Gerstl: Integration bedingt Anerkennung kultureller Identität des Gastlandes

ÖVP-Verfassungssprecher: Muslimische Bekleidungsvorschriften haben insbesondere in der Schule nichts verloren

Wien (OTS) - „Der öffentliche Dienst erbringt – wie schon der Begriff selber sagt – Dienstleistungen für alle und hat sich daher nicht nur an den Gesetzen, sondern auch den kulturellen und Wertvorstellungen der breiten österreichischen Öffentlichkeit zu orientieren und das Kopftuch gehört hier, insbesondere im Schulbetrieb, sicher nicht dazu“, erklärt ÖVP-Verfassungssprecher Mag. Wolfgang Gerstl zur laufenden Debatte um ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst.

„Man darf auch nicht übersehen, dass alles, was in der Schule passiert, für viele junge Menschen Vorbildwirkung hat“, meint der ÖVP-Verfassungssprecher. Deswegen habe das Kopftuch speziell im Lehrbetrieb nichts verloren.

Niemand stelle die Religionsfreiheit in Österreich in Frage, „aber die abendländischen Wertvorstellungen und Traditionen, nach denen das öffentliche Leben in Österreich in den letzten Jahrzehnten über alle sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede hinweg gut funktioniert hat, darf nicht gefährdet werden“, so Gerstl wörtlich.

Islamische Bekleidungsformen seien in den letzten Jahren immer öfter und immer deutlicher als Abgrenzungssymbole gegenüber unserer westlichen Lebensart eingesetzt worden und seien auch aus Sicht der Frauenrechte bedenklich, denn nicht immer könne man davon ausgehen, dass sich Frauen aus freien Stücken so bekleideten. Umgekehrt erschwerten dann aber genau solche Bekleidungen die erfolgreiche Integration von Frauen in die Mehrheitsgesellschaft. Hier muss der öffentliche Dienst eine Vorbildfunktion einnehmen. Und es stelle sich die Frage, wo das, was heute mit dem Kopftuch beginnt, morgen oder übermorgen enden soll. Kopftuch, Schleier und Burka trügen jedenfalls wenig zur Integration muslimischer Zuwanderer bei, sie seien vielmehr Zeichen von Ab- und Ausgrenzung. „Und das kann weder im Sinne der Mehrheitsbevölkerung noch der Immigranten sein“, so Gerstl.

Es sei schließlich auch kein Zufall gewesen, dass der Gründer der modernen Türkei, Kemal Atatürk, gleich zu Beginn seines Reformweges islamische Traditionsbekleidung aus dem öffentlichen Leben seines Landes verbannt habe, schloss ÖVP-Verfassungssprecher Gerstl. (Schluss)

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