- 04.04.2017, 13:51:54
- /
- OTS0144
Schatz: Verknüpfung von höherem Mindestlohn mit 12-Stunden-Tag bedeutet Kürzung der Stundenlöhne
Grüne: Forderung der Wirtschaftskammer würde Niedrigstlöhne einzementieren
Utl.: Grüne: Forderung der Wirtschaftskammer würde Niedrigstlöhne
einzementieren =
Wien (OTS) - "Es ist unglaublich dreist, dass die Wirtschaftskammer
Österreich tatsächlich fordert, Niedrigstlöhne, von denen man nicht
leben kann, einzuzementieren. Denn der Ruf nach mehr
"Flexibilisierung" heißt nichts anderes als den 12-Stunden-Arbeitstag
ohne Überstundenzuschläge einzuführen. Das wird nicht einmal mehr
geleugnet", kritisiert die Grüne ArbeitnehmerInnen-Sprecherin Birgit
Schatz die jüngste WKÖ-Forderung nach der Verknüpfung eines höheren
Mindestlohnes mit der sogenannten "Arbeitszeitflexibiliserung".
Wenn - wie bei den FriseurInnen - dann erst im Jahr 2020 endlich
1500,- Euro brutto Mindestlohn kommt, hat dieses Einkommen
inflationsbedingt schon längst wieder an Wert verloren.
"Darüberhinaus sollen nun nach Wunsch der Arbeitgeber auch noch die
Überstundenzuschläge in Kombination mit 12-Stunden-Tagen fallen. Das
bedeutet die Stundenlöhne sinken. Am Ende steigen die
MitarbeiterInnen dann schlechter aus, als sie jetzt bezahlt werden.
So was zu fordern, ist unverschämt", befindet Schatz.
"Die Forderung nach Kombilöhnen, um schlecht zahlende Unternehmen zu
stützen, ist ja wohl auch ein später April-Scherz. Letzten Endes
widerspricht diese Forderung der eigenen WKÖ-These ,niedrige Löhne
und Fachkräftemangel hätten nichts miteinander zu tun'. Also was
jetzt? Vielleicht sollte die WKÖ die Logik ihres Forderungswirrwarrs
mal durchforsten", schlägt die Grüne vor. Jedenfalls werde jetzt eine
Verwirrtaktik angewandt, um zu verschleiern, dass die WKÖ verlangt,
Unternehmer sollen weniger Lohn bezahlen und dafür auch noch
öffentliche Gelder erwarten.
Schatz: "Es wird zunehmend deutlich, dass es ein Fehler war, den
Sozialpartnern die Mindestlohnverhandlungen zu übertragen. Wenn
Bundeskanzler Kern einen ordentlichen existenzsichernden Mindestlohn
- und zwar jetzt - haben will, dann soll er einen entsprechenden
Gesetzesentwurf vorlegen. Aber soweit geht sein Engagement für vor
allem schlechtestbezahlte Frauen dann offenbar doch nicht.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB






