Neues Volksblatt: "Polit-Theater" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 15. März 2017

Linz (OTS) - Gleich vorweg: Selbstverständlich ist es gut, wenn alle Vorgänge rund um den Kauf der Eurofighter genau durchleuchtet und — wenn es zu Verfehlungen kam — auch Konsequenzen gezogen werden. Selbstverständlich wäre es toll, wenn widerrechtlich verwendetes Steuergeld wieder zurückgezahlt werden muss. Denn bei einem kolportierten Schaden von über einer Milliarde Euro kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Und selbstverständlich wäre es für die Zukunft wichtig, dass gerade Rüstungsgeschäfte sauber abgewickelt werden.
Aber eines sollte auch klar sein: Diese Untersuchung sollte ein Schlussstrich sein. Nicht, dass im Jahre 2027 der dann 73-jährige Peter Pilz zur dritten Aufführung des Stückes „Eurofighter-U-Ausschuss“ aufruft. Denn nach dem gestrigen Prolog ist zu befürchten, dass der Ausschuss zu einem Polittheater verkommen könnte: Und eine männliche Hauptrolle will der grüne Sherlock Holmes auch diesmal spielen. Und die tragische Hauptrolle war ebenfalls schon gestern im Parlament zu sehen. Auf der Tribüne saß nämlich Norbert Darabos, der 2007 den Kaufvertrag neu verhandelt hatte — wahrscheinlich eine der aufklärungswürdigsten Begebenheiten in dieser Causa. 425.000 Euro hat der Ausschuss 2007 offiziell gekostet. 2017 hoffen die Parlamentarier aber darauf, Geld zurückzubekommen. Und vielleicht gibt es bei „Eurofighter Ausschuss Teil II“ ein Happy End.

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