- 01.03.2017, 09:51:46
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Arbeitsmarkt: Bei „Beschäftigungsaktion 20.000“ Nägel mit Köpfen machen
arbeit plus begrüßt Aktion für ältere Langzeitarbeitslose, nun müssten aber geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Utl.: arbeit plus begrüßt Aktion für ältere Langzeitarbeitslose, nun
müssten aber geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden. =
Wien (OTS) - Als Schlagwort zur Bekämpfung der
Langzeitarbeitslosigkeit bei Menschen über 50 Jahren ist die
Beschäftigungsaktion 20.000 in aller Munde. „Nun gilt es, Nägel mit
Köpfen zu machen und die Überschrift im Regierungsprogramm mit Leben
zu erfüllen“, sagt arbeit plus-Geschäftsführerin Judith Pühringer.
Denn klar ist: Die Gemeinden können und wollen bei weitem nicht alle
vorgesehenen 20.000 Stellen in ihrem Bereich schaffen – vor allem
nicht langfristig. Zudem haben sie wenig Erfahrung bei der
professionellen Begleitung benachteiligter Arbeitnehmer*innen. „Die
Initiative der Bundesregierung begrüßen wir sehr. Damit sie
nachhaltig wirkt, müssen nun entsprechende Rahmenbedingungen
geschaffen werden“, so Pühringer.
Freiwilligkeit und Unterstützung
Konkret fordert die Vertreterin von arbeit plus, dem österreichweiten
Netzwerk von 200 gemeinnützigen Sozialen Unternehmen, dass die
Teilnahme für die Betroffenen freiwillig ist. Eine
kollektivvertragliche Entlohnung und vollversicherte
Dienstverhältnisse sollten selbstverständlich sein. Weil viele die
Langzeitarbeitslosigkeit zermürbe, brauche es zudem geschultes
Personal, das den Menschen bei beruflichen und privaten Problemen zur
Seite stehe: „Aus der Erfahrung in unseren Sozialen Unternehmen
wissen wir: Eine Arbeit allein ist oft zu wenig, um wieder
erfolgreich ins Erwerbsleben einzusteigen. Wir stellen der Regierung
und den Gemeinden gerne unsere Expertise zur Verfügung.“
Dauerhafte Stellen nötig
Damit die Menschen nach dem Auslaufen des Zweijahresprogramms nicht
wieder auf der Straße stünden, brauche es dauerhaft geförderte
Arbeitsplätze, etwa in Sozialökonomischen Betrieben. Solche
dauerhaften Stellen sind derzeit (noch) nicht vorgesehen. Pühringer
schätzt, dass in den Sozialen Unternehmen kurz bis mittelfristig etwa
6.000 solcher langfristiger Arbeitsplätze für Ältere machbar seien.
Umdenken von Wirtschaft und Gesellschaft
Insgesamt brauche es aber auch ein Umdenken der Wirtschaft und
Gesellschaft, um das Problem der Arbeitslosigkeit bei Menschen über
50 in den Griff zu bekommen, ist Pühringer überzeugt: „Gerade die so
genannten Älteren sind am Arbeitsplatz oft hochmotiviert, weil sie
wissen, dass ihnen der Arbeitsmarkt nicht gerade offen steht. Und wir
wissen aus eigener Erfahrung, dass von einer altersmäßigen
Durchmischung in Betrieben alle Beteiligten profitieren.“
Die im neuen Regierungsprogramm 2017/18 vorgesehene und mit 200
Millionen Euro dotierte „Beschäftigungsaktion 20.000“ ist für
langzeitarbeitslose Menschen über 50 Jahren gedacht. 20.000
Arbeitsplätze pro Jahr sollen durch diese Initiative entstehen.
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