- 24.02.2017, 10:52:53
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Parlament - Ersatzsitzungssaal wird eins-zu-eins vorgefertigt
Burghauptmannschaft baut Redoutensaal in der Hofburg zum Sitzungssaal für das Parlament um - Arbeiten starten nach der Ballsaison
Utl.: Burghauptmannschaft baut Redoutensaal in der Hofburg zum
Sitzungssaal für das Parlament um - Arbeiten starten nach der
Ballsaison =
Wien (PK) - Auf dem Heldenplatz und im Bibliothekshof der Hofburg
wird schon seit Monaten gebaut. Hier entstehen drei Büropavillons, in
welche im Sommer Abgeordnete und MitarbeiterInnen für die Dauer der
Generalsanierung des Parlamentsgebäudes übersiedeln werden.
Nationalrat und Bundesrat werden ab Herbst im großen Redoutensaal in
der Hofburg tagen, der vom Veranstaltungs- und Ballsaal zum
Sitzungssaal umgerüstet wird. Derzeit wird der Ersatzplenarsaal in
Natura aufgebaut, dann zerlegt, in Einzelteilen nach Wien
transportiert und an Ort und Stelle wieder zusammengefügt. "Dank der
modularen Bauweise ist gewährleistet, dass die Arbeiten in der zur
Verfügung stehenden kurzen Zeit abgewickelt werden können", erklärt
Thomas Selberherr, Geschäftsführer der Selberherr GmbH, eines auf
Raumausstattung spezialisierten Unternehmens in
Schwechat/Niederösterreich. Den Sitzungssaal für das Ausweichquartier
des Parlaments zu bauen sei ein besonderer Auftrag und eine große
Herausforderung für den Familienbetrieb, sagt Thomas Selberherr.
Probeaufbau in drei Etappen
Bereits vergangenen Oktober wurde in einer Halle in Enzersdorf an der
Fischa, Bezirk Bruck an der Leitha, mit dem Aufbau der Podeste und
mit den Montagearbeiten begonnen. Der Aufbau erfolgte in drei
Etappen, alles in allem wurden im Selberherr-Werk in Schwechat rund
4.300 Quadratmeter Brandschutzplatten für 368 Holzmodule nach Maß
zugeschnitten und verarbeitet. Zugleich wurden die Vorbereitungen für
die Elektroverrohrungen getroffen. In den Redoutensaal wird auch eine
Galerie für BesucherInnen und Medien eingebaut. Diese wird von der
Firma Mach Holzbau in Wien gemeinsam mit URBAS Stahl- und Anlagenbau
in Völkermarkt/Kärnten hergestellt. Der kleine Redoutensaal wird zum
Besprechungsbereich für die Abgeordneten umfunktioniert. Dieser
Auftrag ging an die Firma Josef Göebel GmbH in Fladnitz an der
Teichalm in der Steiermark.
Ab Anfang März - nach der Ballsaison - wird der künftige Plenarsaal
Stück für Stück angeliefert. Das gesamte Baumaterial für die Galerie
(Stahlträger und Stapelholzplatten) und die Holzmodule wird über
einen Gerüstturm über ein herausgelöstes Fenster in das Gebäude
eingebracht. Die Baustelle auf dem Josefsplatz wird bereits diese
Woche eingerichtet.
Ambitionierter Zeitplan
Mit Hilfe der Vor-Fertigung des Sitzungssaales konnten die einzelnen
Gewerke besser aufeinander abgestimmt werden. So konnten die
Naturmaße bereits im Voraus genommen werden, was die nachfolgenden
Arbeiten beschleunigt. Nur so kann eine mit drei Monaten knapp
bemessene Montagezeit - obendrein in einem historischen Bestand -
eingehalten werden. "Es geht um Präzisionsarbeit, denn vor Ort muss
alles ineinandergreifen", sagt Thomas Selberherr. Umso mehr, als die
Elemente von verschiedenen Firmen produziert werden. Anfang Juni
müssen die Einbauten fertig sein, dann starten die Elektro- und
Tischlerarbeiten. Sitz- und Tischreihen für die Abgeordneten,
Präsidium, Ministerbank, Rednerpult sowie die für die Akustik
erforderlichen Stoffpaneele werden von der Firma Schwarzott in
Baden/Niederösterreich ausgeführt. Die technische Ausstattung (Licht-
und Tonanlage, Kameras) folgt im Sommer, nach der letzten
Plenarsitzung im Parlamentsgebäude, da die Geräte weiterverwendet
werden. Ab August ist laut Terminplan der Ausweichsaal in der Hofburg
fertig, dann sind Probeläufe und Feintuning angesetzt. Alle Arbeiten
sind auf ein einziges Ziel ausgerichtet: Anfang September muss ein
reibungsloser Übergang des parlamentarischen Betriebs vom
Parlamentsgebäude in das Ausweichquartier sichergestellt sein.
Bundesrat und Nationalrat tagen in einem Raum
Der Redoutensaal, der nach dem Hofburgbrand 1992 renoviert und
modernisiert wurde, wird vorübergehend für den Sitzungsbetrieb
umgestaltet. Der Einbau nimmt vorweg, was im zukünftigen Plenarsaal
im sanierten Parlamentsgebäude geplant ist: ein flacherer Anstieg des
Saals, eine geteilte Regierungsbank und ein zentrales Rednerpult. Für
die Sitzungen des Bundesrates wird der Redoutensaal mit Hilfe
räumlicher Trennelemente optisch deutlich verkleinert werden;
zusätzlich werden an der Stirnseite die Länderwappen angebracht. Die
Galerie für BesucherInnen und Medien wird sich über die Längs- und
Breitseite des Saals erstrecken, sodass der bestehende Raum
bestmöglich genutzt werden kann. Trotzdem wird der parlamentarische
Betrieb für die Dauer der Sanierung mit insgesamt deutlich weniger
Raum auskommen müssen als derzeit. (Schluss) red
HINWEIS: Fotos finden Sie auf der Website des Parlaments unter
www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV.
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