- 03.02.2017, 10:45:37
- /
- OTS0066
Neue Schule – Neue Medien?
Bildungsexperten plädieren für moderne Lehrinhalte und ganzheitliche Umsetzungskonzepte um Chancen der Digitalisierung zu nützen.
Utl.: Bildungsexperten plädieren für moderne Lehrinhalte und
ganzheitliche Umsetzungskonzepte um Chancen der
Digitalisierung zu nützen. =
Wien (OTS/PdI) - Am gestrigen Donnerstag lud die Initiative NEUSTART
SCHULE zur Bildungsarena mit dem Thema „Digitalisierung: Neue Medien
– neue Schule?!“. Mehr als 150 Gäste und das prominente Podium rund
um Jörg Dräger, BMB-Gruppenleiterin Heidrun Strohmeyer und
Bundesschulsprecher Harald Zierfuß diskutierten im Chaya Fuera über
die notwendigen Rahmenbedingungen, um Digitalisierung im
österreichischen Bildungswesen endlich ankommen zu lassen.
Der Megatrend Digitalisierung bedeutet nicht nur einen Umbruch in
der Welt des Arbeitsmarktes und der Produktion, sondern beeinflusst
auch das gesellschaftliche Leben und die Bildung. Entsprechende
Maßnahmen im Bildungssystem sind daher ein Gebot der Stunde. Heidrun
Strohmeyer, Gruppenleiterin IT & Medien im Bildungsministerium,
konkretisierte vor diesem Hintergrund die aktuelle
Digitalisierungsstrategie: „Die Schule muss unsere Kinder mit den
nötigen Kompetenzen ausstatten, um mit den herausfordernden und auch
großteils nicht vorhersehbaren Entwicklungen der Digitalisierung ein
Leben lang Schritt halten zu können. Dabei ist es mir ein besonderes
Anliegen, die Umsetzung ganzheitlich und möglichst rasch anzugehen.
Daher setzen wir den Fokus auch auf Inhalte, PädagogInnen und
Infrastruktur.“ Einig waren sich die Podiumsgäste darin, dass es
neben Medienbildung und Datenschutz vor allem auch um den richtigen
Umgang mit digitalen Medien gehen müsse. Neben den Funktionsweisen
von Medien sollten Kinder und Jugendliche auch verstehen, wie man mit
persönlichen Daten umgeht und sich angemessen in sozialen Medien
bewegt. „Besonders darauf zu achten ist, dass digitale Grundbildung
wirklich verbindlich und ganzheitlich in eine neue Art von Unterricht
Einzug findet. Schließlich sollen die Kinder und Jugendlichen zu
aktiven Usern werden und die digitale Welt nicht bloß passiv
konsumieren“, betonte NEUSTART SCHULE-Sprecherin Martina Piok. Dies
benötige den Aufbau neuer Kompetenzen und eine neue Art von
Unterricht.
Die NEUSTART SCHULE Community mit ihren rund 24.000
Unterstützerinnen und Unterstützern sieht vor allem einen
durchdachten Einsatz digitaler Lehr- & Lernmittel sowie Praxisnähe
und Anwendungsorientiertheit als wichtig an, um digitale Kompetenzen
aufzubauen, wie eine Umfrage im Vorfeld der Bildungsarena zeigte.
Bundesschulsprecher Harald Zierfuß konkret zu den
Unterrichtsinhalten: „Wir brauchen eine zeitgemäße Aufklärung über
digitale Medien und müssen den Informatikunterricht stärken. Es darf
uns nicht passieren, dass die vermittelten Inhalte überholt sind oder
in der Praxis nicht benötigt werden.“
Handlungsbedarf orteten die Podiumsgäste ebenso bei moderner
Unterrichtsgestaltung. Eine Möglichkeit seien etwa „flipped
classrooms“, bei denen sich Schülerinnen und Schüler Wissen zuhause
über Lernvideos aneignen und im Unterricht das Gelernte hauptsächlich
anwenden und üben. „Die Methode ist effizient, lässt einen
individueller auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler
eingehen und macht Spaß. Schon jetzt bilden sich auf Eigeninitiative
30.000 PädagogInnen an der virtuellen Pädagogischen Hochschule
digital und innovativ aus“, berichtete Stefan Schmid, Pädagoge und
Initiator von Flipped Classroom Austria aus seiner jahrelangen
Praxiserfahrung.
Neue Anreize für die Wissensvermittlung liefern auch Lernspiele,
da spieltypische Elemente die Lernmotivation steigern. „Spiele
eröffnen enormes Lernpotential. Kluge Lernsoftware allein recht
jedoch nicht aus. Lehrende müssen zwischen virtueller und realer Welt
eine Verbindung herstellen, damit der Transfer gelingen kann“,
Konstantin Mitgutsch, Medienpädagoge und Gründer von „Playful
Solutions“.
Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung
betonte: „Wir müssen die Digitalisierung aktiv mitgestalten und sie
in den Dienst der Pädagogik stellen. Wenn das gelingt, hat
Digitalisierung das größte Potential, Hauptanliegen wie
Chancengerechtigkeit oder Individualisierung zu ermöglichen.“ So
plädierte auch Martina Piok abschließend, rasch mit der Umsetzung zu
beginnen: „Dabei müssen die Rahmenbedingungen für ein System
geschaffen werden, das sich – im Idealfall von selbst – an neue
Entwicklungen und Notwendigkeiten anpasst. Statische Lösungen sind
heute nicht mehr gefragt. Wenn uns das gelingt, sind wir endlich bei
einem ‚Neustart Schule‘ angelangt.“
Am Podium:
Jörg DRÄGER – Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung
Konstantin MITGUTSCH – Medienpädagoge, Gründer von "Playful
Solutions"
Martina PIOK – Sprecherin von Neustart Schule
Stefan SCHMID – Pädagoge, Initiator von Flipped Classroom Austria
Heidrun STROHMEYER – Gruppenleiterin IT & Medien, Bildungsministerium
Harald ZIERFUSS – Bundesschulsprecher
Moderation: Manuela Raidl (PULS4)
Über „Neustart Schule“
„Neustart Schule“ ist eine Initiative der Industriellenvereinigung
und ihrer Partner, die Bewegung in die österreichische
Bildungspolitik bringt. Sie thematisiert die Zukunft von Bildung in
Österreich und wird bisher von rund 24.000 Personen unterstützt. Ziel
von Neustart Schule ist es, mit der Unterstützung von Partnern,
ExpertInnen und der Bevölkerung auf die Notwendigkeit einer
Bildungsreform aufmerksam zu machen und die Politik dafür zu
gewinnen. Weitere Informationen unter www.neustart-schule.at und auf
Facebook unter www.facebook.com/neustartschule.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPI






