• 05.04.2017, 10:10:47
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Kulturförderung – Hakel: Schulterschluss mit KünstlerInnen gegen Prekarisierung und Ökonomisierungsdruck

1. Hilde Hawlicek-Symposium zu „Kunst- und Kulturförderung als demokratiepolitische Pflicht“

Wien (OTS/SK) - 

In einer Zeit von Sparzwang, Rationalisierung und Polarisierung steht auch die Kulturförderung verstärkt unter Rechtfertigungsdruck. Wie eine fortschrittliche Kulturpolitik darauf reagieren kann und muss, war Thema des Hilde Hawlicek-Symposiums, veranstaltet von SPÖ-Parlamentsklub und der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik Dienstagabend im Parlament. SPÖ-Kunst- und Kultursprecherin Elisabeth Hakel sieht die Notwendigkeit für einen „Schulterschluss“ der Politik mit den KünstlerInnen, um die Freiheit der kritischen Kunst und ihre Förderung durch die öffentliche Hand abzusichern. Gleichzeitig müssten sich Kunst und Kultur auch neuen Herausforderungen – Stichwort Digitalisierung – stellen, betonte Hakel in ihrem Referat. ****

Einleitend würdigte Hakel die Leistungen der anwesenden ehemaligen Kunst- und Unterrichtsministerin und ehemaligen Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik Hilde Hawlicek. Zu ihren Ehren und anlässlich ihres 75. Geburtstages wurde das Symposium heuer ins Leben gerufen und soll sich künftig jährlich mit kulturpolitischen Fragen auseinandersetzen. TeilnehmerInnen der gestrigen Veranstaltung waren außerdem der stv. SPÖ-Klubvorsitzende Josef Cap, Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha, Susanne Moser, geschäftsführende Direktorin der Komischen Oper Berlin, Kurt Flecker, Präsident der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik, „Falter“-Herausgeber Armin Thurner, die Künstlerin Lena Wicke-Aengenheyster alias MONSTERFRAU und der Kulturmanager Jürgen Weishäupl.

Hakel verwies auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche, von denen auch der Kulturbereich betroffen ist, und nannte das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte mit ihren antiliberalen, antidemokratischen Zügen und ein Klima der Polarisierung, das die Förderung kritischer Kunst unter Druck bringe. Schon länger beobachtbar ist außerdem die zunehmende Ökonomisierung im Kunstbereich, die etwa die Umwegrentabilität für den Tourismus in den Vordergrund rückt. Dies führe auch zur „Uniformierung und Einschränkung der künstlerischen Vielfalt und zur Prekarisierung des Lebens von KünstlerInnen“, konstatiert die Kulturpolitikerin. Als weiteren wichtigen Entwicklungsstrang macht Hakel die Digitalisierung aus, die ebenfalls zu Umbrüchen im künstlerischen Schaffen und bei Wertschöpfungsketten führt; als Beispiele nannte sie die Musikwirtschaft und Herausforderungen für das Urheberrecht.

Die Kulturpolitik müsse auf diese Entwicklungen reagieren. „Wir müssen uns einmischen“, fordert Hakel auf, Stellung zu beziehen. Dazu brauche es einen zeitgemäßen Kulturbegriff, der auch das gängige Verständnis von Kunst und Kultur hinterfragt – und es brauche einen Schulterschluss für die Freiheit der Kunst, der verhindert, dass durch die Ökonomisierung und Prekarisierung künstlerische Freiräume verloren gehen.

Die Maxime „Kultur für alle“ muss außerdem an aktuelle Entwicklungen angepasst werden; so sollten Kunst und Kultur auch neue Aufgaben übernehmen – etwa im Bereich Integration. Und auch auf die Herausforderungen der Digitalisierung gilt es zu reagieren und diese positiv zu nutzen: „Wir brauchen zeitgemäße Rahmenbedingungen, die neue Ausdrucksformen ermöglichen und fördern, müssen aber auch gleichzeitig eine faire Vergütung der Leistung von Kreativen sicherstellen“, so Hakel. (Schluss) sc/ah/mp

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