• 01.12.2016, 13:00:01
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  • OTS0178

Unversperrte Ampeln – auch für alle blinden und sehbehinderten Menschen!

Weg mit Euro-Key und Chip bei akustischen Ampeln

Utl.: Weg mit Euro-Key und Chip bei akustischen Ampeln =

Wien (OTS) - Am 3. Dezember, dem Tag der Menschen mit Behinderung,
weisen die Organisationen des Komitees für die Mobilität
sehbeeinträchtigter Menschen (KMS) darauf hin, dass Ampelanlagen
neben der Regulierung des Verkehrsflusses dafür sorgen, dass
Verkehrsteilnehmer sicher von einer Straßenseite auf die andere
gelangen. Während in Wien rund 65 Prozent aller Ampelanlagen mit
einer Zusatzeinrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen
ausgestattet sind, zeigt sich das KMS besorgt darüber, dass mit der
Errichtung von Ampelanlagen begonnen wurde, die nur mittels Euro-Key
oder RFID-Chip aktiviert werden können.

Können akustische Ampeln ausschließlich unter Verwendung von
zusätzlichen Hilfsmitteln wie Chip oder Eurokey aktiviert werden,
stellt dies einen klaren Widerspruch zum Konzept von Barrierefreiheit
sowie zum Mehrsinneprinzip dar und ist überdies nicht intuitiv
nutzbar. Somit werden all jene, die nicht im Besitz des Euro-Keys
oder Chips sind, oder diesen bei Queren der Straße gerade nicht mit
sich führen, Opfer einer besonders ärgerlichen Diskriminierung, da
sie nämlich von der Benutzung der Anlage ausgeschlossen sind und
damit trotz vorhandener Akustikampel die Straße nicht sicher queren
können.

Zusätzliche Hilfsmittel als potentielle Verminderung der
Verkehrssicherheit

Im Idealfall gibt die Ampelanlage ein permanentes Auffindesignal von
sich, das als Freigabesignal in erhöhter Frequenz ein gefahrloses
Überqueren anzeigt. Zusätzlich ist sie mit taktilen Symbolen zur
Anzeige des Querungsverlaufes sowie bei Querungen ab zehn Meter mit
Überkopflautsprechern ausgestattet.

Muss jedoch das akustische Freigabesignal händisch aktiviert werden,
so muss dies intuitiv möglich sein und darf kein weiteres Hilfsmittel
erfordern. So ist in weiten Teilen Österreichs ein Drucktaster mit
eingebautem Vibrationsteil zur Auslösung des akustischen Grünsignals
in Verwendung. Auch wenn dies keine ideale Lösung darstellt, ist dies
im Gegensatz zur Ampel mit Eurokey und Chip ein brauchbarer
Kompromiss.

Das Komitee für Mobilität sehbeeinträchtigter Menschen Österreichs
fordert daher akustische Ampelanlagen, die ohne die Verwendung
zusätzlicher Hilfsmittel für alle Teilnehmer bedienbar sind. „Jede
andere Lösung untergräbt die selbstständige Verkehrsteilnahme blinder
und sehbehinderter Menschen und so letztlich die Sicherheit aller
Verkehrsteilnehmer", so Dr. Markus Wolf, Vorsitzender des KMS.

KMS Koordination (+43 1982 75 84 – 203)
[email protected]
www.kms.or.at

Das Komitee für Mobilität sehbeeinträchtigter Menschen Österreichs
(KMS)) ist eine österreichweite organisationsübergreifende
Arbeitsgemeinschaft der Vereine Blickkontakt -
Interessensgemeinschaft sehender, sehbehinderter und blinder
Menschen, Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (Vorsitz
2015-2016), Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen
Österreichs und Österreichische Blindenwohlfahrt.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BSV

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