• 07.12.2016, 16:55:08
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  • OTS0206

70 Jahre UNICEF: Damals wie heute für jedes Kind

Erschreckende Bilanz zum 70. Jubiläum: Beinahe jedes vierte Kind weltweit lebt in Konflikt- und Katastrophengebieten

Utl.: Erschreckende Bilanz zum 70. Jubiläum: Beinahe jedes vierte
Kind weltweit lebt in Konflikt- und Katastrophengebieten =

New York/Wien (OTS) - Laut UNICEF leben circa 535 Millionen Kinder –
beinahe jedes vierte Kind – in Ländern, die von Konflikten oder
Katastrophen betroffen sind. Oftmals haben diese Kinder keinen Zugang
zu Gesundheitsversorgung, Bildung, ausreichend Nahrung und Schutz. In
Subsahara-Afrika leben drei Viertel dieser Kinder (393 Millionen),
gefolgt vom Nahen Osten und Nordafrika.

Diese neuen Zahlen veröffentlicht UNICEF anlässlich des 11. Dezember
2016, dem 70. Jahrestag des Kinderhilfswerks. Damals wie heute
arbeitet UNICEF unermüdlich in den gefährlichsten Gebieten der Welt,
um lebensrettende Hilfe und langfristige Unterstützung zu leisten.
Vor allem schenkt UNICEF den ärmsten Kindern der Welt, die durch
Konflikte, Krisen, Armut, Ungleichheit und Diskriminierung
gekennzeichnet sind, eines - Hoffnung.

„UNICEF wurde gegründet, um jenen Kindern Hilfe und Hoffnung zu
geben, deren Leben und Zukunft durch Konflikte und Verlust gefährdet
sind. Und diese enorme Zahl – stellvertretend für die individuellen
Leben von mehr als einer halben Milliarde Kinder – ist eine
Erinnerung daran, dass unser Auftrag jeden Tag dringender wird”, so
der UNICEF Direktor Anthony Lake.

Die Auswirkungen von Konflikten, Naturkatastrophen und Klimawandel
zwingen Kinder dazu, ihr Zuhause zu verlassen, zwischen den
Kriegsfronten gefangen zu sein und setzen sie dem Risiko von
Krankheiten, Gewalt und Ausbeutung aus.

Erschreckende Zahlen:

• Beinahe 50 Millionen Kinder sind entwurzelt – 28 Millionen davon
auf der Flucht durch Krieg und Konflikte.
• Nachdem die Gewalt in Syrien anhält, leben mehr als doppelt so
viele Kinder als letztes Jahr im Belagerungszustand. Fast 500.000
Kinder leben momentan in 16 belagerten Gebieten ihres Landes. Sie
sind beinahe vollkommen von humanitärer Hilfe und grundlegenden
Dienstleistungen abgeschnitten.
• Im Nordosten Nigerias wurden circa 1.8 Millionen Menschen aus
ihrem Zuhause vertrieben – fast eine Million davon sind Kinder.
• In Afghanistan geht fast die Hälfte der Kinder im Volksschulalter
nicht in die Schule.
• Beinahe 10 Millionen Kinder sind von den Konflikten im Jemen
betroffen.
• Im Südsudan sind 59 Prozent der Kinder im Volksschulalter
schulabgängig und jede dritte Schule in den Konfliktgebieten ist
geschlossen.
• Nachdem vor über zwei Monaten der Hurrikan Matthew einen enormen
Schaden in Haiti angerichtet hat, benötigen immer noch mehr als
90.000 Kinder unter fünf Jahren dringend Hilfe.

Die schwierige Situation vieler Kinder im Jahr 2016 untergräbt jedoch
auch den enormen Fortschritt der letzten Jahrzehnte: Seit dem Jahr
1990 hat sich die Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag
gestorben sind, halbiert. Des Weiteren sind hunderte Millionen Kinder
der Armut entkommen. Die Zahl der schulabgängigen Kinder im
Volksschulalter ist zwischen 1990 und 2014 um mehr als 40 Prozent
zurückgegangen.

Trotz dieser großen Fortschritte werden immer noch zu viele Kinder
zurückgelassen und vernachlässigt. Gründe dafür sind oftmals
Geschlecht, Herkunft, Religion, ethnische Zugehörigkeit, eine
körperliche oder geistige Behinderung, aber auch weil sie in Armut
oder einem schwer erreichbaren Gebiet leben oder einfach nur weil sie
Kinder sind.

„Egal ob Kinder in einem konfliktreichen oder friedvollen Land leben
- ihre Entwicklung ist nicht nur für ihre eigene Zukunft, sondern
auch für die Zukunft ihrer Gesellschaften wichtig“, sagt Lake.

Die Schwerpunkte von UNICEF im Laufe der Zeit

Ernährung: In den 1940er Jahren begann UNICEF damit dringend
benötigte Nahrung, meistens in Form von Milch, an die Kinder nach dem
Zweiten Weltkrieg zu liefern. Im Jahr 2015 halfen UNICEF und seine
Partner 2.9 Millionen schwer unterernährten Kindern.

