• 31.01.2017, 11:00:02
  • /
  • OTS0065

Vereinbarkeit von Krebs und Beruf

Herausforderung für Gesundheitssysteme, Dienstgeber und vor allem für Patienten

Utl.: Herausforderung für Gesundheitssysteme, Dienstgeber und vor
allem für Patienten =

Wien (OTS) - 14 Millionen Menschen erkranken weltweit jährlich an
Krebs. 8,2 Millionen Menschen sterben jährlich. Die WHO erwartet bis
2030 ein Ansteigen der jährlichen Neuerkrankungen auf 21 Millionen
und der Todesfälle auf 13 Millionen. Gleichzeitig wird Krebs in
Ländern mit uneingeschränktem Zugang zu modernsten Diagnose- und
Therapiemöglichkeiten zunehmend zu einer chronischen Erkrankung. Eine
Herausforderung für Gesundheitssysteme, Ärzte und vor allem
Patienten.

Patienten leben trotz bzw. mit ihrer Tumorerkrankung heute deutlich
länger als vor zehn, zwanzig Jahren. Moderne personalisierte
Therapien werden in Zukunft die Chancen auf ein Langzeitüberleben
noch weiter steigern. Und damit rückt - neben dem Überleben - ein
neuer Aspekt immer mehr in den Blickwinkel: die Lebensqualität und
das Leben mit Krebs im Alltag.

Krebserkrankungen betreffen Menschen jeden Alters. Viele von ihnen
stehen mitten im Berufsleben. Die Meisten sind während der Behandlung
nicht in der Lage ihrer Tätigkeit wie bisher nachzugehen. In der
ersten Zeit der Erkrankung ist es notwendig und verständlich, dass
die medizinische Behandlung, der Verlauf und die Wirksamkeit der
Therapie im Mittelpunkt des Interesses der Patienten stehen.
Berufspausen sind aber meist unumgänglich. Betroffene erleben in
dieser Phase existenzielle sowie berufliche Unsicherheiten. „In den
Krebshilfe-Beratungsstellen verzeichnen wir ein deutliches Ansteigen
an der Notwendigkeit spezieller Beratungen zum Thema „Krebs und
Beruf“, so Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda.

Viele Patienten würden gerne nach der Therapie ihre Arbeit wieder
aufnehmen, können aber ihre volle Leistung noch nicht erbringen. Bis
dato wurden sie faktisch gezwungen, solange im Krankenstand zu
verbleiben, bis sie zu 100 Prozent einsatzfähig sind. Es gab aber
auch viele Krebspatienten die zu 100 Prozent arbeiten gingen, obwohl
sie sich erst zu 50 Prozent einsatzfähig fühlten und sich damit
überforderten. Eine Situation, auf die Patienten, Ärzte und vor allem
die Krebshilfe immer wieder hingewiesen haben.

Wiedereingliederungsteilzeit tritt mit 1.7.2017 in Kraft

Die Österreichische Krebshilfe hat deshalb die Bundesregierung
aufgefordert, die Möglichkeit eines „Teilzeitkrankenstandes“ in das
Regierungsprogramm aufzunehmen. Nach sieben Jahren zäher
Verhandlungen wurde die „Wiedereingliederungsteilzeit“ Ende 2016
gesetzlich verabschiedet und tritt mit 1.7.2017 in Kraft. Damit
besteht die Möglichkeit eine Herabsetzung der wöchentlichen
Normalarbeitszeit für die Dauer von ein bis sechs Monaten mit dem
Arbeitgeber zu vereinbaren – mit einer einmaligen
Verlängerungsmöglichkeit (bis zu drei Monaten). Patienten haben -
sofern sie sich in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis befinden
und dieses davor mindestens drei Monate angedauert hat - die
Möglichkeit, so schrittweise in den Arbeitsprozess zurückzukehren und
sich stufenweise an die Anforderungen des Berufsalltages anzunähern.
„Mit dieser stufenweisen Rückkehr ins Arbeitsleben wird Patienten
nicht nur soziale Absicherung, sondern auch Aufgabe und Bestätigung
zurückgegeben,“ so Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda.
„Ich stehe nicht an, mich bei allen Beteiligten dafür zu bedanken,
dass dieses Gesetz endlich verabschiedet wurde. Ein ganz besonderer
posthumer Dank gilt Barbara Prammer, die immer wieder auf die
Wichtigkeit dieses Themas hingewiesen hatte.“

Neue Broschüre „Krebs und Beruf“

Ausführliche Informationen rund um das Thema „Krebs und Beruf“ sowie
die Voraussetzungen und Details zum neuen
„Wiedereingliederungsteilzeitgesetz“ hat die Krebshilfe in
Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium und dem
Gesundheitsministerium in einer gleichnamigen, neuen Broschüre
zusammengestellt. Ab Anfang März ist sie unter www.krebshilfe.net
kostenlos bestellbar.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OKD

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel