- 24.04.2017, 17:05:31
- /
- OTS0169
Steigende Bedeutung von Auszahlungen der Lebensversicherung für Privathaushalte
Private Lebensversicherungen ermöglichen Privatpersonen eine individuelle Gestaltung der Altersvorsorge und bieten gleichzeitig Schutz gegen das Sterblichkeits‑, das Hinterbliebenen‑, das Invaliditäts‑, das Langzeitpflegebedarfs- und das Langlebigkeitsrisiko. Die Auszahlung der Versicherungsleistung erfolgt entweder nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit oder nach dem Eintritt eines versicherten Risikos. In der Regel ersetzt die Versicherungsleistung damit den Entfall des Aktiveinkommens der Versicherten zu einem besonders kritischen Zeitpunkt. Durchschnittlich betragen die Leistungen der Lebensversicherung 4,4% des verfügbaren Einkommens der Privathaushalte (2015). Berücksichtigt man darüber hinaus die Leistungen der Personenversicherung steigt dieser Anteil auf 5,4%.
Lebensversicherungen bieten für versicherte Personen als einziges Finanzprodukt gleichzeitig die Möglichkeit zur individuell gestalteten Altersvorsorge und den Schutz gegen biometrische und Kapitalertragsrisiken. Sie lindern die negativen Folgen biometrischer Risiken auf das Erwerbseinkommen der Versicherten. Dazu zählen die Absicherung gegen das Langlebigkeits‑, das Sterblichkeits- bzw. Hinterbliebenenrisiko und gegen das Invaliditäts- bzw. das Langzeitpflegebedarfsrisiko. Diese Risiken werden in Österreich auch im öffentlichen Sozialschutz umfangreich abgesichert, sodass die Produkte der privaten Lebensversicherung ständig in einer Interaktionsbeziehung zu Teilen des öffentlichen Sozialsystems stehen und Änderungen der Sozialgesetzgebung auch Nebenwirkungen auf die Lebensversicherung haben. In den letzten Jahrzehnten fanden einige schwerwiegende Eingriffe ins Leistungsrecht der relevanten öffentlichen Sozialschutzsysteme statt, die tendenziell die Aussichten für den Absatz von Lebensversicherungen verbesserten. Gleichzeitig wurde mit der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge ein Altersvorsorgeprodukt mit vergleichsweise hoher Förderkomponente geschaffen. Im Jahr 2015 nutzten 46% der 3,8 Mio. österreichischen Privathaushalte eine Lebensversicherung.
Schon jetzt ergänzen Versicherungsleistungen den Entfall des Erwerbseinkommens oder die finanzielle Zusatzbelastung durch biometrische Risiken. In dieser Situation erzielen Leistungen aus dem öffentlichen Sozialschutzsystem und Zusatzleistungen der Lebensversicherung einen überdurchschnittlich hohen Nutzen für die betroffenen Haushalte, weil die Fähigkeit zur Einkommenserzielung im Erwerbsleben dauerhaft beeinträchtigt sein kann. Die dabei entstehenden Geldflüsse der Privatversicherungswirtschaft sind beträchtlich. Übersicht 1 zeigt die Entwicklung der nominellen verfügbaren Einkommen der Privathaushalte zwischen 2003 und 2015. Diese Größe ist nicht um die Inflation bereinigt und nahm in diesem Zeitraum jährlich um durchschnittlich 2,8% zu. In den beiden mittleren Spalten dieser Übersicht sind die Leistungen in der Personen- und in der Lebensversicherung dargestellt. Die Personenversicherung umfasst neben der Lebens- auch die Kranken- und die Unfallversicherung. Der Anteil der Leistungen aus Lebensversicherungen am disponiblen Einkommen der Privathaushalte betrug zuletzt 4,4% (2015) und befand sich im Vergleich mit den Vorjahren auf einem hohen Niveau. Wenn man zu den Leistungen der Lebensversicherung die, den Privathaushalten zurechenbaren, Aufwendungen für Schadensfälle in der privaten Kranken- und Unfallversicherung zählt, steigt das Verhältnis zum verfügbaren Einkommen auf 5,4%. Im Durchschnitt der letzten Jahre machten die Leistungen der Personenversicherung rund 4% des verfügbaren Einkommens aus, dazu trug die Lebensversicherung mehr als drei Viertel bei. Eine reine Nettobetrachtung würde auch die Prämienzahlungen der Privathaushalte berücksichtigen. Sie greift aber zu kurz, weil innerhalb der Versichertengemeinschaft Mittel zu den betroffenen Haushalten umverteilt werden.
Übersicht 1: Private Haushalte, verfügbares Einkommen und Leistungen der Privatversicherungen - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/59766
Rückfragen & Kontakt
Rückfragen bitte am Dienstag, dem 25. April 2017, zwischen 10 und 12 Uhr an Dr. Thomas Url, Tel. (1) 798 26 01/279, [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO






