- 30.03.2017, 11:22:43
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OeNB erwirtschaftet in schwierigem Umfeld gutes geschäftliches Ergebnis
Gewinnabfuhr und Steuern bringen dem Bund 230 Mio EUR
Utl.: Gewinnabfuhr und Steuern bringen dem Bund 230 Mio EUR =
Wien (OTS) - „Die OeNB konnte im Jahr 2016 trotz schwieriger
Wirtschafts- und Marktbedingungen mit 268 Mio EUR wieder ein gutes
geschäftliches Ergebnis erreichen“, hob Präsident Claus J. Raidl bei
der Pressekonferenz zur Generalversammlung, zum Geschäftsbericht und
zum Jahresabschluss 2016 der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB)
hervor. Das Ergebnis bleibt freilich deutlich hinter jenem des Jahres
2015 von 753 Mio EUR zurück, in dem einmalige Sondererträge von über
500 Mio EUR enthalten waren.
Der Bund erhält vom geschäftlichen Ergebnis im Jahr 2016 insgesamt
230 Mio EUR, wovon 67 Mio EUR auf die Körperschaftsteuer und 163 Mio
EUR auf den 90-prozentigen Gewinnanteil entfallen. „Seit 2007 hat der
Bund somit 2,9 Mrd EUR, davon 2,1 Mrd EUR an Gewinnanteil und 0,8 Mrd
EUR an Körperschaftsteuer von der OeNB erhalten“, führt Präsident
Raidl weiter aus.
„Beim Nettozinsergebnis konnte trotz Bilanzsummenausweitung durch das
Ankaufprogramm PSPP (Public Sector Purchase Programme) aufgrund des
anhaltenden Niedrigzinsumfelds nur ein geringer Anstieg auf 650 Mio
EUR erreicht werden“, ergänzte Gouverneur Nowotny. Auch für die
Folgejahre ist damit zu rechnen, dass das Niedrigzinsumfeld das
Nettozinsergebnis weiterhin bestimmen wird.
Die OeNB hat der Risikorückstellung im Jahr 2016 aufgrund gestiegener
Zinsänderungsrisiken 150 Mio EUR zugeführt. Diese
Zinsänderungsrisiken sind in erster Linie auf die laufenden
geldpolitischen Ankaufprogramme und die längerfristigen
Refinanzierungsprogramme im Eurosystem zurückzuführen. Während diese
Programme in den nächsten Jahren nur geringe Zinserträge mit sich
bringen, könnten die Zinsaufwendungen für die Einlagen der
Kreditinstitute steigen und somit das künftige Zinsergebnis der OeNB
belasten. Die Risikorückstellung beläuft sich damit zu Jahresende
2016 auf insgesamt 3,7 Mrd EUR.
Die Nettowährungsposition der OeNB erhöhte sich um 5,7 Mrd EUR auf 20
Mrd EUR. Dabei wirkten sich infolge der Goldbewertung buchmäßige
Kursgewinne, die gewinnneutral verrechnet wurden, mit 1,1 Mrd EUR
aus. Von der Nettowährungsposition entfallen 9,9 Mrd EUR auf
Goldbestände.
Der Bilanzgewinn 2016 beläuft sich auf 18 Mio EUR. Laut heutigem
Beschluss der Generalversammlung werden 1,2 Mio EUR für die
Ausschüttung der 10-prozentigen Höchstdividende auf das Grundkapital
von 12 Mio EUR an den Bund als Alleineigentümer der OeNB verwendet.
Des Weiteren werden dem Jubiläumsfonds Förderungsmittel von 10 Mio
EUR zugewiesen. Die verbleibenden 6,9 Mio EUR werden der
Gewinnglättungsrücklage zugeführt.
Der Personalaufwand nahm gegenüber 2015 um insgesamt 15 Mio EUR auf
157 Mio EUR zu, was vor allem auf exogene Einflussfaktoren
(niedrigerer Rechnungszins für die Berechnung der
Personalrückstellungen, Anrechnung von Vordienstzeiten gemäß einem
EuGH-Urteil) zurückzuführen ist. Die Aufwendungen für Altersvorsorgen
haben um 20 Mio EUR auf 142 Mio EUR zugenommen. Auch dieser Anstieg
resultiert im Wesentlichen aus den erforderlichen Zuführungen zu
Rückstellungen aufgrund der genannten exogenen Einflussfaktoren.
Die Sachaufwendungen blieben mit 84 Mio EUR auf einem seit Jahren
weitgehend unveränderten Niveau.
Herausforderndes Umfeld für Geld- und Finanzmarktpolitik
Das Jahr 2016 stellte die OeNB bei der Erfüllung ihrer Kernaufgaben
wieder vor neue Herausforderungen: In einem Umfeld verhaltenen
Wirtschaftswachstums und sehr niedriger Inflation setzte die
Geldpolitik des Eurosystems ihren expansiven Kurs durch ein
umfangreiches Ankaufprogramm von Wertpapieren fort.
Durch eine effiziente Aufsicht im Rahmen des Einheitlichen
Aufsichtsmechanismus und das Zusammenwirken von EZB, FMA und OeNB
konnte die Finanzmarktstabilität in Österreich gestärkt werden und
der notwendige Anpassungsprozess bei Österreichs Banken an Schwung
gewinnen.
Anfang April 2017 wird im Euroraum die neue 50-Euro-Banknote
ausgegeben. Damit wird Österreichs Bevölkerung und Wirtschaft bereits
den vierten Geldschein der neuen Europa-Serie mit weiter verbesserten
Sicherheitsmerkmalen verwenden. Jüngste Umfragen belegen, dass der
Anteil von Bargeld an allen Zahlungstransaktionen in Österreich
weiterhin sehr hoch ist.
Die Umsetzung des 2015 beschlossenen neuen
OeNB-Goldlagerstellen-Konzepts geht planmäßig voran. Bis Ende 2016
konnten bereits rund 30 Tonnen Gold nach Wien rückgeführt werden.
Spätestens im Jahr 2020 werden rund 140 Tonnen Gold in Österreich
lagern.
Im Jahr 2016 beging die OeNB auch ihr 200-Jahr-Jubiläum. Verschiedene
Produkte wie eine 2- Euro-Sondermünze, eine spezielle Briefmarke,
zwei Jubiläumsbücher, ein ORF-Dokumentationsfilm sowie eine
Sonderausstellung in den Räumlichkeiten des Geldmuseums der OeNB
verleihen diesem Jubiläum auch einen bleibenden Eindruck.
Am Ende der Pressekonferenz dankten Präsident Raidl und Gouverneur
Nowotny im Namen des Generalrates und des Direktoriums allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre besonderen Leistungen im
Geschäftsjahr 2016 im Dienste der Preis- und Finanzmarktstabilität in
Österreich und im Euroraum.
Details zum Jahresabschluss 2016 sowie zu den Aktivitäten in den
Geschäftsfeldern der OeNB sind im Geschäftsbericht 2016 (siehe
www.oenb.at) verfügbar. Dieser beinhaltet als Nachhaltigkeitsbericht
auch Eckdaten zur Wissensbilanz und zur Umweltbilanz 2016.
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