ÖGB-Anderl: 1.700 Euro Mindestlohn und mehr Transparenz in den Betrieben notwendig

Wirtschaft muss mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten

Wien (OTS/ÖGB) - „Wir weisen seit Jahren auf das Problem der ungleichen Bezahlung hin. Die Entwicklung geht zwar in die richtige Richtung, aber zu langsam. In diesem Tempo braucht es noch Jahrzehnte bis endlich Lohngerechtigkeit herrscht. Die Fraueneinkommen müssen gerechter und vor allem höher werden – aber nicht erst in den nächsten zehn Jahren, sondern jetzt“, kommentiert Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, den Einkommensbericht des Rechnungshofs und fordert einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro brutto.+++

Volle Unterstützung gibt es von Seiten der ÖGB-Frauen auch für den Vorschlag von Ministerin Sabine Oberhauser nach einem Lohntransparenzgesetz: „Wer Veränderungen durchsetzen und gerechte Einkommensverteilung in den Betrieben durchsetzen will, muss zuerst für Transparenz sorgen. Daher sind wir für innerbetriebliche Offenlegung aller Gehälter.“

Außerdem braucht es laut ÖGB-Frauen auch einen raschen Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die Eltern eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern.

Seit 1. Jänner 2016 müssen Unternehmen, die planen eine Stelle mit höherem Arbeitsausmaß auszuschreiben, ihre Teilzeitbeschäftigten darüber informieren. So bekommen sie die Möglichkeit innerhalb des Unternehmens auf ein höheres Stundenausmaß aufzustocken. Die Tatsache, dass nach wie vor viele Unternehmen – vor allem im Handel – immer mehr Teilzeit- statt Vollzeitarbeitsplätze für Frauen anbieten, ist aus Sicht der ÖGB-Frauen sehr besorgniserregend. „Prekäre Beschäftigung darf nicht zum Normalzustand werden, denn die Einkommen aus diesen Jobs sind nicht existenzsichernd und treiben Frauen in die Armut, von der sie deutlich öfter betroffen sind als Männer. Wir fordern die Wirtschaft auf, Frauen endlich fair und korrekt zu entlohnen und Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen, von denen sie auch finanziell unabhängig und selbstbestimmt leben können“, betont Anderl abschließend.

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