- 25.04.2017, 10:39:48
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31 Jahre nach Tschernobyl mehr Atomstrom denn je in Österreich
Regierung muss jetzt mit der Ökostromnovelle die Weichen für eine erneuerbare Zukunft stellen
Utl.: Regierung muss jetzt mit der Ökostromnovelle die Weichen für
eine erneuerbare Zukunft stellen =
St. Pölten (OTS) - Morgen jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl
zum 31. Mal und noch immer werden rund um Österreich neue
Atomkraftwerke geplant und gebaut. „Ein klares Signal gegen die
Ausbaufantasien der Atombranche könnte ein starker Ausbau der
erneuerbaren Energien sein. Dieser wäre in Österreich sofort möglich,
verharren doch 260 fertig genehmigte Windräder in der Warteschlange
und warten auf die Umsetzung“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer
der IG Windkraft und weiter: „Die IG Windkraft fordert die Regierung
auf, die vorhandenen EU-rechtlichen Spielräume beim Ökostromgesetz zu
nutzen und den Ausbau der erneuerbaren Energien endlich wieder
anzukurbeln um die Eigenstromerzeugung in Österreich bis 2030
umzusetzen.“
Am 26. April 1986 gab es im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl
eine gewaltige Explosion und dadurch eine radioaktive Verseuchung
über weite Teile Europas. Nichts desto trotz stehen immer noch knapp
die Hälfte aller Atomkraftwerke der Welt in der EU. Die Atombranche
hat mit den Ausbauplänen des englischen AKW-Projekt Hinkley Point C
und des ungarischen AKW-Projekt in Paks wieder Rückenwind bekommen.
Seit mehreren Jahren wird auch an neuen Reaktoren im finnischen
Olkiluoto, am französischen Flamanville und am slowakischen Mochovce
gebaut. Alle Kraftwerke sind mit der Fertigstellung viele Jahre in
Verzug und haben mit explodierenden Kosten zu kämpfen. Gegen Hinkley
Point C hat die österreichische Regierung eine Klage beim
Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht. Eine Klage gegen das
Atomkraftwerk in Paks soll in Vorbereitung sein.
Österreich importiert 16,5% des Stroms aus Nachbarländern
Bis zum Jahr 2000 war Österreich Stromexporteur. Im letzten Jahrzehnt
ist aber der Stromimport nach Österreich kontinuierlich angestiegen
und liegt mittlerweile bei 16,5%. Mit dem Anstieg der Stromimporte
nach Österreich hat auch der Atomstrom in Österreichs Stromnetzen
enorm zugenommen. Wenn Österreich aus den Nachbarländern viel Strom
importiert, unterstützt das indirekt den Bau von Atomkraftwerken in
diesen Ländern, weil sich damit eine gute Absatzperspektive für den
Atomstrom ergibt. „Allein gegen die Atomenergie zu sein ist daher zu
wenig. Diesem Trend muss durch einen raschen Ausbau der erneuerbaren
Energien begegnet werden“, fordert Moidl. „Die Eigenversorgung mit
Strom aus erneuerbaren Energien muss rasch angehoben werden und bis
2030 zur Gänze umgesetzt sein.“
Ökostromgesetz muss umgehend beschlossen werden
260 Windräder sind fertig genehmigt und könnten morgen gebaut werden.
„Die dafür benötigten Änderungen des Ökostromgesetzes wurden bis
jetzt nicht im Parlament beschlossen“, ärgert sich Moidl. „Dabei wäre
ein rascher Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich auch ein
starkes Argument gegen den Bau von Atomkraftwerken in unseren
Nachbarländern. Die IG Windkraft fordert daher auch aus Sicht des
Anti-Atomstrom-Landes Österreich, die EU-rechtlichen Spielräume bei
der kleinen Ökostromnovelle für eine erneuerbare Zukunft zu nutzen.“
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