- 08.01.2017, 20:29:06
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Neues Volksblatt: "Stabile Mitte" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 9. Jänner 2017
Utl.: Ausgabe vom 9. Jänner 2017 =
Linz (OTS) - Es sollte einer Partei Schlimmeres passieren als über
Polit-Begabungen zu verfügen. Wie es ist, wenn hinter der Nummer 1 —
gewollt oder ungewollt — eine personelle Lücke klafft, kann man an
der oberösterreichischen SPÖ sehen, die sich seit dem Absturz in der
Ära Erich Haider nur mühsamst errappelt.
Dass das anhaltende Getuschel über einen Wechsel an der ÖVP-Spitze
von den Spin-Doktoren anderer Parteien mit Wonne befüttert wird,
liegt auf der Hand. Denn eine mit sich selbst beschäftigte Partei ist
kaum ein ernst zu nehmender Konkurrent. Umso weniger sollte man aus
Sicht der ÖVP-Spitzen den Mitbewerbern die Freude einer öffentlich
ausgetragenen innerparteilichen Diskussion machen; es reicht, wenn
sich die Zuständigen in den zuständigen Gremien die Köpfe über die
beste Ausrichtung der Partei zerbrechen.
„Zwischen linken Träumern und rechten Hetzern bilden wir die starke,
vernünftige Mitte“, hat Parteichef Reinhold Mitterlehner vor zwei
Tagen im VOLKSBLATT-Interview die Position der Volkspartei
beschrieben. Vielleicht hätte er — auch adressiert an die eigenen
Reihen — noch dazu sagen sollen, die ÖVP wolle auch die stabile Mitte
sein. Nur eine in sich gefestigte ÖVP wird den politischen
Herausforderungen gerecht werden können, mit einer fortgesetzten
Nabelschau und fern-therapeutischen Ratschlägen hingegen wird sich
der politische Wettbewerb nicht gewinnen lassen.
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