• 17.02.2017, 11:37:39
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  • OTS0077

BIO AUSTRIA: Biologische Landwirtschaft in Österreich wächst weiter

Grabmann: Nächsten Meilenstein anpeilen - 30 Prozent Bio in Österreich bis zum Jahr 2025

Utl.: Grabmann: Nächsten Meilenstein anpeilen - 30 Prozent Bio in
Österreich bis zum Jahr 2025 =

Nürnberg (OTS) - Österreich ist nach wie vor Europameister in Sachen
Bio. Diese Position werde durch die jüngste Entwicklung gestärkt. Das
sei erfreulich, weil es Österreich auch einen gewissen Vorsprung bzw.
eine Vorreiterrolle in der Frage der notwendigen Ökologisierung der
Landwirtschaft ermögliche, erläuterte BIO AUSTRIA-Obfrau Gertraud
Grabmann heute, Freitag, anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz
mit AMA-Marketing-GF Dr. Michael Blass und Dr. Helga Willer vom
Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) Schweiz auf der
weltgrößten Bio-Fachmesse, der BIOFACH in Nürnberg.

"Allerdings sollte man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Es war
lange erklärtes politisches Ziel, 20 Prozent Flächen-Anteil zu
erreichen. Dieses Ziel haben wir mittlerweile deutlich übertroffen.
Daher halte ich es für an der Zeit, einen neuen Meilenstein
anzupeilen: Wir sollten uns gemeinsam mit der Politik 30 Prozent
Bio-Anteil an der Gesamtfläche bis zum Jahr 2025 als neues
Etappenziel vornehmen", konstatierte Grabmann. Denn das Potenzial der
biologischen Landwirtschaft sei auch in Österreich noch lange nicht
ausgeschöpft. "Es soll und darf gedanklich, gesellschaftlich und
politisch keine gläserne Decke geben, bei der Bio ansteht", sagte die
Obfrau der Biobäuerinnen und Biobauern Österreichs.

Die biologische Landwirtschaft in Österreich verzeichnet besonders in
den letzten beiden Jahren ein beachtliches Wachstum. Immer mehr
Betriebe entscheiden sich für den Einstieg in die biologische
Wirtschaftsweise. 2016 gab es in Österreich 21.820 Bio-Betriebe, das
entspricht einem Anteil von 19 Prozent an allen landwirtschaftlichen
Betrieben. Mit dem Anstieg der Betriebe wächst auch die biologisch
bearbeitete landwirtschaftliche Nutzfläche beständig. 571.585 Hektar
werden derzeit (Stand 2016) biologisch bewirtschaftet, was einen
Anteil von 22 Prozent an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche
bedeutet. "Mehr als jeder fünfte Hektar wird heute in Österreich nach
Bio-Richtlinien bewirtschaftet. Der Flächenzuwachs pro Jahr - 2015
auf 2016 waren es etwa 26.500 Hektar - entspricht in etwa der Größe
von Malta bzw. etwa 38.000 Fußballfeldern", so Grabmann.

Wichtiger Schritt in Richtung Ökologisierung der
Landwirtschaft

2017 wird sich diese Entwicklung fortsetzen: Insgesamt haben sich
1.753 Betriebe zur Maßnahme biologische Wirtschaftsweise im
Agrarumweltprogramm (ÖPUL) angemeldet. 2016 sind ebendort 1953
Betriebe neu hinzugekommen. Umgerechnet steigen damit in Österreich
pro Tag fünf landwirtschaftliche Betriebe neu in die
Biolandwirtschaft ein.

Im laufenden Jahr wird die Anzahl der Bio-Betriebe 23.000
übersteigen, die Bio-Flächen werden auf über 600.000 ha anwachsen –
das entspricht einer Fläche, die mehr als doppelt so groß ist wie
jene Luxemburgs. "Die biologische Landwirtschaft und deren Bedeutung
in Österreich wird durch diesen Wachstumsschub ohne Frage weiter
gestärkt. Aber es ist auch ein weiterer Schritt in Richtung
Ökologisierung der Landwirtschaft insgesamt, der hier gemacht wird.
Denn jeder zusätzliche Hektar biologisch bewirtschaftete Fläche trägt
direkt zum Schutz von Umwelt und Klima bei", betonte Grabmann.

