Wurm: Lohntransparenz für mehr Gerechtigkeit bei Frauen- und Männerlöhnen

Auch IWF-Chefin für mehr Transparenz

Wien (OTS/SK) - Dass sich gestern auch Währungsfond-Chefin Lagarde beim W-20 Frauengipfel in Berlin für volle Transparenz über Frauen-und Männerlöhne in Betrieben ausgesprochen hat, zeigt für SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm, dass auch international Gehälter-Transparenz als Schlüssel zu mehr Lohngerechtigkeit gesehen wird. „Man kann nur fordern, was man kennt“, sagt Wurm mit Verweis auf Gehaltsverhandlungen, bei denen Frauen nachweislich oft schlechter aussteigen. Einwände, Transparenz über Gehälter im Betrieb würde Neiddebatten befeuern, weist Wurm zurück: „Es geht nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit.“ ****

Mit 22,9 Prozent Lohnschere zwischen Männern und Frauen (beim Bruttostundenlohn) hat Österreich einen unrühmlichen Spitzenplatz in Europa und liegt deutlich schlechter als der EU-Schnitt (16 Prozent). Auch wenn man alle objektiven Faktoren wie Branche, Berufserfahrung, Alter etc. herausrechnet, verdienen Frauen um rund 14 Prozent weniger – einfach weil sie Frauen sind.

Bundeskanzler Christian Kern hat das Thema in seinem „Plan A“, den er im Jänner 2017 präsentiert hat, aufgegriffen. „Lohntransparenz ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu Lohngerechtigkeit und einem System, in dem sich Leistung lohnt“, heißt es dort. Seine Forderung:
„Alle Löhne offenlegen, damit jeder sein Gehalt mit dem der anderen vergleichen kann.“

Diese Transparenz ist in Ländern wie Schweden längst realisiert; auch in Norwegen sind die Einkommen der BürgerInnen seit 2001 transparent. Und in Island, das von der Delegation der Frauensprecherinnen des Parlaments kürzlich besucht wurde, ist ein Gesetz für volle Lohntransparenz derzeit in Begutachtung. Dieses Gesetz wird Firmen in Zukunft vorschreiben, Frauen und Männern gleich zu bezahlen. „Wir werden uns die isländische Regelung genau ansehen – sie kann Vorbild für eine ähnliche Regelung für Österreich sein“, so Wurm. (Schluss) sc/ah/mp

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