• 20.12.2016, 15:20:48
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  • OTS0130

ÖGB-Anderl: 1.700 Euro Mindestlohn und mehr Transparenz in den Betrieben notwendig

Wirtschaft muss mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten

Utl.: Wirtschaft muss mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten =

Wien (OTS/ÖGB) - „Wir weisen seit Jahren auf das Problem der
ungleichen Bezahlung hin. Die Entwicklung geht zwar in die richtige
Richtung, aber zu langsam. In diesem Tempo braucht es noch Jahrzehnte
bis endlich Lohngerechtigkeit herrscht. Die Fraueneinkommen müssen
gerechter und vor allem höher werden – aber nicht erst in den
nächsten zehn Jahren, sondern jetzt“, kommentiert Renate Anderl,
ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, den Einkommensbericht des
Rechnungshofs und fordert einen kollektivvertraglichen Mindestlohn
von 1.700 Euro brutto.+++

Volle Unterstützung gibt es von Seiten der ÖGB-Frauen auch für den
Vorschlag von Ministerin Sabine Oberhauser nach einem
Lohntransparenzgesetz: „Wer Veränderungen durchsetzen und gerechte
Einkommensverteilung in den Betrieben durchsetzen will, muss zuerst
für Transparenz sorgen. Daher sind wir für innerbetriebliche
Offenlegung aller Gehälter.“

Außerdem braucht es laut ÖGB-Frauen auch einen raschen Ausbau der
Kinderbildungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die Eltern eine
Vollzeitbeschäftigung ermöglichen und die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie erleichtern.

Seit 1. Jänner 2016 müssen Unternehmen, die planen eine Stelle mit
höherem Arbeitsausmaß auszuschreiben, ihre Teilzeitbeschäftigten
darüber informieren. So bekommen sie die Möglichkeit innerhalb des
Unternehmens auf ein höheres Stundenausmaß aufzustocken. Die
Tatsache, dass nach wie vor viele Unternehmen – vor allem im Handel –
immer mehr Teilzeit- statt Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten,
ist aus Sicht der ÖGB-Frauen sehr besorgniserregend. „Prekäre
Beschäftigung darf nicht zum Normalzustand werden, denn die Einkommen
aus diesen Jobs sind nicht existenzsichernd und treiben Frauen in die
Armut, von der sie deutlich öfter betroffen sind als Männer. Wir
fordern die Wirtschaft auf, Frauen endlich fair und korrekt zu
entlohnen und Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen, von denen sie auch
finanziell unabhängig und selbstbestimmt leben können“, betont Anderl
abschließend.

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