- 03.01.2017, 09:05:01
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Kampf gegen Steuerbetrug als Publikumshit: Großer Erfolg für AK-Wanderausstellung „Steuertricks: Wer bietet weniger?“
Linz (OTS) - Mit einer positiven Bilanz geht ein weiteres
Vorreiter-Projekt der Arbeiterkammer in Oberösterreich zu Ende und
findet nun in anderen Bundesländern seine Fortsetzung. Die
multimediale Wanderausstellung „Steuertricks: Wer bietet weniger?“
hat im Laufe des Jahres 2016 in ganz Oberösterreich über das brisante
Thema des internationalen Steuerbetrugs informiert und dabei nicht
nur tausende Interessierte erreicht, sondern auch dazu beigetragen,
den Druck auf Entscheidungsträger/-innen zu erhöhen.
„Das Thema steht schon lange auf der politischen Agenda der AK. In
den letzten Jahren haben journalistische Enthüllungen auch die
Politik aufgerüttelt, und es ist im Kampf gegen Steueroasen einiges
weitergegangen, wenn auch bei weitem nicht genug. Diese positive
Entwicklung wollten wir jedenfalls unterstützen und haben eine
Informationsoffensive gestartet“, so AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer.
Herzstück der Offensive, mit der die AK einen innovativen Weg
erprobt, ist die multimediale Ausstellung „Steuertricks: Wer bietet
weniger?“, die 2016 durch die oberösterreichischen Bezirke gewandert
ist, und derzeit in anderen Bundesländern unterwegs ist. Die
bisherige Bilanz kann sich sehen lassen: An zwölf verschiedenen
Standorten in Oberösterreich haben tausende Interessierte – darunter
auch zahlreiche Multiplikatoren/-innen – die Ausstellung besichtigt.
Alleine zu den Vorträgen, Führungen und Veranstaltungen im Rahmen der
Ausstellung kamen mehr als 1.200 Personen und diskutierten intensiv
über das Thema. „Besonders freut uns, dass sich so viele Schulklassen
zu Führungen angemeldet haben. Denn es ist vor allem auch die
Zukunft der Jugend, die durch Steueroasen gefährdet wird“, so
Kalliauer.
Das Thema der internationalen Steuervermeidung und -hinterziehung ist
eines mit enormer Tragweite für Fragen der Verteilungsgerechtigkeit.
Die Leidtragenden des bestehenden Systems sind die steuerzahlenden
Arbeitnehmer/-innen und Konsumenten/-innen, die den Steuerausfall in
den Ländern, die um ihre Einnahmen gebracht werden, kompensieren
müssen, sowie Klein- und Mittelunternehmen (KMU), die mit
Wettbewerbsverzerrungen durch die Steuervermeider und -hinterzieher
kämpfen. Auch staatliche Ausgabenkürzungen in Zeiten knapper Budgets
treffen überproportional die Schwächsten der Gesellschaft.
Trotz der enormen Bedeutung des Problems haben die letzten Jahre
gezeigt: Erst öffentlicher Druck führt zu ernsthaften Reformen.
Besonders der investigative Journalismus hat dabei einen wesentlichen
Beitrag geleistet. Aufdeckungsgeschichten – wie etwa „Luxemburg
Leaks“ oder die „Panama Papers“ – haben die Dreistheit aufgezeigt,
mit der internationale Großkonzerne und reiche Privatpersonen die
öffentliche Hand – und damit uns alle – schamlos um Steuereinnahmen
bringen. Die öffentliche Empörung war enorm, und der Druck auf die
handelnden Akteure hat sich deutlich erhöht, was wiederum zu teils
überraschenden Wenden im Kampf gegen Steuerbetrug geführt hat – man
denke etwa an das österreichische Bankgeheimnis oder viele
einschlägige Reformen auf internationaler Ebene.
„Der öffentliche Druck muss aufrechterhalten werden, um weitere
dringend notwendige Reformen bis zur völligen Schließung von
Steueroasen durchzusetzen“, sagt der AK-Präsident.
Die Fotos aus der Ausstellung auf unserer Homepage
ooe.arbeiterkammer.at sind frei verfügbar.
Zu Foto 2: Ein eindringliches Bild aus der Ausstellung: Die Kosten
für eine menschenwürdige Versorgung der Flüchtlinge betragen einen
Bruchteil der Summe, die durch Steuervermeidung und -hinterziehung
verloren geht.
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