen Frauen um rund 14 Prozent weniger
– einfach weil sie Frauen sind.

Bundeskanzler Christian Kern hat das Thema in seinem „Plan A“, den er
im Jänner 2017 präsentiert hat, aufgegriffen. „Lohntransparenz ist
ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu Lohngerechtigkeit und einem
System, in dem sich Leistung lohnt“, heißt es dort. Seine Forderung:
„Alle Löhne offenlegen, damit jeder sein Gehalt mit dem der anderen
vergleichen kann.“

Diese Transparenz ist in Ländern wie Schweden längst realisiert; auch
in Norwegen sind die Einkommen der BürgerInnen seit 2001 transparent.
Und in Island, das von der Delegation der Frauensprecherinnen des
Parlaments kürzlich besucht wurde, ist ein Gesetz für volle
Lohntransparenz derzeit in Begutachtung. Dieses Gesetz wird Firmen in
Zukunft vorschreiben, Frauen und Männern gleich zu bezahlen. „Wir
werden uns die isländische Regelung genau ansehen – sie kann Vorbild
für eine ähnliche Regelung für Österreich sein“, so Wurm. (Schluss)
sc/ah/mp

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