Ärztekammer sieht mit Sandra Frauenberger einem Neuanfang in der Gesundheitspolitik entgegen

Grundsatzprogramm an neue Gesundheitsstadträtin übermittelt – Szekeres: „Wir hoffen auf eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle Wiens“

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer hat der designierten neuen Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger heute, Freitag, ein Grundsatzprogramm mit neun Standpunkten übermittelt, die aus Sicht der Ärzteschaft essenziell sind, um das Wiener Gesundheitswesen wieder zu stabilisieren und auf die Erfolgsbahn zurückzubringen. Die Ärztekammer erhofft sich mit der Neubesetzung die Möglichkeit, das Wiener Gesundheitssystem „zu optimieren und zukunftsfit zu gestalten“. **** 

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres erwarte sich von Frauenberger vor allem, „dass es wieder möglich wird, konstruktiv und miteinander“ zu arbeiten, und das im Sinne aller Wienerinnen und Wiener, also der Ärzte- und Patientenschaft gleichermaßen. „Die politische Neuaufstellung im Rathaus ist eine große Chance, bereits Geschehenes wiedergutzumachen und Versäumtes nachzuholen.“  

Das Grundsatzprogramm repräsentiert sowohl die angestellte als auch die niedergelassene Ärzteschaft und bietet Lösungen für die derzeitigen Probleme, speziell im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) und für die Ordinationen, an. 

Die neun Standpunkte des Grundsatzprogramms lauten: 

„Standpunkte angestellter Bereich: 

  • Mehr ärztliches Personal und medizinische Apparaturen im Wiener Krankenanstaltenverbund
  • Ein klares Zugeständnis zur Ausbildung im Wiener Krankenanstaltenverbund
  • Umsetzung des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs
  • Ein neuer partizipatorischer Führungsstil im Sinne aller Mitarbeiter des Wiener Krankenanstaltenverbunds

Standpunkte niedergelassener Bereich:

  • Ausbau des niedergelassenen Bereichs durch 300 zusätzliche Kassenplanstellen
  • Stärkung der Haus- und Kinderärzte in der Versorgung durch Umsetzung des Wiener Modells
  • Aufhebung aller Leistungsdeckelungen in Kassenordinationen zur Verringerung der Wartezeiten
  • Ausbau des Ärztefunkdiensts zur Stärkung der Versorgung an Wochenenden

Gemeinsamer Standpunkt beider Bereiche:

  • Entpolitisierung der Patientenanwaltschaft“ 

Der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, sieht nach den Hausärzteprotesten die neue Stadträtin am Zug: „Die Stärkung der Hausärzte und das Umsetzen des von der Ärzteschaft vorgeschlagenen Wiener Modells müssen nun oberste Priorität für Frauenberger haben.“ Man habe bereits genug Zeit verloren, eine Lösung im Sinne aller Beteiligten müsse also „sehr sehr rasch“ kommen. 

Nach Ansicht von Hermann Leitner, Vizepräsident der Ärztekammer für Wien und Obmann der Kurie angestellte Ärzte, sind mehrere Punkte der im Anschluss an die Widerstandsaktionen der Spitalsärzte im letzten Jahr getroffenen Vereinbarung unerledigt. „Frauenberger kann nun beweisen, dass sie die Bedenken der Mitarbeiter des KAV ernst nimmt und sich gemeinsam mit der Ärzteschaft um Lösungen bemüht.“ Den KAV müsse man endlich für die aktuellen und künftigen Herausforderungen rüsten und neu aufstellen. 

Insgesamt ist es für die Ärztekammer „höchst an der Zeit“, die bereits lange bekannten Probleme des Wiener Gesundheitssystems zu lösen. Szekeres: „Es liegt in der Hand der neuen Stadträtin, einen neuen, positiven Politikstil an den Tag zu legen und damit auch eine erfolgreiche Zukunft für das Gesundheitswesen im Interesse aller Wienerinnen und Wiener zu schaffen.“ Die Ärztekammer werde selbstverständlich ihren Beitrag dazu leisten. (ast)

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