• 19.04.2017, 20:11:24
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  • OTS0187

Neues Volksblatt: "Chancen" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 20. April 2017

Utl.: Ausgabe vom 20. April 2017 =

Linz (OTS) - Johanna Mikl-Leitner konnte sich gestern über viele
Glückwunsch-Aussendungen freuen, im Wesentlichen wurde der neuen
Landeshauptfrau von Niederösterreich auch attestiert, das Zeug dafür
zu haben, das Land unter der Enns auf dem erfolgreichen Weg Erwin
Prölls weiterzuführen.
Und doch war eines auffallend: Jene, die sonst in regelmäßigen
Abständen über den zu geringen Frauenanteil in (politischen)
Spitzenfunktionen klagen, hielten sich mit Gratulationen zurück.
Nichts war zu lesen von frauensolidarischer Freude, dass es eine
Geschlechtsgenossin geschafft hat, die landespolitisch höchste
Funktion in Niederösterreich zu übernehmen. Möglicherweise ist es den
links-grünen Vertreterinnen der frauenemanzipatorischen Abteilung
nicht ganz geheuer, dass ausgerechnet eine „Schwarze“ es an die
Spitze schafft — noch dazu eine, die auch noch dem klassischen
bürgerlichen Familienideal mit Ehemann und Kindern entspricht.
Jedenfalls: Für offizielle Glückwünsche hat es nicht gereicht.
Freilich: An der Aufgabe, die vor der neuen Landeshauptfrau liegt,
ändert das nichts. Sie muss das Land, wiewohl gut aufgestellt, in
eine herausfordernde Zukunft führen und sich zudem bereits in einem
Jahr dem Votum der Wähler stellen. Sie wolle aber „die Chancen
unserer Zeit nutzen, die im Generationswechsel liegen“, ließ sie
solcherart keinen Zweifel offen, dass sie nicht bloß ein Erbe
verwalten will.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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