KAV-Neuorganisation: Ärztekammer fordert Einbindung bei Gesprächen

„Einzigartige Chance“ für Frauenberger – Leitner: „Bislang gemachte Fehler müssen in Ordnung gebracht werden“

Wien (OTS) - Eine „einzigartige Chance, von Beginn an im Wiener Krankenanstaltenverbund alles richtig zu machen und alle betroffenen Gruppen in das Projekt der KAV-Neuorganisation einzubinden“, ortet die Ärztekammer aufgrund der bisherigen Aussagen von Neo-Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger. Der Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Hermann Leitner, fordert: „Die Ärzteschaft muss unbedingt eingebunden werden, um die bislang gemachten Fehler wieder in Ordnung zu bringen.“ **** 

Trotz einer prinzipiell guten Gesprächsbasis wären laut Leitner einige Forderungen der angestellten Ärztinnen und Ärzten aus dem vergangenen Ärztestreik „nach wie vor offen“. Daher bleibe auch der Streikbeschluss nach wie vor aufrecht: „Frauenberger sollte diesmal mit und nicht – wie ihre Vorgängerin – gegen Ärzteschaft, Pflege und Patienten arbeiten.“ Denn miteinander könne man bei entsprechendem Willen jedes Problem besser lösen als im Alleingang. 

Bereits bei Bekanntgabe Frauenbergers als Nachfolgerin von Sonja Wehsely hatte die Ärztekammer in einem kurienübergreifenden Brief an die Stadträtin ein Grundsatzprogramm mit mehreren Standpunkten übermittelt, die aus Sicht der Ärztekammer für ein funktionierendes Wiener Gesundheitswesen essenziell sind. 

Die Positionen der Ärztekammer, und hier im Speziellen der angestellten Ärzteschaft, sind laut Leitner eindeutig: „Mehr ärztliches Personal und medizinische Apparaturen im Wiener Krankenanstaltenverbund, ein klares Zugeständnis zur Ausbildung sowie ein neuer partizipatorischer Führungsstil im Sinne aller Mitarbeiter.“

Zwtl.: „Ausgliederung im Dissens wäre eine schlechte Option“

„Die Diskussion um die Auslagerung des KAV ist eine essenzielle“, befindet Leitner und verweist dabei auf die Worte von Bürgermeister Michael Häupl, der bereits im Vorfeld der rezenten KAV-Studie zugesagt hatte, das weitere Vorgehen hinsichtlich einer möglichen Auslagerung des KAV „nur in Diskussion mit Personalvertretern, dem Koalitionspartner und der Opposition“ zu gestalten. Ein diesbezügliches konkretes Angebot der Ärztekammer an Wehsely sei „bis dato noch immer unbeantwortet“ geblieben.

Die Ärztekammer gehe daher davon aus, dass sie in dieser „essenziellen gesundheitspolitischen Entscheidung für Wien“ entsprechend eingebunden wird, fordert Leitner. Es sei außerdem „besonders wichtig“, bereits im Vorfeld zu klären, was eine Ausgliederung konkret hinsichtlich aller Vor- und Nachteile, Kosten, rechtlicher Konsequenzen et cetera bedeute. Leitner: „Eine Ausgliederung im Dissens mit der Ärzteschaft wäre für den KAV jedenfalls eine schlechte Option.“ (ast)

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