- 02.02.2017, 13:57:25
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Fernwärme unter günstigsten Heizformen
Wien (OTS) - Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorger kontert auf
die von der Arbeiterkammer (AK) vorgelegten Forderungen im
Fernwärme-Bereich: „Fernwärmepreise sind wie eine Studie der
Österreichischen Energieagentur belegt, eine der günstigsten
Heizformen in Österreich – die Zahlen sind transparent.“
Etwa jeder fünfte Haushalt in Österreich wird mit Nah- oder Fernwärme
beheizt. Jährlich kommen einige Tausend neue Anschlüsse hinzu. „Das
zeigt: Fernwärme als schadstoffarmer, flexibler und sicherer
Energieträger ist eine der beliebtesten Heizformen“, sagt Mag.
Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbands der Gas- und
Wärmeversorgungs¬unternehmungen (FGW).
Heizkostenstudie der Energieagentur
Eine aktuelle Analyse der gesamten Energie- sowie Investitionskosten,
durchgeführt von der Österreichischen Energieagentur, belegt: Mit
Fernwärme heizen Kunden gegenüber Pellets, Brennholz oder Öl
vergleichsweise günstiger – und zwar sowohl in thermisch sanierten,
in unsanierten Gebäuden und auch in Neubauten. Lediglich Erdgas ist
im Vergleich der Heizkosten etwas günstiger.
Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle für Fernwärme zuständig
Weiterer Bürokratieausbau, wie ihn die Arbeiterkammer vorschlägt,
hält der Fachverband für entbehrlich: „Mit der staatlich anerkannten
Schlichtungsstelle für Verbrauchergeschäfte unter der Leitung von
Frau Dr. Irmgard Griss gibt es seit Anfang 2016 eine entsprechend
kompetente Institution.“
Fernwärmepreise unterstehen dem Preisgesetz
Viele große Fernwärmeversorger sind an (Höchst-)Preisbescheide der
gesetzlich vorgesehenen Preisbehörden gebunden. Von den insgesamt
930.000 versorgten Wohnungen unterliegen etwa die Hälfte einer
staatlichen Preisregulierung. Weiters unterliegen alle
Fernwärmeverträge in Österreich selbstverständlich dem
Konsumentenschutz.
Fernwärme steht im Wettbewerb
Fernwärmeanbieter stehen genauso im Markt und betreiben kein wie
immer geartetes „Monopol“. Jeder Bauträger kann sich bei der
Errichtung für die Heizform seiner Wahl entscheiden, das heißt
Fernwärme konkurriert regelmäßig mit anderen Technologien wie etwa
Erdgas oder Wärmepumpen. Dass sich Fernwärme in Linz, Wien oder Graz
großer Beliebtheit erfreut, liegt eben am attraktiven Gesamtpaket,
den günstigen Vollkosten und der umweltfreundlichen Technologie. Das
Wesen einer Zentralheizung ist, dass es sich um eine
Gemeinschaftsanlage handelt, das ist bei anderen vergleichbaren
Heizanlagen, wie etwa bei Gaskesseln, genauso. Auch hier gibt es
beispielsweise keine Unterscheidung zu Gaskesseln, bei welchen auch
zu Beginn eine Systementscheidung getroffen wird.
Konsumentenschutz und Mahnwesen
Selbstverständlich gibt es bei Fernwärmeanbietern ein mehrstufiges
Mahnverfahren. Eine Absperrung ist somit nur die Ultima Ratio, wenn
alle Versuche einer Klärung gescheitert sind. Zudem haben große
Anbieter bestens ausgebildete Ombudsteams, in welchen sich
qualifizierte Sozialarbeiter um Härtefälle bemühen und in
Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden an einvernehmlichen
Lösungen im Sinne der Kunden arbeiten. Städte, Gemeinden und
Fernwärmeanbieter nehmen hier ihre soziale Verantwortung wahr.
Vorteile von Fernwärme
Der verstärkte Fernwärme- und Fernkälteleitungsausbau und der größere
Absatz von Wärme tragen in Österreich maßgeblich zur Verminderung von
Treibhausgasen bei. Private Haushalte profitieren ebenso von den
konstanten Preisen, der besseren Energieeffizienz, geringeren
Treibhausgasemissionen und weniger Feinstaub. Daher ist der Ausbau
des Fernwärmenetzes zu Recht eines der vorrangigen Ziele des
EU-Energieeffizienzplans.
Über Fernwärme
Fernwärme wird im Sommer ebenso wie im Winter zur Wärmeversorgung und
Warmwasseraufbereitung erzeugt und gleichzeitig zur Herstellung der
umweltfreundlichen Fernkälte eingesetzt. Dieselben Energiequellen,
die für die Erzeugung von Fernwärme benutzt werden, kann man auch als
Antriebsenergie für Kältemaschinen verwenden. Sogenannte
„Absorptionskältemaschinen“ verwenden Abwärme aus Industrie,
KWK-Anlagen oder Abfallverbrennung, die das ganze Jahr zur Verfügung
stehen. Wie bei der Fernwärme, werden die Objekte zentral versorgt
(oder auch dezentral, dann wir eine Kältezentrale beim Verbraucher
errichtet). Isolierte Rohre transportieren das auf 6°C gekühlte
Wasser zum Kunden, mit etwa 16°C fließt es zur neuerlichen Abkühlung
wieder zurück.
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