• 07.04.2017, 10:47:29
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  • OTS0067

Österreichische Ärztekammer: Brustkrebs-Screening verfehlt Ziel

Zuweisung von Gynäkologen oder Hausärzten zwingend notwendig

Utl.: Zuweisung von Gynäkologen oder Hausärzten zwingend notwendig =

Wien (OTS) - Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (BKFP) habe sein
Ziel verfehlt, wie die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) heute in
einer Presseaussendung festhielt. Mit einer Teilnahmerate von knapp
38 Prozent sei man weit von den angestrebten 70 Prozent entfernt.

Der nun vorliegende Evaluierungsbericht lasse aus Sicht der ÖÄK nur
zwei Konsequenzen zu: „Entweder wir adaptieren das jetzige Programm
dramatisch oder wir kehren wieder zu dem Programm zurück, das sich
langfristig bewährt hat“, so der Obmann der Bundesfachgruppe
Gynäkologie und Frauenheilkunde der ÖÄK, Thomas Fiedler.

Grund für das schlechte Ergebnis sei ein Systemwechsel: Bis 2014
hätten die Gynäkologen und Hausärzte durch Aufklärung und Beratung
ihre Patientinnen zur Mammografie motiviert. Danach sei man auf ein
anonymes Brief-Einladungssystem umgestiegen. „Dafür bekommen wir
jetzt die Rechnung präsentiert“, sagte Fiedler.

Auch der ÖÄK-Vertreter im Steuerungsgremium des BKFP-Programms, Franz
Frühwald, halte es für „zwingend notwendig“, dass Frauen wieder eine
Zuweisung von ihren Gynäkologen oder Hausärzten erhielten. Denn sie
seien als Vertrauensärzte für ihre Patientinnen die wichtigste
Informationsquelle in punkto Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, wie
mehr als zwei Drittel der im Rahmen der Evaluierung befragten Frauen
angegeben hatten.

Frühwald bemängle auch die unzureichende Datenlage: „Wir Radiologen
erhalten keinerlei Informationen und Rückmeldungen über die
durchgeführten Biopsien und Operationen. Dabei war gerade die
Information der Radiologen über die Ergebnisse ihrer Befunde als ganz
wesentliches, qualitätsverbesserndes Feedback geplant.“

Die österreichischen Radiologen hätten ausnahmslos alle an sie
gestellten Anforderungen des Programms vom ersten Tag an erfüllt.
Dennoch würden außer aus den Krankenhäusern in Tirol und Vorarlberg
noch immer kaum systematisch Biopsie- und Operationsergebnisse
eingemeldet.

Frühwald: Um sinnvolle Evaluierungen durchführen zu können, müsse das
Programm auch medizinisch auswertbar gemacht werden. (am/ar)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE

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