Neue EU-Bio-Verordnung nur mit Mehrwert sinnvoll

Auf europäischer Ebene gelte es, die verfahrene Situation um die
EU-Bio-Verordnung rasch zu bereinigen. Die mittlerweile beinahe drei
Jahre dauernden Verhandlungen zur Revision der EU-Bio-Verordnung
würden die Marktteilnehmer verunsichern und Investitionsabsichten
derselben ausbremsen. "Kommissar Hogan würde Bio am liebsten zurück
in die Nische drängen, wie es scheint. Sein Plan ist es, den aus
Praktiker-Sicht völlig untauglichen Vorschlag der EU-Kommission
durchzupeitschen - koste es, was es wolle. Diesen Irrweg sollte er
allerdings rasch verlassen", sagte Grabmann, die betonte, dass das
EU-Parlament sich bereits deutlich gegen die Pläne der Kommission
gestellt habe. "Auch Minister Rupprechter und andere
EU-Landwirtschaftsminister haben einen Neustart auf Basis der
bestehenden Verordnung gefordert. Genau das gilt es nun rasch
umzusetzen, um eine aufstrebende Branche nicht in ihrer Entwicklung
zu hemmen. Eine neue Bio-Verordnung macht nur dann Sinn, wenn Sie
einen Mehrwert gegenüber dem bestehenden EU-Bio-Recht bietet und
keine neuen Probleme schafft. Davon sind wir derzeit noch weit
entfernt", so die BIO AUSTRIA Obfrau weiter.

Gastronomie große Wachstumsbranche für Bio

Großes Potenzial für biologische Lebensmittel in Österreich ortet
Grabmann noch im Bereich des Außerhausverzehrs, also etwa im Bereich
der Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung. Menschen wollen
zunehmend auch außerhalb der eigenen vier Wände Lebensmittel in
Bio-Qualität konsumieren. Das bestätigt eindrücklich auch die
Entwicklung im Bio-Großhandel, der in den vergangenen Jahren nach
eigenen Angaben ein konstantes Umsatz-Wachstum von etwa 10 bis 15
Prozent jährlich verzeichnet. Als Ziel nannte Grabmann, künftig
Anreize zu schaffen, damit noch mehr Gastronomiebetriebe ihr Angebot
Bio-zertifizieren lassen. Derzeit haben in Österreich in etwa 400
Gastro-Betriebe eine Bio-Zertifizierung.

Bio-Lebensmittel stehen für einzigartige Qualität

Abschließend verwies Grabmann auf die Notwendigkeit, in der
Kommunikation rund um nachhaltige Lebensmittelwirtschaft präziser
vorzugehen. "Für Konsument/innen wird oft durch Unschärfen der
Eindruck erzeugt, dass es sich bei Produkten aus dem näheren Umfeld
automatisch um nachhaltig erzeugte Produkte handelt.
Begrifflichkeiten und Zuschreibungen wie 'regional', aber auch
'natürlich', 'naturnah', 'naturbelassen' sollen diesen Eindruck
unterstreichen. Oft handelt es sich hier allerdings um einen
gezielten Versuch, Bio zu verwässern", konstatierte die
Biobäuerinnen- und Biobauern-Chefin, die diesbezüglich auf die
"einzigartige Qualität von Bio-Lebensmitteln" verwies. "Nur
biologische Lebensmittel bürgen durch konsequent hohe Prozessqualität
für ökologische Qualität – vom Feld über die Verarbeitung bis in den
Kühlschrank", so Grabmann abschließend.

Über BIO AUSTRIA:

BIO AUSTRIA ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und
Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert BIO
AUSTRIA die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die
Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern – mit über 12.500
Mitgliedern, 360 Partnerunternehmen in der Wirtschaft und 100
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Landes- und Bundesebene. Auf
der BIOFACH ist BIO AUSTRIA von 15. bis 18. Februar mit zwei Ständen
vertreten. Darüber hinaus stellen 27 Partnerbetriebe von BIO AUSTRIA
in Nürnberg ihre Produkte aus. Nähere Informationen unter
www.bio-austria.at

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