Hausdurchsuchung bei Kasachischem Biathlon Nationalteam in Hochfilzen

Internationale Biathlon Union (IBU) kooperiert mit Bundeskriminalamt

Hochfilzen (OTS) - Am 8. Februar 2017 wurde eine Hausdurchsuchung in den Teamunterkünften des Kasachischen Biathlon Nationalteams durch das Bundeskriminalamt (BK) durchgeführt. Dabei wurden zahlreiche medizinische Produkte und Medikamente sichergestellt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Im Jänner 2017 wurde bei einer Tankstelle in Osttirol von einer Privatperson beobachtet, wie die Insassen von mehreren Kleinbussen auf einem Tankstellengelände einen größeren Karton entsorgten. Im Karton befand sich eine beträchtliche Menge an gebrauchtem medizinischen Einwegmaterial, wie Einwegspritzen, Infusionen und Ampullen sowie handschriftliche Aufzeichnungen, die auf einen Dopingvorgang schließen ließen. Des Weiteren befanden sich in diesem Karton diverse Akkreditierungen für Veranstaltungen der Internationalen Biathlon Union (IBU).

Die medizinischen Produkte und Medikamente wurden einem Kontrollorgan der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA Austria) übergeben. Diese verständigte nach Begutachtung die Spezialisten des Referats für Wettbetrug, Doping und Arzneikriminalität im BK. Aufgrund der Auswertung der Dokumente und der handschriftlichen Aufzeichnungen konnte davon ausgegangen werden, dass der Karton samt Inhalt dem Kasachischen Biathlon Nationalteam zuzuordnen ist.

Nach Kontaktaufnahme mit der Staatsanwaltschaft Innsbruck wurde der Auftrag für die Hausdurchsuchung des Quartiers der betroffenen Mannschaft erteilt. Diese wurde in den Abendstunden des 8. Februar 2017 mit Unterstützung des Landeskriminalamtes Tirol in einem Hotel durchgeführt. Insgesamt waren 30 Polizeibeamte im Einsatz. Dabei wurden eine erhebliche Menge an medizinischen Produkten und Medikamenten sowie Mobiletelefone sichergestellt. Anschließend wurden in Abstimmung mit der IBU von der NADA Austria Urin- und Blutkontrollen durchgeführt.

Zurzeit überprüfen die Ermittler ob einerseits Verstöße gegen das Anti-Doping Bundesgesetz vorliegen und andererseits der Tatbestand des Sportbetruges nach dem Strafgesetzbuch erfüllt ist.

Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka bedankte sich bei den 30 Polizistinnen und Polizisten für den nächtlichen Einsatz und die gute Zusammenarbeit mit der NADA Austria und der IBU: „Die Polizei wird alles daran setzen, die strafrechtliche Verantwortlichkeit zu klären.“

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