- 07.04.2017, 16:58:58
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Schokohasen sind auch 2017 besser als der Check – NGOs bewerten falsch
Koßdorff: Eigene Programme der großen Hersteller werden einfach negiert
Utl.: Koßdorff: Eigene Programme der großen Hersteller werden
einfach negiert =
Wien (OTS) - „Auch heuer bewerten Südwind und Global 2000 Schokohasen
wieder falsch. Wir bedauern sehr, dass der von NGOs präsentierte
Schokoladen- und Osterhasen-Check 2017 nicht alle Informationen
enthält, die für Konsumenten zur Kaufentscheidung wichtig sind. Es
wird sogar dezidiert darauf hingewiesen, dass alle Programme und
Maßnahmen großer Schokolade-Hersteller keine Berücksichtigung
gefunden haben. Das ist leider tendenziös und würde ein ganz anderes
Bild ergeben“, kritisiert Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin
des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, die kürzlich erfolgte
Präsentation von Untersuchungsergebnissen.
Seit vielen Jahren unternehmen die Hersteller von Schokolade und
kakaohaltigen Produkten vielfältige Anstrengungen, um die Bedingungen
der Kakaoherstellung nachhaltig zu verbessern. In vielen Fällen
handelt es sich um Kooperationen mit nationalen Regierungen in Form
von Public-Private-Partnerships oder internationalen Organisationen,
die sich für faire Produktionsbedingungen einsetzen. Dabei wurden in
den letzten 10 Jahren Beträge in der Größenordnung von 100 Mio.
Dollar investiert.
Das Programm „Cocoa Life“ von Mondelēz International (Milka) etwa hat
seit dem Launch 2012 bis Ende 2015 die teilnehmenden 77.000
Kakaobauern in 800 Gemeinschaften durch gezielte Schulungen dabei
unterstützt, ertragreicher zu wirtschaften und damit zu höheren
Einkommen verholfen. Bis 2022 werden insgesamt mindestens 400
Millionen US-Dollar in das Programm investiert, 220.000 Farmer in
sechs Ländern erreicht und deren Lebensbedingungen nachhaltig
verbessert werden. Und auch das Lindt & Sprüngli „Farming Program“
umfasst bereits über 57.000 Bauern in Ghana, Ecuador und Madagaskar.
Ziel dieses eigenen nachhaltigen Beschaffungsmodells ist es, für die
Bauern und ihre Dorfgemeinschaften Verbesserungen in
wirtschaftlicher, landwirtschaftlicher, sozialer und ökologischer
Hinsicht zu erzielen. Das Programm beruht auf vier Elementen:
Rückverfolgbarkeit und Organisation der Bauern; Vermittlung von
Fachwissen und Kompetenzen; Unterstützung und Entwicklungsförderung;
Externe Verifizierung.
Warum alle diese erfolgreichen Aktivitäten von Südwind und Global
2000 bei der Präsentation der Studie unter den Tisch gekehrt werden,
ist daher nicht nachvollziehbar. Der simple Hinweis auf ein „eigenes
Nachhaltigkeitsprogramm“ der Hersteller bei den bewerteten Produkten
hätte für die Konsumenten die Möglichkeit geschaffen, sich selbst ein
Bild zu machen. Dazu Koßdorff: „Leider wurde von Südwind und Global
2000 auf ausgewogene und seriöse Information im Interesse der
Konsumentinnen und Konsumenten scheinbar wieder vergessen.
Das gilt auch für die veröffentlichten Werte von Pestizidspuren.
Klargestellt wird immerhin, dass alle Schokohasen gesundheitlich
völlig unbedenklich sind.
Auch der Begriff „Gütesiegel“ wird beim Check schon wieder
irreführend verwendet. Es handelt sich dabei um Zertifizierungen,
also Programme von meist privaten Organisationen, deren Einhaltung
von unabhängigen Dritten (sogenannten „Zertifizierungsstellen“)
überprüft werden. Dabei kann aber keinerlei Aussage über die Qualität
der zertifizierten Produkte gemacht werden. Es wird lediglich
bestätigt, dass sich die Unternehmen an die vorgegebenen Regeln des
Inhabers eines Standards oder „Labels“ gehalten haben. Diese
Unterscheidung ist wichtig, wurde aber leider von den NGOs immer noch
nicht berücksichtigt.
Nachhaltigkeit in der Kakaoproduktion – ein Überblick
Kakaobauern haben mit vielen unterschiedlichen Herausforderungen zu
kämpfen: Zum Beispiel sind die Regionen, in denen Kakao angebaut
wird, besonders vom weltweiten Klimawandel betroffen. Zudem sind
viele Kakaobäume auf den Farmen überaltert und es fehlt den
Kakaobauern häufig landwirtschaftliches Wissen, um ihren Ernteertrag
zu verbessern. Dadurch ist der Beruf des Kakaobauers für viele
Jugendliche unattraktiv – es fehlt in den Dorfgemeinschaften an
Perspektiven.
Repräsentanten der globalen Schokoladen- und Kakaoindustrie legten
mit der Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls 2001 den
Grundstein für die Gründung der INTERNATIONAL COCOA INITIATIVE (ICI).
ICI ist eine Stiftung, die von Partnern aus Kakaoindustrie und
Bürgerorganisationen ins Leben gerufen wurde. Die umfassende
Strategie der ICI beinhaltet gemeindebasierte Lösungen, die den
Familien eine positive nachhaltige Veränderung ermöglicht und
sicherstellt, dass ihre Kinder zur Schule gehen können.
Die WORLD COCOA FOUNDATION (WCF) ist eine Partnerschaft zwischen
Kakao verarbeitender Industrie, Regierungsstellen, internationalen
Vereinigungen, Handelsorganisationen und
Nichtregierungs-Organisationen. Das wirtschaftliche Ziel dieser
Zusammenarbeit besteht darin, eine stabile und sichere Versorgung mit
Kakao sicherzustellen. Das geschieht einerseits durch Maßnahmen zur
umweltverträglichen Erhöhung der Erträge und zur Reduktion von
Ernteverlusten, andererseits durch die Sicherstellung einer
lebenswerten Einkommenssituation der Kakaobauern in Afrika,
Lateinamerika und Asien.
Bei der ersten World Cocoa Conference in Abidjan/Elfenbeinküste im
November 2012 haben die Regierungen Kakao produzierender Länder,
Kakao- und Schokoladeunternehmen und andere internationale und
europäische Organisationen die „Abidjan-Declaration“ unterzeichnet.
Damit verpflichtet sich die Industrie zur Zusammenarbeit mit den
Partnern der Lieferkette, um die Produktion von nachhaltigem Kakao zu
fördern.
Weiters engagieren sich Unternehmen der Süßwarenindustrie im Rahmen
firmeninterner Programme für eine nachhaltige Lieferkette und
unterstützen Projekte wie Forum Nachhaltiger Kakao (Deutschland) oder
Rainforest Alliance.
Umfassende Informationen über Hersteller-Programme sind frei
verfügbar:
http://www.cocoalife.org
http://www.ots.at/redirect/lindtspruengli
http://www.cocoainitiative.org
http://www.worldcocoafoundation.org
http://www.kakaoforum.de
Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich
Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs.
Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung
mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200
Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr
2016 ein Produktionsvolumen von 8,1 Mrd. €. Über 60 % davon werden in
180 Länder rund um den Globus exportiert. Der Fachverband unterstützt
seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale
Vernetzung.
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