• 24.11.2016, 09:53:38
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  • OTS0046

VKI: Sollzinsen für Girokonten unverhältnismäßig hoch

Überziehungszinsen im Durchschnitt kaum niedriger als vor der Niedrigzinsphase

Utl.: Überziehungszinsen im Durchschnitt kaum niedriger als vor der
Niedrigzinsphase =

Wien (OTS/VKI) - Die Zinsen für Guthaben auf dem Girokonto bewegen
sich seit der Bankenkrise kontinuierlich in Richtung null Prozent.
Immer wieder ist sogar von Negativzinsen die Rede. Bisher hat es
allerdings noch keine österreichische Bank gewagt, für Einlagen ihrer
Kunden „Strafzinsen“ zu verlangen. Völlig anders sieht die
Entwicklung im Bereich der Sollzinsen aus. Die Zinsbelastung für die
Inanspruchnahme der „Einkaufsreserve“ ist, wenn überhaupt, nur
moderat gesunken. Betrachtet man das Verhältnis der Mittelwerte von
Soll- zu Habenzinssatz, ergibt sich ein deutliches Bild: Während man
2008, also zu Beginn der Bankenkrise, für die Nutzung des
Überziehungsrahmens im Durchschnitt das 14,4-fache des
Habenzinssatzes zahlte, ist es heute das 352,5-fache. Den
ausführlichen Bericht gibt es in der Dezemberausgabe der Zeitschrift
KONSUMENT (www.konsument.at).

Nach Erhebung des Zinsmittelwerts auf Basis von Daten der
Arbeiterkammer und des Verein für Konsumenteninformation (VKI)
beliefen sich die Sollzinsen 2008 auf durchschnittlich 10,17 Prozent;
2014 lagen sie im Mittel noch immer bei 10,05 Prozent, aktuell sind
es 9,5 Prozent. Auf der Habenseite gingen die Zinsen von rund 0,7
Prozent im Jahr 2008 auf aktuell 0,027 Prozent im Mittel zurück.
Wären die Sollzinsen im selben Verhältnis zurückgegangen wie die
Habenzinsen, müssten sie heute theoretisch bei 0,39 Prozent liegen.

Natürlich entstehen den Banken auch Kosten, die sie auf den
Überziehungszins aufschlagen müssen. Trotzdem gibt es klarerweise
einen Spielraum, wie die zum Teil recht unterschiedlichen Reaktionen
auf die allgemein gesunkenen Zinssätze zeigen. So hat beispielsweise
die easybank ihre Sollzinsen von 9 Prozent im Jahr 2008 auf aktuell
6,9 Prozent reduziert; Erste Bank und Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien
hingegen haben die Schuldzinsen in einigen ihrer Angebote sogar um
mehr als 3 Prozent erhöht.

„Die Kreditanstalten zieren sich, die Zinsentwicklung der letzten
Jahre an die Privatkunden weiterzugeben. Da verwundert es auch kaum
noch, wenn gerade Institute mit hohen Sollzinsen versuchen, den für
sie einträglichen Überziehungsrahmen als ‚Einkaufsreserve für die
Weihnachtsgeschenke‘ zu vermarkten“, sagt Bernd Lausecker,
Finanzexperte des VKI. Besonders für Menschen, die am Ende des Geldes
noch viel Monat übrig haben, ist das eine bedenkliche Situation. Er
empfiehlt allen Konsumenten, die ihren Kontorahmen häufig nutzen
müssen, die Möglichkeit eines Bankwechsels gründlich zu prüfen.

SERVICE: Den ausführlichen Bericht und weitere Informationen zum
Thema gibt es in der Dezemberausgabe der VKI-Zeitschrift KONSUMENT
und online unter www.konsument.at.

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