• 14.02.2017, 10:00:01
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  • OTS0044

Studienplatzfinanzierung - Schnellschuss der Regierung?

Undurchdachte Konzepte bringen die Hochschullandschaft nicht weiter.

Utl.: Undurchdachte Konzepte bringen die Hochschullandschaft nicht
weiter. =

Wien (OTS) - Mit den neuen Plänen der Regierung zur
Studienplatzfinanzierung steht eine Beschränkung der Studienplätze
und somit auch der Anfänger_innenzahlen im Raum. Anhand der
MINT-Kampagne zur Steigerung der Studierendenzahl in
technisch-naturwissenschaftlichen Fächern ist ersichtlich, dass es in
diesen schon heute zu wenig Absolventen_innen für den Standort
Österreich gibt. “Eine Begrenzung der Anfänger_innen führt zu noch
weniger Studienabschlüssen und ist daher sicherlich der falsche Weg,
um diesem Mangel entgegenzuwirken”, so Anna Klampfer, Vorsitzteam der
HTU Wien, “Stattdessen muss gewährleistet werden, dass alle, die das
Interesse und die notwendige Eignung mitbringen, die Chance erhalten,
dieses Studium auch zu studieren.” Dies kann nicht über einen
Aufnahmetest festgestellt werden, sondern sollte Teil der
Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP) sein, welche genau zu
diesem Zweck von der Regierung geschaffen wurde.

Die aktuell in den Medien diskutierten Pläne zur
Studienplatzfinanzierung und eine damit einhergehende Begrenzung der
Studienbeginner_innenzahlen führen daher mit Sicherheit zu keiner
Verbesserung in der Bildungslandschaft.

Alle zukünftigen Studierenden, die Begeisterung und Motivation
mitbringen, sollten die Möglichkeit haben, ein technisches Studium zu
beginnen. “Weder Eignung noch Interesse kann durch einen Aufnahmetest
überprüft werden, wodurch dieser nur eine unnötige Barriere
darstellt. Ob die Studienwahl richtig war, können
Studienbeginner_innen erst auf der Universität feststellen”, sagt
Viktoria Reiter, Referat für Bildung und Politik.

“Die StEOP wurde 2015 erstmalig evaluiert, die daraus resultierenden
Änderungen der Studienpläne treten mit Oktober 2017 in Kraft”, so
Martin Mosbeck, Referat für Bildung und Politik, “Anstatt die neuen
Maßnahmen wirken zu lassen, wird nun über flächendeckende
Aufnahmeprüfungen diskutiert, welche die StEOP ad absurdum führen.
Vor einer vollständigen Evaluierung ein neues System einzuführen,
erscheint daher zu diesem Zeitpunkt geradezu paradox.”

Am heutigen Tag hat bereits die Österreichische
Hochschüler_innenschaft mit einer Aktion vor dem Juridicum die
Sinnlosigkeit der Zugangsbeschränkungen aufgezeigt. Anhand des Spiels
“Reise nach Jerusalem” soll die Willkür hinter den Aufnahmeprüfungen
dargestellt werden. Der zukünftige Lebensweg junger Menschen kann
nicht durch eine einzige Prüfung entschieden werden.

Die HTU Wien (Hochschülerinnen und Hochschülerschaft an der TU Wien)
ist die gesetzliche Interessensvertretung der Studierenden an der TU
Wien.

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