Rossmann zu Sozialbericht: Schluss mit dem Steuervorteil für leistungslose Einkommen aus Kapital

Grüne: Daten zeigen Kapitaleinkommen in Österreich hochkonzentriert

Wien (OTS) - Im aktuellen Sozialbericht wird die Einkommensungleichheit nicht nur anhand der Löhne untersucht, sondern auch die Selbstständigen- und Kapitaleinkommen miteinbezogen. „Das ist eine sehr positive Entwicklung“, kommentiert Bruno Rossmann, Budgetsprecher der Grünen, und verweist auf die ernüchternde Erkenntnis daraus: „Die Einkommen aus Kapitalerträgen sind viel stärker konzentriert als die Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit. Sie spielen praktisch nur bei den fünf Prozent der Top-Einkommen eine Rolle, beim obersten Prozent ist die Konzentration am stärksten. Während die Einkommen aus Erwerbstätigkeit einem progressiven Tarif unterliegen, werden alle Kapitalerträge nur mit 25 Prozent bzw. 27,5 Prozent besteuert. Das ist sachlich nicht gerechtfertigt und ist ein Steuervorteil von leistungslosem Einkommen, das bei ganz wenigen stark am oberen Rand der Verteilung konzentriert ist. Mit diesem Steuervorteil muss Schluss sein. Jeder Euro an Einkommen sollte gleich besteuert werden – egal woher es kommt“, fordert Rossmann.

In Österreich gibt es nur wenige Analysen, die die Verteilung der Kapitaleinkommen untersuchen. Das Problem sind die mangelnden Daten. Seit 1993 werden Kapitalerträge in Österreich „endbesteuert“. Das hat zur Folge, dass diese nicht mehr Personen zugeordnet werden können und damit keine administrativen Steuerdaten mehr vorliegen. Erst seit 2010 gibt es zumindest wieder hochqualitative Daten aus Erhebungen zu den Kapitalerträgen. „Dieser Datenmangel ist politisch gewollt. Alle ÖVP-Finanzminister verweigern Daten zu Vermögen und Kapitalerträgen zu erheben, damit sie sich einer faktenbasierten Diskussion entziehen können“, hält Bruno Rossmann fest.

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