• 19.04.2017, 10:14:19
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  • OTS0043

Der Arbeitsklima Index zeigt: Immer weniger Arbeitnehmer können von ihrem Einkommen leben

Linz (OTS) - Rund 422.000 Beschäftigte in Österreich verdienen
weniger als 1.700 Euro brutto im Monat.
Drei Viertel der Bezieher/-innen von Niedrigeinkommen sagen, dass sie
nur knapp oder gar nicht mit dem Geld auskommen. Acht von zehn nehmen
an, dass ihre spätere Pension knapp oder gar nicht ausreichen wird.
Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima
Index der AK Oberösterreich. Diese beschäftigt sich auch mit der
Situation von Kraftfahrern/-innen und liefert eine Analyse der
Arbeitszufriedenheit im Bundesländervergleich.

In den vergangenen drei Jahren verdienten konstant zwischen 13 und 15
Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger als 1.300 Euro netto pro
Monat. Das betrifft vor allem Frauen, Junge und Personen mit maximal
Pflichtschulabschluss, insbesondere in der Textilbranche und im
Einzelhandel. Zwei Drittel der Beschäftigten, die weniger als 1.300
Euro netto pro Monat verdienen, kommen nur knapp mit dem Einkommen
aus, für elf Prozent reicht es gar nicht aus. Acht von zehn glauben,
später nicht oder nur knapp von der Pension leben zu können.
Dementsprechend liegt die Arbeitszufriedenheit von
Niedriglohnempfängern/-innen nur bei 101 Punkten – um sechs Punkte
unter dem Durchschnitt.

„Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die wahren
Leistungsträger in unserer Gesellschaft. Das muss endlich honoriert
werden“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und bekräftigt damit
die AK-Forderung nach einer raschen und flächendeckenden Anhebung des
kollektivvertraglichen Mindestlohns auf 1.700 Euro brutto pro Monat.

Näher betrachtet wurde diesmal auch die Situation der Kraftfahrer.
Ihre Arbeitszufriedenheit liegt um zehn Indexpunkte unter dem
Durchschnitt aller Berufsgruppen. Nur Bauarbeiter/-innen,
Textilarbeiter/-innen und Reinigungskräfte sind noch unzufriedener.
Während in allen anderen Berufen durchschnittlich 38,5 Stunden pro
Woche gearbeitet wird, kommen Kraftfahrer im Schnitt auf 46 Stunden.
Mehr als ein Drittel macht häufig Überstunden.
Die psychische und physische Belastung von Kraftfahrern ist deutlich
höher als in anderen Berufen. Kein Wunder, dass sechs von zehn
glauben, nicht bis zur Pension durchzuhalten. Am meisten belastet
sind die Kraftfahrer durch hohe Verantwortung, andauernde
Konzentration und Zeitdruck. Dazu kommen Einsamkeit und soziale
Isolation, Unfall- und Verletzungsgefahr, Witterung oder Lärm. Vom
Sitzen und Lenken sind bei fast 70 Prozent die Muskeln im Nacken- und
Schulterbereich verspannt. 60 Prozent klagen über Rücken-schmerzen.

Zufriedenheit im Bundesländervergleich
Ein Blick auf die Arbeitszufriedenheit in den einzelnen Bundesländern
zeigt, dass die Beschäftigten in den südlichen Bundesländern Kärnten
(113 Indexpunkte) und Steiermark (111) am zufriedensten und jene in
Salzburg (101) und Wien (102) am unzufriedensten sind. Die
Steirer/-innen schätzen ihre eigene gesellschaftliche Position und
die wirtschaftliche Zukunft optimistisch ein, die Kärntner/-innen
sehen die Arbeitsbedingungen und die persönliche Zukunft positiv.

Während die Beschäftigten in der Steiermark und in Kärnten mit der
Arbeitszeit, dem Einkommen und der konkreten Art und dem Inhalt ihrer
Tätigkeit am zufriedensten sind, fällt hier Salzburg gegenüber allen
anderen Bundesländern ab. Auffällig sind auch die Unterschiede im
Stressempfinden: Während in Kärnten und der Steiermark nur 17 bzw. 21
Prozent der Beschäftigten unter psychischem Stress leiden, sind es in
Wien 36 Prozent. In der Bundeshauptstadt ist auch der Anteil jener
Personen am höchsten, die unter physischem Stress leiden.

Weitere Infos zum Österreichischen Arbeitsklima Index, der von SORA
und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie
unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima

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