• 12.01.2017, 09:00:24
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Greenpeace-Studie zu Pestiziden: Risiko für Wildbienen und andere Tiere größer als angenommen

Umweltschutzorganisation fordert vollständiges Verbot von gefährlichen Neonicotinoiden

Utl.: Umweltschutzorganisation fordert vollständiges Verbot von
gefährlichen Neonicotinoiden =

Wien (OTS) - Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide bedrohen
nicht nur Bienen, sondern auch andere Lebewesen ernsthaft. Das geht
aus einer heute von Greenpeace veröffentlichten Studie hervor.
Unabhängige Wissenschaftler der University of Sussex haben dafür die
Ergebnisse von hunderten wissenschaftlichen Untersuchungen der
letzten Jahre überprüft. Ihr Fazit: Neonicotinoide sind in der Umwelt
allgegenwärtig und kontaminieren Gewässer, Böden und Vegetation.
Sogar Vögel können unter den Auswirkungen leiden. Die drei
untersuchten Stoffe unterliegen seit 2013 zwar einem EU-weiten
Teilverbot, die negativen Auswirkungen sind aber nach wie vor
erheblich. Greenpeace fordert daher ein Totalverbot der gefährlichen
Pestizide. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter soll
sich auf europäischer Ebene für ein solches vollständiges Verbot
einsetzen.

„Die umfangreiche Studie des renommierten Experten Dave Goulson und
seines Teams zeigt klar, dass Neonicotinoide zum Sterben von Bienen,
Hummeln und Wildbienen beitragen“, sagt Sebastian Theissing-Matei,
Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. Darüber hinaus
sehen die Autoren der Studie einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz
dieser Wirkstoffe und der Tatsache, dass viele Schmetterlinge, Vögel
und Wasserinsekten immer seltener werden. „Der Einsatz von
Neonicotinoiden gefährdet daher viele Tiere und eine intakte Umwelt
mehr als bisher angenommen“, so Theissing-Matei.

Neonicotinoide sind eine Gruppe hochwirksamer Pestizide, die
schädliche Insekten töten sollen, aber auch schon länger in Verdacht
stehen, Bienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten zu schädigen.
Diese spielen für die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion
eine entscheidende Rolle. In Europa sind alleine über 4.000
Gemüsesorten von diesen Bestäubungsleistungen abhängig. Doch die
wichtigen Blütenbesucher sind in Gefahr. So verzeichnen einige
Wildhummelarten dramatische Rückgänge und sind gebietsweise oder
weltweit bereits ausgestorben. Die für andere Insekten verfügbaren
Daten bieten ebenfalls ein besorgniserregendes Bild.

Seit 2013 erhobene wissenschaftliche Daten belegen außerdem, dass
Neonicotinoide inzwischen nicht nur auf Ackerflächen, sondern auch in
der weiteren Umwelt zu finden sind. „Diese Pestizide werden
regelmäßig in Gewässern, Böden oder Wildblumen nachgewiesen. Wir
dürfen das Risiko für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. nicht
weiter akzeptieren“, betont Theissing-Matei und stellt fest: „Nur ein
europäisches Totalverbot kann Sicherheit in Agrarlandschaften und der
weiteren Umwelt bringen. Bundesminister Rupprechter muss sich auf
EU-Ebene für ein vollständiges Verbot dieser Pestizide einsetzen.“

Die deutsche Zusammenfassung der Studie „Umweltrisiken durch
Neonicotinoide“ finden Sie hier: http://bit.ly/2j4ZtOv
Die gesamte Studie in englischer Sprache finden Sie hier:
http://bit.ly/2iEyAxS

Bildmaterial zum Thema finden Sie unter
https://greenpeace.box.com/s/uqxenw91nqab0hnfihr49dx68n8k4hi6
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung
kostenlos zur Verfügung
(© Greenpeace / Vorname und Nachname der Fotografin / des Fotografen)

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