Studienplatzfinanzierung - Schnellschuss der Regierung?

Undurchdachte Konzepte bringen die Hochschullandschaft nicht weiter.

Wien (OTS) - Mit den neuen Plänen der Regierung zur Studienplatzfinanzierung steht eine Beschränkung der Studienplätze und somit auch der Anfänger_innenzahlen im Raum. Anhand der MINT-Kampagne zur Steigerung der Studierendenzahl in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern ist ersichtlich, dass es in diesen schon heute zu wenig Absolventen_innen für den Standort Österreich gibt. “Eine Begrenzung der Anfänger_innen führt zu noch weniger Studienabschlüssen und ist daher sicherlich der falsche Weg, um diesem Mangel entgegenzuwirken”, so Anna Klampfer, Vorsitzteam der HTU Wien, “Stattdessen muss gewährleistet werden, dass alle, die das Interesse und die notwendige Eignung mitbringen, die Chance erhalten, dieses Studium auch zu studieren.” Dies kann nicht über einen Aufnahmetest festgestellt werden, sondern sollte Teil der Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP) sein, welche genau zu diesem Zweck von der Regierung geschaffen wurde.

Die aktuell in den Medien diskutierten Pläne zur Studienplatzfinanzierung und eine damit einhergehende Begrenzung der Studienbeginner_innenzahlen führen daher mit Sicherheit zu keiner Verbesserung in der Bildungslandschaft.

Alle zukünftigen Studierenden, die Begeisterung und Motivation mitbringen, sollten die Möglichkeit haben, ein technisches Studium zu beginnen. “Weder Eignung noch Interesse kann durch einen Aufnahmetest überprüft werden, wodurch dieser nur eine unnötige Barriere darstellt. Ob die Studienwahl richtig war, können Studienbeginner_innen erst auf der Universität feststellen”, sagt Viktoria Reiter, Referat für Bildung und Politik.

“Die StEOP wurde 2015 erstmalig evaluiert, die daraus resultierenden Änderungen der Studienpläne treten mit Oktober 2017 in Kraft”, so Martin Mosbeck, Referat für Bildung und Politik, “Anstatt die neuen Maßnahmen wirken zu lassen, wird nun über flächendeckende Aufnahmeprüfungen diskutiert, welche die StEOP ad absurdum führen. Vor einer vollständigen Evaluierung ein neues System einzuführen, erscheint daher zu diesem Zeitpunkt geradezu paradox.”

Am heutigen Tag hat bereits die Österreichische Hochschüler_innenschaft mit einer Aktion vor dem Juridicum die Sinnlosigkeit der Zugangsbeschränkungen aufgezeigt. Anhand des Spiels “Reise nach Jerusalem” soll die Willkür hinter den Aufnahmeprüfungen dargestellt werden. Der zukünftige Lebensweg junger Menschen kann nicht durch eine einzige Prüfung entschieden werden.

Die HTU Wien (Hochschülerinnen und Hochschülerschaft an der TU Wien) ist die gesetzliche Interessensvertretung der Studierenden an der TU Wien.

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Anna Klampfer
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vorsitz@htu.at

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Referat für Bildung und Politik
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