Walser zu Hammerschmid-Vorstoß: Bitte eine Gesamtreform statt ständig Reförmchen

Grüne fordern Pflichtfach Politische Bildung und Stärkung der digitalen Kompetenzen

Wien (OTS) - „Natürlich gibt es Handlungsbedarf beim Umgang mit dem Internet, insofern liegt Bildungsministerin Hammerschmid auch richtig, wenn sie diesbezüglich aktiv wird. Nur die ‚digitalen Kompetenzen’ zu stärken, anstatt zuerst ‚Politische Bildung’ massiv zu forcieren, halte ich für den verkehrten Ansatz“, kommentiert Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, den heute geäußerten Vorstoß von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, ein Unterrichtsfach bzw. Unterrichtsprinzip „Digitale Kompetenzen“ in Volksschulen und Schulen der Sekundarstufe I einführen zu wollen:
„Wir brauchen im Schulwesen endlich eine Gesamtreform statt ständig nur Reförmchen.“

Walser verweist in diesem Zusammenhang auf die bereits seit langer Zeit bestehenden Unterrichtsprinzipien „Medienerziehung“ und „Politische Bildung“, die ganz offensichtlich nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben und daher auch eine Neuausrichtung notwendig machen. „Ministerin Hammerschmid betreibt hier nun eine Politik, die am einen oder anderen Schräubchen dreht, aber nicht darauf reagiert, dass der ganze Motor nicht funktioniert“, kritisiert Walser. Es bestehe seit Jahren ein weitgehender Konsens darüber, dass die Einführung eines Pflichtfaches „Politische Bildung“ notwendig sei. Die Umsetzung sei aber von Seiten der Regierung immer wieder mit dem Hinweis gescheitert, dass es dafür nicht ausreichende Mittel gäbe. Walser hält es für unumgänglich, in einem Gesamtkonzept auf die gesellschaftlichen Herausforderungen zu reagieren und in Schulen, aber auch in der Erwachsenenbildung entsprechende Schritte zu setzen:
„Wenn wir ‚Digitale Kompetenzen’ vor allem außerhalb der technischen und anwendungsbezogenen Komponenten in Richtung eines demokratischen und ethischen Bewusstseins stärken wollen, wie die Ministerin heute zurecht betont hat, müssen Bildungseinrichtungen zuallererst den Auf-und Ausbau von politischen Kompetenzen fördern. Das ist nämlich die zentrale gesellschaftliche Herausforderung, der wir uns umgehend stellen müssen, bevor die Demokratie den Bach hinunter geht.“

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