Gesundheit: In den 1950er Jahren begann UNICEF mit den ersten
Impfkampagnen gegen Tuberkulose und Frambösie. 2015 konnte UNICEF 2.8
Milliarden Impfdosen bereitstellen. Dadurch konnten 45 Prozent aller
Kinder unter fünf Jahren vor tödlichen Krankheiten beschützt werden.
Des Weiteren wurden alleine in diesem Jahr 22.3 Millionen
Moskitonetze zum Schutz für Kinder und deren Familien in 30 Ländern
verteilt.

Bildung: 1961 verstärkte UNICEF die Arbeit zu Bildung. Im vergangenen
Jahr konnte UNICEF 7.5 Millionen Kindern und Jugendlichen zwischen
drei bis 18 Jahren Zugang zu Bildung ermöglichen.

Kinderschutz: Im Jahr 1989 hat die Generalversammlung der Vereinten
Nationen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes angenommen. Die
UN-Kinderrechtskonvention beinhaltet die Verpflichtung, alle Kinder
bei ihrer Geburt zu registrieren, wie auch ihre vielen Rechte
wahrzunehmen. Im Jahr 2015 konnte UNICEF bei der Registrierung von
9.7 Millionen Geburten in 54 Ländern unterstützend wirken.

Wasser und Hygiene: 1953 begann UNICEF damit, den Zugang zu Wasser
und Hygieneeinrichtungen für Kinder zu verbessern. Im Laufe der Zeit
konnte das Kinderhilfswerk viele Partner dazugewinnen und die
Wasserprogramme deutlich ausbauen. Zwischen 1990 und 2015 konnte
dadurch 2.6 Milliarden Menschen Zugang zu sauberen Wasserquellen und
2.1 Milliarden zu verbesserten Hygieneeinrichtungen ermöglicht
werden.

Humanitäre Hilfe: Seit der Gründung 1946 leistet UNICEF durchgehend
humanitäre Hilfe für Kinder in Notlagen – vor allem jenen, die
bereits durch Armut und Benachteiligung in Mitleidenschaft gezogen
wurden.

Folgendes konnten UNICEF und seine Partner im Jahr 2015
erreichen:

- 11.3 Millionen Kinder in Konfliktgebieten wurden gegen Masern
geimpft.
- Vier Millionen Kinder in Notsituationen erhielten Zugang zu Bildung
durch Schule oder andere Lernmöglichkeiten.
- Psychologische Unterstützung für zwei Millionen Kinder, die von
Konflikten und Naturkatastrophen getroffen wurden.

UNICEF damals und heute:

Im Jahr 1955 arbeitete UNICEF in 92 Ländern und Territorien. 2016
sind es bereits 190 Länder und Territorien – dadurch ist das
UN-Kinderhilfswerk beinahe auf der ganzen Welt vertreten.

Das erste nationale Komitee für UNICEF wurde 1947 in den USA
gegründet, um Spendengelder zu mobilisieren, wie auch über die Themen
der Kinderrechtsorganisation zu informieren. 70 Jahre später gibt es
bereits 34 Nationale Komitees, eines davon ist in Österreich.

Während im Jahr 1972 UNICEF circa 1000 internationale und lokale
MitarbeiterInnen beschäftigte, sind es heute bereits 13.000.

UNICEFs Hilfe in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg

• Mehr als 75 Prozent der UNICEF-Hilfe in Österreich nach dem
Zweiten Weltkrieg floss in Lebensmittel, um Mangelernährung und die
Verbreitung von Tuberkulose vorzubeugen. Es wurden aber auch
Programme für Frühchen und Kinder mit Beeinträchtigungen unterstützt.
• Von Dezember 1947 bis Juni 1951 wurden 16 Millionen Pfund Milch
sowie große Mengen an Lebertran, Fett, Fleisch und anderen
Lebensmitteln zur Verfügung gestellt. Damit konnten 400.000 Kinder
versorgt werden.
• In der ersten Hälfte der 1950er wurden zwischen 200.000 und
260.000 Kindergarten- und Schulkinder in 2.000 Ausspeisezentralen
versorgt.
• Pro Jahr haben mehr als 60.000 Kinder Milch von UNICEF bekommen.
• Baumwolle, Wolle und Leder wurden von UNICEF zur Verfügung
gestellt und von der Regierung zu Windeln, Decken, Kleidung und
Schuhen verarbeitet. 200.000 Menschen wurde dadurch geholfen.
• Vor 1951 wurden in einer gemeinsamen Impfkampagne von UNICEF und
dem Skandinavischen Roten Kreuz 654.300 Kinder auf Tuberkulose
getestet und 452.400 Kinder wurden geimpft. UNICEF stellte auch
Ausrüstung zur Diagnose und andere Hilfsmittel für ein
Tuberkulose-Projekt zur Verfügung.
„Entstanden aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs ist UNICEF heute
die größte Kinderrechtsorganisation der Welt. Unser Auftrag hat sich
in den letzten 70 Jahren nicht verändert: Wir schaffen eine bessere
Welt für Kinder und kämpfen für ihre Rechte. Damals – heute – und in
Zukunft.“
Dr. Gudrun Berger, Geschäftsführung UNICEF Österreich

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