• 30.01.2017, 10:37:59
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  • OTS0041

Wintertagung 2017: Familienbetriebe sind die ersten und besten Konsumentenschützer

Wintertagung des Ökosozialen Forums „Unser Essen. Unsere Regionen. Wer wird uns morgen versorgen?“ von 30. Jänner bis 3. Februar 2017

Von 30. Jänner bis 3. Februar 2017 findet die
Wintertagung des Ökosozialen Forums – die größte agrarische
Informations- und Diskussionsveranstaltung Österreichs – statt. Die
64. Wintertagung widmet sich der Frage „Unser Essen. Unsere
Regionen. Wer wird uns morgen versorgen?“ und wird sich mit
aktuellen Entwicklungen der Agrar- und Ernährungspolitik sowie mit
der bedeutenden Rolle der Regionen auseinandersetzen.

Utl.: Wintertagung des Ökosozialen Forums „Unser Essen. Unsere
Regionen. Wer wird uns morgen versorgen?“ von 30. Jänner bis
3. Februar 2017 =

Wien (OTS) - „Die Bauernhöfe in Europa werden in Zukunft so
vielfältig und unterschiedlich sein wie die Agrarlandschaften. Wir
haben in Österreich etwa eine kleinstrukturierte Landwirtschaft und
das soll auch so bleiben. Wenn das Geld im EU-Haushalt weniger wird,
müssen Wege gefunden werden, um mehr Geld an kleinere und mittlere
Höfe zu leiten. Darüber hinaus brauchen wir bessere Preise für unsere
Produkte, die durch eine Erhöhung der Marktmacht gegenüber dem Handel
erreicht werden können. Klar ist: Unsere bäuerlichen Familienbetriebe
sind die ersten und besten Konsumentenschützer, weil sie von
vornherein nach höchsten Qualitätsstandards produzieren. Daher ist
der Kauf heimischer Lebensmittel nicht nur Klimaschutz, sondern in
erster Linie auch angewandter Konsumentenschutz“, so der Präsident
des Ökosozialen Forums Österreich Stephan Pernkopf anlässlich der
heurigen Wintertagung, die unter dem Generalthema „Unser Essen.
Unsere Regionen. Wer wird uns morgen versorgen?“ steht.

Auch der EU-Agrarkommissar Phil Hogan kam extra wegen der
Wintertagung nach Wien, um mit den Besucherinnen und Besuchern die
zukünftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu
diskutieren. „Die stabilste und krisenfesteste Form der
Landwirtschaft sind unsere bäuerlichen Familienbetriebe und nicht die
Agrarindustrie. Dieses Landwirtschaftsmodell gilt es in der
zukünftigen Ausrichtung der GAP und im EU-Agrarbudget abzusichern. Um
unsere kleinen und nachhaltigen Strukturen zu erhalten müssen wir
gemeinsam um jeden Cent kämpfen“, betonte Bundesminister Andrä
Rupprechter. In Agrarkommissar Phil Hogan sieht der Bundesminister
einen verlässlichen Partner für die bevorstehenden Aufgaben.

Eine Analyse im Vorfeld der Wintertagung zeigte, dass der
Strukturwandel in Österreich deutlich langsamer verläuft als etwa in
Deutschland. Dies ist auf die kleineren Strukturen zurückzuführen,
die für Österreich typisch sind. Ein Vergleich: Ein
durchschnittlicher österreichischer Betrieb bewirtschaftet 19 Hektar,
ein durchschnittlicher Betrieb in Bayern hingegen 34 Hektar. In
Ost-Deutschland sind dies bereits durchschnittlich 245 Hektar und 68
Prozent der dortigen Betriebe bewirtschaften mehr als 500 Hektar.

„Es sind genau die kleinen Strukturen, die bäuerliche Landwirtschaft,
die wir unbedingt erhalten und unterstützen müssen“, ergänzt die
Präsidentin des Ökosozialen Forums Europa Elisabeth Köstinger. „Aus
einem Überfluss an Nahrungsmitteln zu niedrigsten Preisen, billigen
fossilen Rohstoffen und in einer Zeit, in der scheinbar nur mehr
einfache Antworten auf komplexe Fragestellungen erwartet werden,
starten wir nun in eine Diskussion zur GAP. Die Herausforderungen
sind enorm und die Ziele sind klar: Die Produzenten müssen wieder zu
starken Akteuren in der Lebensmittelversorgungskette werden, das
Preisdumping muss systematisch bekämpft werden und die neue GAP muss
die Handschrift der bäuerlichen Familienbetriebe als ökosoziales
Erfolgskonzept tragen.“

Um die Konsumentinnen und Konsumenten noch stärker an die heimische
Landwirtschaft zu binden, fordert das Ökosoziale Forum ein eigenes
Schulfach „Lebensmittelerzeugung und Lebensmittelkunde“ – fest im
Lehrplan verankert. Die Einführung soll der Irreführung im
Lebensmittelbereich entgegenwirken, die Wertschätzung von
Lebensmittel erhöhen und zum Rückgang von Lebensmittelabfällen
beitragen.

Die 64. Wintertagung findet von 30. Jänner bis 3. Februar 2017 statt
und beinhaltet insgesamt zehn Fachveranstaltungen für die wichtigsten
Produktionssparten der heimischen Landwirtschaft. Neu ist heuer der
Fachtag Landtechnik, mit dem sich die Wintertagung den aktuellen
Trends in Sachen Smart und Precision Farming widmet. Rund 150
Referenten – darunter auch viele internationale wie zum Beispiel aus
der Schweiz, Deutschland und Holland – diskutieren mit aktiven
Bäuerinnen und Bauern die neuesten Erkenntnisse und Strategien. Die
Wintertagung des Ökosozialen Forum ist die größte agrarische
Diskussions- und Informationsveranstaltung in Österreich.

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