- 23.02.2017, 14:47:27
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AK-Kärnten: 5,6 Millionen Euro vom Finanzamt für Kärntner Arbeitnehmer zurückgeholt
Neuerliches Rekordergebnis bei Beratungen im Lohnsteuerservice. AK Goach zu Lohnsteuerreform: „Erster Schritt ist getan, aber wir brauchen eine weitere Steuersenkung“
Utl.: Neuerliches Rekordergebnis bei Beratungen im
Lohnsteuerservice. AK Goach zu Lohnsteuerreform: „Erster
Schritt ist getan, aber wir brauchen eine weitere
Steuersenkung“ =
Klagenfurt (OTS) - Die Beratungszahl von 2015 wurde 2016 wieder
übertroffen. 20.343 Beratungen haben die Steuerexperten der
Arbeiterkammer Kärnten im vorigen Jahr durchgeführt. Die Kärntner
ließen sich 9.754 Mal telefonisch beraten. Die persönliche Beratung
wurde 9.171 Mal durchgeführt, gefolgt von der schriftlichen (E-Mail,
Briefe, etc.) mit 1.418. „Was die Beratungen zu Steuerthemen
betrifft, so bevorzugen die Kärntner zwar noch immer den direkten
Kontakt mit unseren Experten, trotzdem gewinnt die digitale
Kommunikation immer mehr an Fahrt“, sagt der Leiter der Abteilung
Finanzen und Förderungen, Bernhard Sapetschnig, und bezieht sich
damit auf die Steigerung von zehn Prozent bei den schriftlichen
Anfragen.
Die Experten der Arbeiterkammer haben in den vergangenen fünf Jahren
insgesamt 92.041 Beratungen durchgeführt. Die Beratungsleistung der
Fachabteilung hat sich in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt.
„Kostenloser Steuerberater“
„Wir sind der kostenlose Steuerberater für Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer“, sagt AK-Präsident Günther Goach und betont: „Ein
Steuerausgleich zahlt sich auf jeden Fall aus, im Durchschnitt sind
für jeden 250 bis 300 Euro Steuergutschrift drin“. Insgesamt wurde
eine Rekordsumme von 5,6 Millionen Euro für die Arbeitnehmer
zurückgeholt.
„Wir helfen den Beschäftigten bei der Arbeitnehmerveranlagung, denn
Abschreibposten hat fast jeder!“, so Goach. Beim Fiskus liegen noch
30 Millionen Euro, die den Arbeitnehmern gehören. „Dennoch haben
knapp 120.000 Kärntner noch keine Arbeitnehmerveranlagung gemacht“,
sagt AK-Steuerexperte Joachim Rinösl.
AK-Goach zu Steuerreform: „Erste Effekte sind sichtbar – weitere
Steuersenkung ist gefordert“
Auch 2016 brach der Zustrom der Hilfesuchenden bei der
Arbeitnehmerveranlagung nicht ab. Über 20.000 Beratungen in Kärnten
führten die Experten der Arbeiterkammer Kärnten durch. „5,6 Millionen
Euro wurden für die Beschäftigten Kärntens zurückgeholt. Ein
Rekordergebnis“, sagt AK-Präsident Goach und betont: „Die Anfragen
zur Steuerberatung sind gestiegen, die Menschen nutzen die
Möglichkeit des kostenlosen Steuerberaters.“
Steuerreform wirkt
Die von AK und ÖGB erreichte Steuerreform 2016 zur Senkung der
Lohnsteuer trägt zu einer jährlichen finanziellen Entlastung der
Arbeitnehmer von über 5,2 Milliarden bei. Die Nettolohnsteigerung
beträgt zusätzlich zu den von Gewerkschaften erkämpften
Kollektivvertragserhöhungen zwischen drei und fünf Prozent. „Die
Effekte der Lohnsteuerreform sind bereits sichtbar. Der private
Konsum hat zugenommen, dennoch müssen wir eine weitere Steuerreform
schaffen“, betont Goach. „Die Steuer- und Abgabenlast ist in
Österreich im internationalen Vergleich am zweithöchsten. Allein die
Lohnsteuer brachte dem Finanzminister über 24 Milliarden Euro“.
Steuerfreiheit für Mindestlohn von 1.500 Euro brutto
Frühestens mit Anfang 2019 beginnt die Automatik, dass die untersten
zwei Einkommensstufen (bis 11.000 bzw. 18.000 Euro im Jahr) nicht
mehr der kalten Progression zum Opfer fallen und an die Inflation (ab
fünf Prozent) angepasst werden, zu greifen. Nach Ansicht des
AK-Präsidenten zu spät: „Die Maßnahmen müssen bereits heuer in Kraft
treten, nicht erst, wie von der Regierung beschlossen, 2019.“
„Maßnahmen zur kalten Progression sind zwar vorhanden, dennoch
brauchen wir eine weitere, gut durchdachte Steuerreform. Mir geht es
darum, dass wir die Wenigverdiener entlasten“, so Goach, der als
zentrale Forderung formuliert: „Wir brauchen einen Mindestlohn von
1.500 Euro brutto, der steuerfrei sein muss.“
Vermögensbezogene Steuern
„Reiche und Vermögende tragen im Gegensatz zu den Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern wenig zum Gemeinwohl bei – mir geht es hier um
Steuergerechtigkeit“, sagt der AK-Präsident.
Weg mit den Steueroasen
Mehr Steuergerechtigkeit fordert die AK gemeinsam mit europäischen
Bündnispartnern. Derzeit läuft eine EU-Kampagne gegen Konzerne, die
keine Steuer zahlen – „No to Tax Havens“. Laut EU-Kommission entgehen
allein den EU-Staaten Steuereinnahmen in Höhe von 1.000 Milliarden
Euro pro Jahr. „Diese angewandten Steuertricks der Reichen und
Konzerne schaden allen“, so Goach. Weitere Informationen zur
EU-Kampagne unter: www.nototaxhavens.eu/de
Geld wird ‚automatisch‘ ausbezahlt
Besonders erfreut zeigt sich Goach bei der durchgesetzten Forderung
zur antragslosen Arbeitnehmerveranlagung: „Liegt kein
Pflichtveranlagungsgrund vor und die Einkünfte kommen aus
nichtselbstständiger Arbeit, dann wird die Gutschrift ‚automatisch‘
ausbezahlt“. Die Voraussetzung dafür ist, dass bis 30. Juni 2017 kein
Antrag abgegeben wird und die Bankdaten dem Finanzamt bekannt sind.
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