- 07.01.2017, 13:52:09
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Gerstl: Integration bedingt Anerkennung kultureller Identität des Gastlandes
ÖVP-Verfassungssprecher: Muslimische Bekleidungsvorschriften haben insbesondere in der Schule nichts verloren
Utl.: ÖVP-Verfassungssprecher: Muslimische Bekleidungsvorschriften
haben insbesondere in der Schule nichts verloren =
Wien (OTS) - „Der öffentliche Dienst erbringt – wie schon der Begriff
selber sagt – Dienstleistungen für alle und hat sich daher nicht nur
an den Gesetzen, sondern auch den kulturellen und Wertvorstellungen
der breiten österreichischen Öffentlichkeit zu orientieren und das
Kopftuch gehört hier, insbesondere im Schulbetrieb, sicher nicht
dazu“, erklärt ÖVP-Verfassungssprecher Mag. Wolfgang Gerstl zur
laufenden Debatte um ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst.
„Man darf auch nicht übersehen, dass alles, was in der Schule
passiert, für viele junge Menschen Vorbildwirkung hat“, meint der
ÖVP-Verfassungssprecher. Deswegen habe das Kopftuch speziell im
Lehrbetrieb nichts verloren.
Niemand stelle die Religionsfreiheit in Österreich in Frage, „aber
die abendländischen Wertvorstellungen und Traditionen, nach denen das
öffentliche Leben in Österreich in den letzten Jahrzehnten über alle
sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede hinweg gut funktioniert
hat, darf nicht gefährdet werden“, so Gerstl wörtlich.
Islamische Bekleidungsformen seien in den letzten Jahren immer öfter
und immer deutlicher als Abgrenzungssymbole gegenüber unserer
westlichen Lebensart eingesetzt worden und seien auch aus Sicht der
Frauenrechte bedenklich, denn nicht immer könne man davon ausgehen,
dass sich Frauen aus freien Stücken so bekleideten. Umgekehrt
erschwerten dann aber genau solche Bekleidungen die erfolgreiche
Integration von Frauen in die Mehrheitsgesellschaft. Hier muss der
öffentliche Dienst eine Vorbildfunktion einnehmen. Und es stelle sich
die Frage, wo das, was heute mit dem Kopftuch beginnt, morgen oder
übermorgen enden soll. Kopftuch, Schleier und Burka trügen jedenfalls
wenig zur Integration muslimischer Zuwanderer bei, sie seien vielmehr
Zeichen von Ab- und Ausgrenzung. „Und das kann weder im Sinne der
Mehrheitsbevölkerung noch der Immigranten sein“, so Gerstl.
Es sei schließlich auch kein Zufall gewesen, dass der Gründer der
modernen Türkei, Kemal Atatürk, gleich zu Beginn seines Reformweges
islamische Traditionsbekleidung aus dem öffentlichen Leben seines
Landes verbannt habe, schloss ÖVP-Verfassungssprecher Gerstl.
(Schluss)
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