Neues Volksblatt: "Geister" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 31. Jänner 2017

Linz (OTS) - Fünf Tage hat die Regierung manchmal bis in die Geisterstunde verhandelt. Kein Wunder, dass da manche Gespenster auftauchen. Vor allem das Neuwahlgespenst geisterte wie wild durch den Blätterwald. Nun könnte der Spuk vorbei sein, doch es ist zu befürchten, dass man die Geister, die man gerufen hat, nicht mehr so schnell loswird. Denn leicht haben es die koalitionären Geisterjäger nicht: Noch ist die Tinte nicht trocken, haben etwa gestern schon rote Senioren- und Jugendvertreter Kritik an dem Vertrag geübt. Meinungsforscher Bachmayer rechnet schon mit Neuwahlen im heurigen Herbst, damit die Landtagswahlen kommendes Jahr unbeeinflusst vom Bund abgehalten werden können. Und der Politologe Hajek glaubt sogar, dass mit dem Pakt schon ein „casus belli“ für Neuwahlen festgelegt ist. Wenn sich nämlich eine Partei nicht an den Plan halte, dann könne ihr die andere den Schwarzen Peter für Neuwahlen zuschieben. Das einzige Rezept zur Geisteraustreibung wäre, sich in die Arbeit zu stürzen und mit Taten zu beeindrucken. Um das Bündel an Maßnahmen umzusetzen, das man sich gemeinsam vorgenommen hat, wird man sicher die 18 Monate brauchen können. Und vermutlich wird man schlauerweise auch das „Wie“ der Zusammenarbeit auf neue Beine stellen. Denn letztendlich geht es darum, die Menschen zu begeistern und nicht Geister zu beschwören.

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