Ordensspitäler: Ärztekammer unterstützt Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik

Standesvertretung steht hinter geplanten Protestmaßnahmen der Belegschaft – Leitner: „Wir werden den Kampf um faire Einkommen unterstützen“

Wien (OTS) - Nach dem gestrigen Ärzteprotest der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Wien machen sich auch die Mitarbeiter der Ordensspitäler bereit: Sie kämpfen um eine faire Lohnerhöhung. Dass sie nach monatelangen Kollektivvertragsverhandlungen mit einer Nulllohnrunde abgespeist werden sollen, wird nun mit Protestmaßnahmen bis hin zu einem Streik beantwortet. ****

Bei der heutigen Betriebsrätekonferenz der Ordensspitäler waren auch Vertreter der Ärztekammer anwesend. „Wir stehen als Standesvertretung voll hinter der Entscheidung der Kolleginnen und Kollegen und werden sie bei ihrem Protest für ein faires Einkommen bestmöglich unterstützen“, betont der Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Hermann Leitner, für den feststeht: „Wir werden sämtliche Maßnahmen mittragen.“

Seitens der Arbeitgeber hätte es keinerlei Bereitschaft für konstruktive Verhandlungen gegeben. „Der nun eingeschlagene Weg, mit Protestmaßnahmen für eine angemessene Erhöhung zu kämpfen, ist daher auch aus unserer Sicht unumgänglich“, so Leitner zu den schwierigen Gesprächen, die bereits vor zwei Wochen ausgesetzt wurden.

Leitner kritisiert, dass man die Ärzteschaft in den Ordenshäusern mit einer Nullrunde abspeisen und damit im Rahmenrecht schlechterstellen wolle als andere Berufsgruppen. Denn bereits jetzt klaffe zwischen den geringen Einkommen in den Ordensspitälern und jenen im öffentlichen Bereich eine große Lücke. Daher ist auch für Leitner eine Nulllohnrunde „schlichtweg inakzeptabel“. Da die Arbeitgeber nicht bereit seien, für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen, stünde die Ärztekammer hinter der Entscheidung der Betriebsrätekonferenz, einen konkreten Fahrplan für Protestmaßnahmen einzuleiten.

Die betroffenen Ordensspitäler in Wien sind die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder und der Barmherzigen Schwestern, das Orthopädische Spital Speising, das Krankenhaus Göttlicher Heiland, das Herz-Jesu Krankenhaus, St. Elisabeth, St. Josef und das Hartmannspital mit insgesamt ungefähr 4500 Mitarbeitern. „Wir zeigen volle Solidarität mit den Anliegen sowohl der betroffenen Ärztinnen und Ärzten als auch mit allen anderen Mitarbeitern der Ordensspitäler“, bekräftigt Leitner seine Zustimmung zu den geplanten Protestmaßnahmen der Gewerkschaft vida.

„Bei der nächsten Verhandlungsrunde am 10. Jänner 2017 muss sich etwas bewegen, sonst steht die nächste massive Auseinandersetzung mit der Ärzteschaft an“, richtet Leitner den Arbeitgebern aus. Dass diese nicht auf eine einzige Forderung ihrer Mitarbeiter eingehen wollten, sei für ihn „schlichtweg unverständlich.“ Leitner fordert für die weiteren Verhandlungen entsprechende Gesprächsbereitschaft sowie ein klares Bekenntnis zu einem fairen Verhandlungsabschluss“. (lsd)

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