• 30.01.2017, 22:00:01
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  • OTS0192

Neues Volksblatt: "Geister" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 31. Jänner 2017

Utl.: Ausgabe vom 31. Jänner 2017 =

Linz (OTS) - Fünf Tage hat die Regierung manchmal bis in die
Geisterstunde verhandelt. Kein Wunder, dass da manche Gespenster
auftauchen. Vor allem das Neuwahlgespenst geisterte wie wild durch
den Blätterwald. Nun könnte der Spuk vorbei sein, doch es ist zu
befürchten, dass man die Geister, die man gerufen hat, nicht mehr so
schnell loswird. Denn leicht haben es die koalitionären Geisterjäger
nicht: Noch ist die Tinte nicht trocken, haben etwa gestern schon
rote Senioren- und Jugendvertreter Kritik an dem Vertrag geübt.
Meinungsforscher Bachmayer rechnet schon mit Neuwahlen im heurigen
Herbst, damit die Landtagswahlen kommendes Jahr unbeeinflusst vom
Bund abgehalten werden können. Und der Politologe Hajek glaubt sogar,
dass mit dem Pakt schon ein „casus belli“ für Neuwahlen festgelegt
ist. Wenn sich nämlich eine Partei nicht an den Plan halte, dann
könne ihr die andere den Schwarzen Peter für Neuwahlen zuschieben.
Das einzige Rezept zur Geisteraustreibung wäre, sich in die Arbeit zu
stürzen und mit Taten zu beeindrucken. Um das Bündel an Maßnahmen
umzusetzen, das man sich gemeinsam vorgenommen hat, wird man sicher
die 18 Monate brauchen können. Und vermutlich wird man schlauerweise
auch das „Wie“ der Zusammenarbeit auf neue Beine stellen. Denn
letztendlich geht es darum, die Menschen zu begeistern und nicht
Geister zu beschwören.

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