• 06.03.2017, 17:35:16
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  • OTS0204

E-Wirtschaft hat Projekte für 15 Prozent zusätzlichen erneuerbaren Strom

Energie- und Klimastrategie muss Investitionen bei Wasser, Wind und Photovoltaik beschleunigen

Utl.: Energie- und Klimastrategie muss Investitionen bei Wasser,
Wind und Photovoltaik beschleunigen =

Wien (OTS) - Österreichs E-Wirtschaft weist in ihrer aktuellen
Projektliste konkrete Vorhaben und Projektkonzepte für einen Ausbau
der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien im Ausmaß von mehr als
acht Terawattstunden. „Das entspricht einer Erhöhung der
erneuerbaren-Stromproduktion im Inland um rund fünfzehn Prozent“,
erklärte Wolfgang Anzengruber, Präsident von Oesterreichs Energie,
der Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft.

Anzengruber sieht dieses hohe Potenzial für erneuerbare Vorhaben,
sofern sich die Rahmenbedingungen dafür verbessern: „Speziell in der
Wasserkraft und der Windkraft liegen konkrete Projekte von den
Stromversorgern vor, die bei passenden wirtschaftlichen Anreizen bis
2030 umgesetzt werden können. Eine Vielzahl an Wasser- und
Windkraftprojekten stehen in den Startlöchern und warten auf ihre
Abwicklung“, so der Präsident von Oesterreichs Energie. Den Ausbau
von Photovoltaik sieht die Interessenvertretung der E-Wirtschaft im
überwiegenden Ausmaß in der Verantwortung von privaten Eigentümern,
will diese aber mit Kooperationen und Partnerschaftsangeboten
unterstützen.

Stromstrategie Empowering Austria: Bis 2030 sollen 20 TWh
Strom aus Erneuerbaren dazukommen

Insgesamt soll laut der Stromstrategie Empowering Austria, die
seitens der österreichischen E-Wirtschaft erarbeitet wurde, die
Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bis 2030 um 20 TWh (1TWh=1
Mrd. kWh) gegenüber 2015 gesteigert werden. Das lässt sich zu
ungefähr gleichen Teilen durch einen Ausbau der Stromproduktion aus
Wasserkraft, Windenergie und Photovoltaik um jeweils 6 bis 8 TWh
bewirken.

Derzeit fehlen dafür jedoch noch die Rahmenbedingungen, die mit der
anstehenden integrierten Energie- und Klimastrategie zu erarbeiten
sind. Oesterreichs Energie zielt auf ein volkswirtschaftlich
effizientes Incentivierungssystem ab, welches die Funktionsfähigkeit
des Strommarkts erhält bzw. wieder herstellt. Anzengruber: „Unter den
aktuellen Rahmenbedingungen sind die für 2030 avisierten Ziele der
Energie- und Klimastrategie sehr ambitioniert und nur mit
systemübergreifenden Maßnahmen erreichbar.“ Immer komplexer werdende
Genehmigungsverfahren gepaart mit der stagnierenden und deutlich
unter den Gestehungskosten der Erneuerbaren Technologien liegenden
Strompreisentwicklung verzögern einen Umbau des Energiesystems.

Die Verschiebungen im Erneuerbaren-Ausbau gefährden auch die Ziele
der Stromstrategie Empowering Austria, die eine Abdeckung des
inländischen Strombedarfs zu 85 Prozent aus erneuerbaren Energien im
Inland vorsieht. Die von der Politik genannte Marke einer
voll-ständigen Abdeckung des inländischen Strombedarfs aus
erneuerbarer Produktion im Inland sei noch schwerer zu erreichen.
Eine Realisierung der Erneuerbaren-Projekte hängt sowohl von den
komplexen Genehmigungsverfahren als auch von der
Strompreisentwicklung ab.

Oesterreichs Energie Trendforum diskutiert wie Energiewende
gelingen kann

„Mehr Strom im Energiesystem“ ist das Thema Trendforums von
Oesterreichs Energie am 6.März 2017. Denn das Ausbaupotenzial für
Strom aus erneuerbaren Ressourcen liegt deutlich unter dem aktuellen
Endenergieverbrauch Österreichs. Barbara Schmidt, Generalsekretärin
von Oesterreichs Energie: „Notwendig ist nicht nur ein entschlossener
Ausbau der Stromproduktion aus Erneuerbaren, sondern auch eine
Nutzung der Effizienzpotenziale, vor allem im Verkehrsbereich, bei
Heizung und Warmwasserbereitstellung sowie in der Wirt-schaft.“
Zusätzlich ist es notwendig, die Kooperation und Vernetzung aller am
Energiesystem Beteiligten zu intensivieren und die Chancen der
Digitalisierung des Energiesystems mit Innovationen und Services
optimal zu nutzen.

Die Branche will eine zielführende Energie- und Klimastrategie mit
voller Kraft unterstützen: „Die E-Wirtschaft ist bereit für die
Energiewende und könnte auch die notwendigen Erneuer-baren-Projekte
umsetzen und so den Wirtschaftsstandort Österreich stärken und
zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, erklärte Schmidt. Allerdings
bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung wirklich aller Akteure am
Strom- und Energiemarkt, will man die hochgesteckten Ziele schaffen.

Projektliste der E-Wirtschaft zeigt Stand der
Investitionsvorhaben

Karl Heinz Gruber, Spartensprecher Erzeugung von Oesterreichs
Energie, sieht die E-Wirtschaft für die künftigen Aufgaben gut
gerüstet. Gruber: „In Summe steuern die Mitglieds-unternehmen von
Oesterreichs Energie konkrete Projekte für einen Erneuerbaren-Ausbau
von 5,5 TWh und Konzepte für weitere 3,1 TWh bei. Damit liegt der
Beitrag zur Erreichung der Ausbauziele von Empowering Austria nach
aktuellem Stand bei der Wasserkraft bei knapp 70 Prozent und bei der
Windenergie bei rund 50 Prozent. Gemeinsam mit der Kleinwasserkraft
und den privaten Windkraftbetreibern und vor allem durch eine neue
Photovoltaik-Initiative bei den Haushalten sowie bei Industrie und
Gewerbe seien die Ziele von 20 TWh zu erreichen, wenn es eine
angemessene Unterstützung aller Technologien auf Basis der in
Erstellung befindlichen Energie- und Klimastrategie gibt.“

Derzeit melden die Unternehmen der E-Wirtschaft Projekte für
Wasserkraftwerke mit einer jährlichen Produktionskapazität von 4
Terawattstunden (TWh), davon sind 0,7 TWh in Bau. Dazu kommen
Windkraftprojekte mit 1,5 TWh, von denen 0,2 in Bau sind und
Photovoltaik-anlagen mit 0,3 TWh in (ein Viertel in Bau). Im Bereich
effizienter thermischer Kapazitäten sind für die kommenden Jahre
keinerlei Projekte vorgesehen, für drei Anlagen gibt es Konzepte, die
bei Bedarf umgesetzt werden könnten.

Gruber: „Es werden grundsätzlich alle vorliegenden Vorhaben dringend
benötigt, wenn Österreich die Ziele der Energie- und Klimastrategie
erreichen will. Dazu muss es zu einem Schulterschluss aller
Erneuerbarer Energieträger kommen“.

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