• 06.12.2016, 13:42:57
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  • OTS0158

Höchste Kärntner Landesauszeichnung und „Europaeus“ für Heinz Fischer

LH Kaiser zeichnete früheren Bundespräsidenten mit LHStv.in Prettner, LHStv.in Schaunig, LR Benger und LR Holub aus

Utl.: LH Kaiser zeichnete früheren Bundespräsidenten mit LHStv.in
Prettner, LHStv.in Schaunig, LR Benger und LR Holub aus =

Klagenfurt (OTS/LPD) - Die höchste Auszeichnung des Landes Kärnten,
der „Kärntner Landesorden in Gold“, wurde heute, Dienstag, dem
früheren Bundespräsidenten Heinz Fischer auf einstimmigen
Regierungsbeschluss hin verliehen. Landeshauptmann Peter Kaiser
zeichnete ihn gemeinsam mit seinen Stellvertreterinnen Beate Prettner
und Gaby Schaunig sowie den Landesräten Christian Benger und Rolf
Holub aus. Fischer konnte bei der Feier im Spiegelsaal der
Landesregierung außerdem den Europapreis „Europaeus“ entgegennehmen.
Dieser hätte ihm bereits im September beim CEE-Wirtschaftsforum
Velden übergeben werden sollen, Bundeskanzler Christian Kern hielt
damals die Laudatio. Fischer war jedoch wegen der Teilnahme am
Begräbnis von Israels Ex-Staatspräsident Schimon Peres nicht
anwesend.

Kaiser sagte, dass das Leben des Ausgezeichneten von 45 Jahren in
hohen und höchsten politischen Funktionen geprägt sei. Immer hätten
ihn Maßstäbe, Ziele und Grundwerte gelenkt. „Heinz Fischer ist ein
großer Europäer, fand weltweit und bei den Vereinten Nationen Gehör
und ist unbestreitbar ein großer Österreicher“, sagte der
Landeshauptmann. Auch dem Land Kärnten sei Fischer – auch in ernsten,
kritischen Situationen – oft zur Seite gestanden. Das Dankeschön in
Form des Landesordens beinhalte daher auch viel Gefühl von tausenden
Kärntnerinnen und Kärntnern. Kaiser hob Fischers vermittelnden
Einsatz bei der Lösung der topographischen Frage hervor, seine
Verbindung mit der Kärntner Kultur. Er erinnerte an die gemeinsame
Eröffnung des Museum Liaunig in Neuhaus, Messeeröffnungen, den Ankick
eines Fußballjugendturniers in Klagenfurt und „sub
auspiciis“-Promotionen an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Ein
wichtiger Beitrag für die internationale Verständigung im
Zusammenhang mit Volksgruppen sei der gemeinsame Besuch bei der
deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien gewesen.

„Das ‚first couple‘ Margit und Heinz Fischer wird vielen Menschen
in guter Erinnerung bleiben“, so Kaiser weiter. Er rechnete dem
früheren Bundespräsidenten vor, dass er in seiner zwölfjährigen
Amtszeit 190 Staatsbesuche absolviert und fünf Mrd. Euro an
Geschäftsanbahnungen für österreichische Unternehmen erreicht habe.
Ein Tag Bundespräsident Fischer habe somit 1,37 Mio. Euro gebracht.
„Du hast diesem Land aber nicht nur wirtschaftlich viel gebracht. Du
hast viele Menschen geprägt, auch mich“, so Kaiser, für den Fischer
ein sehr väterlicher Freund war und ist. Er betonte, dass Fischer
stets Respekt vor anderen habe, ihnen auf Augenhöhe begegne. „Als
einer der ersten hast du die Bedeutung internationaler, insbesondere
europäischer, Politik unterstrichen“, meinte der Landeshauptmann und
schloss mit: „Kärnten ist eines deiner Bundesländer, das dich immer
gut in Erinnerung behalten wird.“

Fischer sagte, dass er als Bundespräsident viele Ehrungen
vorgenommen habe und sich dabei oft gefragt habe, woran diese
Menschen gerade denken. „Diese Frage wurde mir heute beantwortet, ich
weiß jetzt, wie man sich als Geehrter fühlt: man freut sich“, meinte
er. Er dankte allen für die Auszeichnung, aber auch seinen ehemaligen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Seine Gattin Margit entschuldigte
er, sie stehe im Dienst als Großmama und müsse Vorbereitungen für den
morgigen privaten Besuch von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon treffen.
Fischer erzählte von seiner Kindheit, die stark vom Zweiten Weltkrieg
beeinflusst gewesen sei. Diese entsetzlichen Eindrücke würden ihn
sich lebenslang für Frieden einsetzen lassen. Weiters berichtete er,
wie er als Jurist im Parlament zu arbeiten anfing und dass ihm
Leopold Figl den ersten Dienstausweis unterschrieb. Als Mitarbeiter
Bruno Kreiskys sei er auf vielen Reisen dabei gewesen, habe viele
Persönlichkeiten wie Willy Brandt kennengelernt. „Die zwölf Jahre als
Bundespräsident waren eine interessante, spannende Epoche in meinem
Leben. Ich durfte ein Land repräsentieren, auf das ich stolz bin, mit
dem ich mich voll identifizieren kann“, betonte er. An Kärnten
schätzt Fischer die Berge, „die einen nicht mehr loslassen“, die
Menschen, die „eine eigene Art der Kommunikation mit Hilfe von Musik
und Kulinarik“ pflegen würden. Viele Beziehungen habe er zu diesem
Bundesland.

Zur Verleihung des „Europaeus“ hielt die ehemalige Intendantin des
Carinthischen Sommers, Gerda Fröhlich, die Laudatio. Dieser Preis
wird seit 2009 von Land Kärnten, Wirtschaftskammer Kärnten und Forum
Velden an wichtige Brückenbauer im europäischen Einigungsprozess
verliehen. Fröhlich bezeichnete Fischer als ebensolchen. Er habe den
Menschen, insbesondere der jungen Generation, immer die Bedeutung des
Friedensprojektes Europa nähergebracht. Die Laudatorin hob Fischers
Einsatz für eine offene, demokratische Gesellschaft hervor, aber auch
dessen Interesse für Wissenschaft und die schönen Künste. Der
„Vielleser“ stehe im freundschaftlichen Kontakt mit vielen
Kulturschaffenden und sei auch mit dem Carinthischen Sommer eng
verbunden.

Die frühere Intendantin thematisierte aber auch die
Flüchtlingspolitik – sie sollte von Rationalität und Humanität
geprägt sein. Fröhlich holte Linda Obuchanova aus Tschetschenien und
Mahdi Alizada aus Afghanistan ans Podium. Die beiden jungen Leute
erzählten, wie sie als Flüchtlinge nach Kärnten kamen, hier Hilfe
erfuhren, Deutsch lernten und eine Schulausbildung begannen.

Sylvia Gstättner, die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer
Kärnten, dankte Fischer im Namen der 33.000 Unternehmerinnen und
Unternehmer Kärntens. Er sei insbesondere nach der europäischen
Ostöffnung wesentlicher Tür- und Toröffner gewesen, habe so auch
entscheidend zu wirtschaftlichen Erfolgen beigetragen.

Mit seiner musikalischen Umrahmung der Feierstunde begeisterte der
erst neunjährige Pianist Elias Keller den Geehrten und die
zahlreichen Anwesenden aus dem öffentlichen Leben Kärntens.
(Schluss)

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