• 08.03.2017, 13:55:36
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  • OTS0201

AUGE/UG, Paiha: „Keine Arbeitszeitflexibilisierung auf dem Rücken der Frauen!“

Arbeitszeit FAIR-kürzen – bezahlten UND unbezahlte Arbeit zwischen Männern und Frauen gerechter FAIR-teilen.

Utl.: Arbeitszeit FAIR-kürzen – bezahlten UND unbezahlte Arbeit
zwischen Männern und Frauen gerechter FAIR-teilen. =

Wien (OTS) - Anlässlich des internationalen Frauentags warnt
Klaudia Paiha einmal mehr vor einer weiteren Ausweitung täglicher und
wöchentlicher Arbeitszeiten unter dem Titel der
‚Arbeitszeitflexibilisierung‘: „Eigentlich müssten es ja inzwischen
selbst die Konservativsten unter den Konservativen in den Reihen von
ÖVP, Industriellenvereinigung und WKÖ verstanden haben. Wer tägliche
und wöchentliche Arbeitszeiten ausdehnt und die tägliche
Arbeitszeiten auf 12-Stunden ausweiten will, betreibt eine
‚Arbeitszeitflexibilisierung‘ auf dem Rücken der Frauen und
verfestigt traditionelle Rollenbilder und insbesondere auch eine
traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, die auf
Kosten von Chancen, Einkommen, sozialer Absicherung und finanzieller
Eigenständigkeit der Frauen geht.“

Zwt.: Flexibilisierungsdebatte unter vollkommen falschen Vorzeichen

Für die AUGE/UG-Alternative, Grüne und Unabhängige
GewerkschafterInnen steht die aktuelle Arbeitszeitdebatte unter
vollkommen falschen Vorzeichen. „Statt Arbeitszeiten auf die
Bedürfnisse der Beschäftigten – insbesondere auch der weiblichen –
abzustellen, meint die Wirtschaftsseite ein ‚Wünsch-Dir-Was‘ spielen
zu können und das mit teilweise haarsträubenden Argumenten, die einem
Reality-Check nicht ansatzweise standhalten.“ So sei etwa ein
Blockung von Arbeitszeiten angesichts unzureichender Betreuungs- und
Pflegeeinrichtungen vollkommen unrealistisch und würde der
gesundheitsbelastende Aspekt ausufernder Arbeitszeiten seitens der
Wirtschaft in der laufenden Debatte weitgehend ausgeblendet. Paiha
erinnert einmal mehr, dass Möglichkeiten flexibler
Arbeitszeitgestaltung bereits jetzt sehr großzügig ausgestaltet sind,
sowohl auf gesetzlicher, als auch auf kollektivvertraglicher Ebene.
Diese hätten bereits Geschlechterrollen in der Arbeitswelt
verfestigt: „Bereits bisher gilt: Vollzeit ist männlich, Teilzeit ist
weiblich. Weitere Flexibilisierungsschritte würden diese
Arbeitszeitrealitäten von Frauen und Männern noch fortschreiben.“

Zwt.: Arbeitszeit FAIR-kürzen – weil Frauen bereits unzumutbare
‚Flexibilität‘ im Alltag abverlangt wird

Statt einer weiteren Flexibilisierung im Sinne der Unternehmen
braucht es endlich eine Arbeitszeitpolitik im Sinne der
ArbeitnehmerInnen – insbesondere aus einer Geschlechtersperspektive:
„Frauen wird bereits eine unglaubliche Flexibilität in der Gestaltung
ihres Alltags abverlangt. Nach wie vor wird der Hauptteil unbezahlter
Hausarbeit von den Frauen geleistet, ebenso die Betreuungs- und
Erziehungsarbeit. Arbeitszeitverwendungsstudien sprechen da ein
deutliche Sprache,“ kritisiert Paiha. „Ohne eine umfassende
Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich für mittlere und
untere Einkommen sowie eine arbeitnehmerInnenorientierte
Arbeitszeitflexibilität, die auf spezifische Lebens- und Bedarfslagen
der Beschäftigten Rücksicht nimmt, wird eine geschlechtergerechte
Arbeitswelt nicht möglich sein.“

Paiha abschließend: „Statt eine weitere Ausweitung und Ausdehnung
von Arbeitszeiten voranzutreiben sollte endlich darüber diskutiert
werden, wie ‚Care‘-Arbeit – also die tagtäglich anfallende,
weitgehend von Frauen geleistete unbezahlte Betreuungs-, Bildungs-
und Pflegearbeit gesellschaftlich so organisiert und sichergestellt
werden kann, dass diese nicht mehr auf Kosten der Frauen, ihrer
Chancen, ihrer Eigenständigkeit und finanziellen Absicherung geht.
Nur eine frauenfreundlich gestaltete Lebens- und Arbeitswelt wird
eine menschenfreundliche und vor allem auch menschenwürdige sein.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGG

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