Neues Volksblatt: "Schwarzer Trumpf" von Markus EBERT

Ausgabe vom 31. März 2017

Linz (OTS) - Peter Pilz hatte mehr Glück als die Jungen Grünen. Er widersprach zwar in der Vergangenheit auch immer wieder der Parteilinie — zuletzt etwa in der Frage der Doppelstaatsbürgerschaft —, aber auf einen Hinauswurf des alten Haudegens wollte es die Parteispitze nicht ankommen lassen. Immerhin ist Pilz um einiges schlagzeilenträchtiger als das übrige grüne Spitzenpersonal. Trotzdem musste offenbar ein Exempel in Sachen Durchsetzungsvermögen statuiert werden, und das geht jetzt auf Kosten der Jungen Grünen. Dass ausgerechnet die Lordsiegelbewahrer der Basisdemokratie mit mehr gewünschter Demokratie bei den Hochschülerschaftswahlen nicht klar kommen, ist schon ein Treppenwitz der grünen Parteigeschichte. Im Hinblick auf Wahlen machen sich innerparteiliche Turbulenzen jedenfalls nicht gut — wovon aktuell auch die Neos, noch viel mehr aber die Roten ein Lied singen können. Dass Michael Häupl seinen Rückzug verweigert, weil er Kanzler Christian Kern im Wahlkampf unterstützen will, gleicht angesichts des zerrissenen Zustandes der Wiener SPÖ einem Danaergeschenk. Und dass bei den Blauen zwischen Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache wirklich alles im Lot ist, glaubt man außerhalb der FPÖ nicht wirklich. Angesichts solcher Szenarien kann man sich bei der ÖVP zwar nicht beruhigt zurücklehnen, aber eines mitnehmen: Demonstrative Geschlossenheit wäre jetzt ein großer Trumpf.

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