Neues Volksblatt: "Stabile Mitte" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. Jänner 2017

Linz (OTS) - Es sollte einer Partei Schlimmeres passieren als über Polit-Begabungen zu verfügen. Wie es ist, wenn hinter der Nummer 1 — gewollt oder ungewollt — eine personelle Lücke klafft, kann man an der oberösterreichischen SPÖ sehen, die sich seit dem Absturz in der Ära Erich Haider nur mühsamst errappelt.
Dass das anhaltende Getuschel über einen Wechsel an der ÖVP-Spitze von den Spin-Doktoren anderer Parteien mit Wonne befüttert wird, liegt auf der Hand. Denn eine mit sich selbst beschäftigte Partei ist kaum ein ernst zu nehmender Konkurrent. Umso weniger sollte man aus Sicht der ÖVP-Spitzen den Mitbewerbern die Freude einer öffentlich ausgetragenen innerparteilichen Diskussion machen; es reicht, wenn sich die Zuständigen in den zuständigen Gremien die Köpfe über die beste Ausrichtung der Partei zerbrechen.
„Zwischen linken Träumern und rechten Hetzern bilden wir die starke, vernünftige Mitte“, hat Parteichef Reinhold Mitterlehner vor zwei Tagen im VOLKSBLATT-Interview die Position der Volkspartei beschrieben. Vielleicht hätte er — auch adressiert an die eigenen Reihen — noch dazu sagen sollen, die ÖVP wolle auch die stabile Mitte sein. Nur eine in sich gefestigte ÖVP wird den politischen Herausforderungen gerecht werden können, mit einer fortgesetzten Nabelschau und fern-therapeutischen Ratschlägen hingegen wird sich der politische Wettbewerb nicht gewinnen lassen.

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